Archiv für 23. März 2010

Die Marmeladenbrotfrage

Sollte die Intelligenz eines Bundespräsidenten nicht tendenziell höher als tendenziell niedriger sein? Solch gewichtige Fragen bewegen den ersten Mann im Staate und natürlich könnte man jetzt sagen, sowohl aus auch, aber kann uns das befriedigen? Und wer ist er denn, der Horst Köhler, der der Meinung ist, die Deutschen fahren tendenziell nicht weniger  Auto, weil er das nicht mehr tut, denn er wird ja gefahren? Ich zum Beispiel, würde sofort mit dem Autofahren aufhören, würde mich täglich die Fahrbereitschaft zur Arbeit bringen und zwischendurch meine gebrechliche Anverwandte, die keine 100 m mehr zu Fuß zurückzulegen in der Lage ist, zum Arzt, zur Apotheke oder in den Konsumtempel, wo sie sich an den bunten Sachen erfreut, die  schweissige Arbeiterfäuste unter der Knechtschaft profitgieriger Kapitalistenschweine in Kinderarbeit angefertigt haben.

Wer also ist Horst Köhler? Er ist eine moralische Instanz. Das ist er. Ein Mann, der unverbindlich daherlabern darf und Balsam auf die eingebildeten Wunden fauler Zugewanderter schmieren, in dem er ihnen schmeichelt und Märchen erzählt, wie sehr wir sie brauchen, beim Gemeindekassen plündern, weil die deutsche Regierung und die einheimischen Fälle von „ich mußte arbeiten und seither frage ich mich, wie kann man in solch einer Gesellschaft leben, wo man arbeiten muß, will man auch essen“ es nicht alleine schaffen? Die Kassen zu plündern.

Als moralische Instanz muß man keine Ahnung haben, wovon man spricht. Oder aber man hat Ahnung und veralbert die Leute. Ich kann es mir aber schlecht vorstellen bei Leuten wie Horst Köhler, die die inkarnierten Weihnachtsmänner, Osterhasen und Pfingstochsen in einer Person verschmelzen und eventuell noch das Jesuskind  in seiner Wiege, süß und unschuldig.

Wir, die wir aber die Quellen des historischen und dialektischen Materialismus studiert haben, wie auch die politische Ökonomie des faulenden, absterbenden und parasitären Kapitalismus, der in Deutschland so widerwärtige Erscheinungsformen