Archiv für 12. März 2010

Auf dem besten Wege

Wenn die Bereitschaft, andere Menschen anzuzeigen, Gradmesser ist, für die Verkommenheit von Staaten, dann befindet sich Deutschland auf dem richtigen Wege. Ungezählte Organisationen und Einzelpersonen für die Google  4,8 Mio Sucheinträge zeigt, beschäftigen sich damit, der Gesinnung anderer Menschen hinterherzuspüren, wofür sie das Geld der Arbeiter, Bauern und der werktätigen Intelligenz verprassen dürfen, im Bewußtsein, etwas Nützliches getan zu haben. Wir geben aber gerne ungefragt, weil wir wissen, ihr Treiben ist unerlässlich für das Bestehen von Schurkenstaaten, deren deutsche Ausgaben nur so genannt werden dürfen, wenn die Nachfolger der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands zustimmen. So wie ja auch die Erfahrungen der Genossen der NSDAP in die Bewertung des Regimes Hitler reichlich einflossen. Bisher müssen wir allerdings noch nicht von Mäßigungsaufrufen lesen, wie hier in den MÜNCHNER NEUESTEN NACHRICHTEN  vom 10. November 1939. Im Gegenteil.

Offenbar wächst der Drang, den Nachbarn oder Kollegen undeutscher Tugenden zu überführen, geradezu lawinenartig an. Hier lesen wir aber welchen Geistes Thilo Sarrazin ist und auch die Deutsche Demokratische Republik, die Menschen einsperrte, die mit ihrer Arbeit zurückhielten, jeder eingewanderte Türke auf HARTZ IV -Garant für das Fortbestehen unserer antifaschistisch-demokratischen Grundordnung.

Der Reichstreuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Mittelelbe hatte in einer früheren Anordnung den Vertragsbruch, pflichtwidriges Fernbleiben von der Arbeit, jede Arbeitsverweigerung und jedes böswillige Zurückhalten mit der Arbeit unter Strafe gestellt. Er weist in diesem Zusammenhang darauf hin, daß dem Reichstreuhänder nur solche Fälle von Strafverfolgung gemeldet werden sollten, die ihm einen stichhaltigen Grund zum Eingreifen böte, falls sie sich auf anderem Wege nicht bereinigen ließen. Wer leichtfertige oder später in sich zusammenfallende Anzeigen erstatte, wie es mehrfach vorgekommen sei, habe zu erwarten, daß der Reichstreuhänder gegen ihn vorgehe. In besonders krassen Fällen werde Anzeige wegen wissentlich falscher Anschuldigungen erstattet werden.

Antifaschist in Aktion

Im düstern Auge keine Träne

Noch bevor der mutige arbeitslose Antifaschist in Berlin durch entschlossene Tat dem wächsernen Hitler und damit dem Leiden des jüdischen, polnischen , französischen etc. Volkes und dem II. Weltkrieg ein Ende bereitete, gab es diesen, ähm, Attentäter, diesen Georg Elser, schreibt der ZEITUNGSZEUGE, von dem, und das schreibt er auch, Pastor Martin Niemöller verbreitete, er sei Mitglied der SS, wodurch ihm die Anerkennung der mitinhaftierten, von Hitler enttäuschten, Kommunisten versagt blieb, ja, es trafen ihn sogar manch scheele Gedanken der künftigen Selbstbefreier von Buchenwald, und das hatte Georg Elser nun wirklich nicht verdient, nach dem mißglückten Tyrannenmord, nun auch noch für einen willigen Helfer des großen Volksschauspielers und Darsteller des Bruno Ganz in „Der Untergang“ gehalten zu werden. Schlimm genug, daß er für die SS  Tischlerarbeiten verrichten musste, als Sonderhäftling, und am 9. April 1945 gut zwei Wochen vor seinem verfehlten Opfer diese Welt verliess ohne das Bewußtsein, jemals Anerkennung zu finden.

Wie auch beim Attentat auf den unvergleichlichen und edlen Passauer Lebkuchenabschneider Mannichl ging nach dem Anschlag auf den  Führer und Reichskanzler des Deutschen Volkes ein Aufschrei der Empörung nicht nur durch den Blätterwald der deutschen Zeitungen, nein, auch die Presse des Auslands konnte sich vor Schmerz nicht fassen, Kriegsgegner ausgenommen. Wer einen Staatschef ermordet, der hat jedoch unsere Solidarität verdient, wissen wir ja schon am 10. November 1939 wie die Sache mit Hitler einmal enden wird, aber darf man das, einen gewählten, wenn auch vom Ausland  ungeliebten Staatschef einfach terminieren, wenn es  zur Abwendung künftiger Leiden ungeahnter Opfer geschieht? Auch hier weiß Georg Elser Rat, dessen Motiv der ZEITUNGSZEUGE zitiert:

Die von mir angestellten Betrachtungen zeitigten das Ergebnis, dass die Verhältnisse in Deutschland nur durch eine Beseitigung der augenblicklichen  Führung geändert werden könnten.

Was so ziemlich jedem von uns moralische Begründung genug sein müsste. Aber natürlich können wir die Erfahrungen vergangener Attentäter, die unsere ganze Sympathie geniessen, nicht einfach schematisch auf die Gegenwart anwenden, sind wir doch immerhin eine Demokratie, die unseres ganzen Schutzes bedarf, wie die augenblickliche Führung Deutschlands nicht müde wird, unablässig zu versichern.

Am 10. November 1939 schreiben die MÜNCHNER NEUESTEN NACHRICHTEN:

Und die Rede ist ausdrücklich nicht vom Retter der Welt, vom Heiland der Heiden, vom finsteren Lichtbringer Barack Obama, der das Reich Mordor nun doch nicht in ein neues Lothlorien verwandelt.


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