Die Lösung der Käsefrage

Brauchen wir 50 Sorten Käse zur Auswahl? Dieser Frage stellte sich DIE LINKE, Avantgarde der nichtwerktätigen und asozialen Klasse, und ließ uns auch gleich das Ergebnis ihres angestrengten Nachdenkens wissen, nein, der Mensch braucht das nicht, weshalb jetzt unbedingt der Kapitalismus, der nicht nur Krieg, Hunger und Elend planmässig hervorbringt, sondern auch die Naturressourcen  an  50 Käsesorten im Supermarkt bedenkenlos verschleudert, statt einfach Silberseen anzulegen, überwunden werden muss. Damit es das nicht mehr gibt. Hunger, Elend, Krieg und 50 Käsesorten. Im Supermarkt.

Schon lange klagen verdiente Genossen über die Unübersichtlichkeit an den Kühlregalen, wo früher eines von 1,50m  Länge reichte, müssen nun Meilen um Meilen abgeschritten werden, wobei viel wertvolle Zeit, die dem Klassenkampf verloren geht, unrettbar dahin ist. Der Sozialismus wird aber diesen nichtantagonistischen Widerspruch auflösen, wie er schon in der DDR aufgelöst wurde. Drei Sorten reichen völlig. Schnittkäse, Schmelzkäse und Stinkerkäse, welche Sorte der Bevölkerung der wieder- und besser errichteten DDR empfohlen werden wird, das beschliesst ein Parteitag der DIE LINKE, die sich dann endlich und zu Recht in Sozialistische Einheitspartei Deutschland umbenennen wird, weil sie  sich das verdient hat, nach 20 Jahren Kampf im Untergrund der bürgerlichen Parlamente.

Und so wird unser Leben heller, schöner, freundlicher und sortenärmer werden und wir werden uns Dingen zuwenden können, wie der Weltrevolution, die wirklich von Bedeutung sind. Denn was der Parteitag beschliesst, wird sein.

Bild-Quelle: Internetportal DIE LINKE. Mußte Arbeiten und fragt sich seither, „warum muß ich in einer Gesellschaft leben, in der man arbeiten muß?“

30 Antworten to “Die Lösung der Käsefrage”


  1. 1 Prosemit 22. März 2010 um 06:56

    Eine interessante Frage, ob man 55 Käsesorten braucht. Und gleichzeit eine entlarvende Frage, denn der Fragende hat nicht nur das Prinzip der Marktwirtschaft nicht begriffen, er hat gleichzeitig demonstriert, dass er nicht die geringste Ahnung vin Geschichte hat.

    Der vielgescholtene kapitalistische Jetztzeit bringt eine dramatische Verarmung der Anzahl Käsesorten mit sich. Früher…

    Wenigen ist bekannt, dass es alleine in München in der Neuzeit mehr als hundert verschiedene Biersorten auf dem Markt gab. Um 1600 gab es in München (nur als Beipiel) 74 Brauereien, die je nach Jahreszeit unterschiedliche Biere brauten. Nach den Verwüstungen des 30jährigen Krieges wurden immer noch 55 „echte“ Brauereien gezählt, neben den Hausbräu für den Eigenbedarf.

    Es wurden auf den Märkten hunderte verschiedene Käse angeboten, denn jeder Bauer, der käste, machte seinen eigenen Käse. Jede Sennerei war ihre eigene Käserei mit dem typischen eigenen Produkt. Daneben wurden auch noch die typischen italienischen und holländischen Käse importiert.

    Die Warenvielfalt war deutlich grösser. Heute herrscht im Supermarkt ein gut getarntes Einerlei, das unter vielen verschiedenen Labeln von einigen wenigen Grossbetrieben kommt.

  2. 2 Markus Oliver 22. März 2010 um 07:23

    Wer will sich denn auf bloß 50 Sorten Käse beschränken?

  3. 3 Markus Oliver 22. März 2010 um 07:28

    Hier beschäftigt man sich wissenschaftlich mit dem Thema.

    http://www.unisg.it/

  4. 4 Wilhelm Entenmann 22. März 2010 um 09:30

    „Weg mit dem Käse, Hummer für alle!“

    (zugeschrieben: Sarah. W.)

  5. 5 Wilhelm Entenmann 22. März 2010 um 09:32

    Das mit dem Bild hat nicht geklappt, hier der Link.

  6. 6 netzwerkrecherche 22. März 2010 um 10:54

    …lebte 1989 von Nachhilfe …

    Wem hat die denn nachgeholfen oder wo wurde ihr nachgeholfen, und wie kann als Politagitator davon leben?

    Ansonsten tut sie mir echt leid. Muß heimlich Hummer fressen und als guter ProletenführerIn öffentlich jeden Pfennig dreimal umdrehen.

  7. 7 Karl Eduard 22. März 2010 um 13:13

    Das war ja früher, bevor ihr der Kapitalismus den Hummerposten verschaffte. Im Sozialismus freilich, werden erst die alten, ergrauten Genossen mit Hummerprivilegien bedacht. Jugend soll ja vorwärts stürmen. Fauler Bauch stürmt nicht gern.

  8. 8 Prosemit 22. März 2010 um 13:31

    Brathering mit Bratkartoffel 1,30 M

    http://www.ansichtskarten-pankow.de/ddrkarte.htm

  9. 9 Wilhelm Entenmann 22. März 2010 um 15:22

    Was bitte ist (rechts unten, unter „Getlügel“):
    „Bratwurfcht mit Deibelfoke“ 1,80 M ?

  10. 10 Prosemit 22. März 2010 um 15:30

    @ Wilhelm Entenmann 22. März 2010 um 15:22

    das ist ein langes „deutsches“ s und das andere ist ein ß …

  11. 11 ostseestadion 22. März 2010 um 17:56

    teufelssoße ?

  12. 12 Prosemit 22. März 2010 um 18:13

    Der Deibel (Devil Etym. von Diablo – Diabolus) ist der Teufel

  13. 13 Sobaka 22. März 2010 um 18:27

    Frage an den Blogbetreiber:
    Haben Sie irgendwo russ. Filme in russ.Sprache mit deutschen Untertiteln. Über Ihre Hilfe würde ich mich freuen.
    Danke!
    Sobaka

  14. 14 Robin Renitent 22. März 2010 um 22:08

    Ich erinnere mich an eine TV-Sendung nach der Wende. Da fragte ein Fernsehteam, ich glaube es war in St. Petersburg, eine in einer Schlange wartende blonde russische Hausfrau, ob sie sich vorstellen könne, daß es in Berlin ein Kaufhaus gäbe, welches 1300 (!) verschiedene Käsesorten führt. Das Kaufhaus heiße KaDeWe.

    Die Antwort der Hausfrau: Braucht man nicht, wozu, sie sei froh wenn sie eine Sorte Käse bekäme…

    So ändern sich die Zeiten.

  15. 15 Wilhelm Entenmann 22. März 2010 um 23:40

    @Prosemit

    Psst, ich kanns schon lesen, zwar mühselig, aber für eine Bestellung würds gerade reichen. 😉

    Mir ist hier nur wieder einmal mehr klar geworden, dass sehr vieles an Wissen verloren gehen wird, weil es bald niemand mehr lesen werden kann bzw. die Mühe dazu scheuen wird.
    Ich kann dei Schrift gerade noch lesen, wenn ich mich denn anstrenge – als Kind blätterte ich im alten Lexikon meiner Großmutter und habs mir so die Schrift ein Stück antrainiert.

  16. 16 Karl Eduard 23. März 2010 um 02:57

    @Sobaka

    Kann ich nicht mit dienen.

  17. 17 netzwerkrecherche 23. März 2010 um 08:11

    @Entenmann
    Dazu noch Berliner Schnauze mit Soße: „Jebratene Leba“ oder „Bulljong“. Und der Broiler hieß noch Bratvogel.

    Es ist zwar ein häßlicher Schrifttyp, aber man muß den Speisekartenschreibern lobend zuerkennen, daß sie, im Gegensatz zu den heutigen Überschriftensetzern der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, das lange und das runde s richtig zu setzen imstande waren.

  18. 18 Prosemit 23. März 2010 um 08:49

    Das „s“ gibt mir die Chance, noch einmal auf die meiner Meinung nach mit Abstand beste Seite zu Fonts hinzuweisen und zu den grossen Deutschen Schriftschneidern Koch und Klingspor.

    http://moorstation.org/Koch_Memorial/type/schriften.htm

    Klicke, um auf ChronikKlingspor.pdf zuzugreifen

    Leider geht mit der völlig verhunzten Arial Type das Gefühl für gute Schrift und ein gutes Schriftbild völlig verloren. Der einzige Vorteil der Arial war damals, dass sie Microsoft kostenlos bekam, weil sie kein ernsthafter Drucker haben wollte…

  19. 19 EisbärIn 23. März 2010 um 09:09

    Jo, das mit dem vielen Käse ist schon höchst ärgerlich. Viel schlimmer ist aber, dass es so viele Parteien gibt! Wenn man das Parteienspektrum beschränken würde (am besten auf nur eine Einheitspartei), und nur noch genehme Parteien zulassen würde, dann müsste niemand mehr vor dem Amtsgericht Leipzig erklären, warum er für die falsche Partei kandidiert. (hier: http://nachrichten.lvz-online.de/region/wurzen/brandis-taeter-christian-k-muss-drei-jahre-hinter-gitter/r-wurzen-a-22340.html offenbar so geschehen – vierter Abschnitt von oben)

  20. 20 abschnittsbevollmaechtigter 23. März 2010 um 09:23

    … muß den Speisekartenschreibern lobend zuerkennen, daß sie, im Gegensatz zu den heutigen Überschriftensetzern der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, das lange und das runde s richtig zu setzen imstande waren.

    Richtig. Das waren ja auch noch Schriftsetzer und keine »Mediengestalter«.
    Bei der F.A.Z. ist das übrigens gewollter, bewußt herbeigeführter Analphabetismus. Man war der Meinung, daß man jüngere Leser vergrätzen könnte, wenn man recht schriebe. Also hat man entschieden, das Niveau zu senken, um es mit heutigen Bildungsstandards kompatibel zu machen. Diese Zeitung entwickelt sich immer mehr abwärts. Früher war man dort in der Redaktion mal der Meinung, daß man eine pornographische Zeitung daran erkennte, daß sie ein Bild auf der ersten Seite habe. Aber heute …

  21. 21 Prosemit 23. März 2010 um 09:47

    Hier ein Beispiel für richtigen Gebrauch von langem und runden „S“, auf das Netzwerkrecherche anspricht..

    Schrift und Satz von Rudolf Koch, einem der ganz Großen.

    http://tinyurl.com/ydrxee6

  22. 22 PPQ 23. März 2010 um 10:46

    50 Sorten Käse braucht kein Mensch, jedenfalls nicht an einem Abend. Aber an zwei oder drei? Sicherlich, da ist nicht dagegen zu sagen. Sarah hat ja auch mehr als 50 Sorten Unterwäsche, dabei würden zwei oder drei, abwechselnd getragen, völlig reichen.

    Die große Frage des Tages ist jedoch: Scheitert das SPD-Verbot?

    http://www.politplatschquatsch.com/2010/03/scheitert-das-spd-verbot.html

  23. 23 Prosemit 23. März 2010 um 13:06

    Noch eine Anmerkung zu Fonts und Arial oder Times New Roman…

    Für mich herausragende Font sind

    serifenlos : Frutiger

    http://de.wikipedia.org/wiki/Frutiger

    mit Serifen : Caslon (der Klassiker)

    http://de.wikipedia.org/wiki/Caslon

    und als elegante, etwas verspielte und weitgehend unbekannte Serifen Schrift die Antykwa Toruńska, eine Fontfamilie mit sehr polnischem Einschlag und schönem Schriftbild. Freier, kostenloser Font.

    http://nowacki.strefa.pl//torunska-d.html

  24. 24 Faber 23. März 2010 um 21:59

    Radfahrbeene? Ofenrohr? Gut, daß ich im Westen aufgewachsen bin, da gab es wenigstens „Apachenpimmel“ und „Saure Zipfl“ („Leichenfinger“, wie der Kenner auch sagt).

    Ach, Prosemit, wo ich Dich hier gerade „treffe“: Du scheinst mir auf dem Font-Gebiet nicht ganz unbedarft zu sein. Weißt Du zufällig, ob man mittlerweile die originale Helvetica irgendwo „preisgünstig“ herunterladen kann? Besser gesagt: Für lau?

  25. 25 Prosemit 24. März 2010 um 07:06

    @ Faber

    ich würde gerne helfen, habe aber keine „Adresse“, die die originale Linotype Helvetica liefert. Ich kann mir vorstellen, dass es über Google schwer fallen dürfte, denn auch Linotype kämmt das Web nach Copyrightverletzungen durch.

  26. 26 abschnittsbevollmaechtigter 24. März 2010 um 07:49

    Hier spricht die Deutsche Volkspolizei: Das Herunterladen kommerzieller Schriften ist illegal.

  27. 27 netzwerkrecherche 24. März 2010 um 13:39

    @abschnittbevollmächtigter
    Es gibt keine Deutsche Volkspolizei mehr, nur noch MitbürgerInnenbegleitpersonal.

  28. 28 netzwerkrecherche 24. März 2010 um 13:49

    @prosemit
    Die moorstation.org ist zwar gut gestaltet, aber wer das ſ mit dem s vergewaltigt, sollte lieber in Latein schreiben. Bei denen gehört der Schutzmann auch nicht in die Wachſtube, sondern in die Wachstube. Mir rollen sich jedesmal die Zehennägel hoch, wenn ich auf der Landstraße so einen pseudoalterthümlichen Gas-traum betreten soll, wo ich eigentlich einen Gaſtraum suche.

    Wenn man sich erst einmal in die deutschen Lettern eingewöhnt hat, dann ist der Lesefluß auch dank der beiden ſ/s und der Ligaturen verbessert und ein dickes Buch in viel kürzerer Zeit erlegt.

  29. 29 Prosemit 24. März 2010 um 14:06

    netzwerkrecherche 24. März 2010 um 13:49


    Wenn man sich erst einmal in die deutschen Lettern eingewöhnt hat, dann ist der Lesefluß auch dank der beiden ſ/s und der Ligaturen verbessert und ein dickes Buch in viel kürzerer Zeit erlegt.

    Oh ein/e GesinnungsgenossIn 😉

    Man trifft selten im Internet Leute, von der Typoszene abgesehen, die das Lesen auch vom Schriftbild abhängig machen. Alleine schon das Wort Schrift“bild“! Ich gestehe, dass ich eine sehr altmodische Ader für das gute Buch habe, meine Familie hält mich zwar für einen Bibliomanen, aber ich bin allerhöchstens Bibliophiler. Guter Satz und Druck, wie bei Eugen Diederichs, von dem das obige Koch Beispiel entnommen ist, oder William Morris ist heute so selten geworden. Und die Pressendrucke Szene ist sehr sehr dünn. Ein gut gesetztes, gedrucktes, gebundenes Buch in der Hand zu halten kann schon Genuss an und für sich sein.

  30. 30 Faber 25. März 2010 um 05:32

    @Prosemit

    Danke trotzdem. Ich lasse die Connaisseure dann mal alleine…

    @abschnittsbevollmaechtigter:

    „Das Herunterladen kommerzieller Schriften ist illegal.“

    Ich tue niemals etwas illegales.


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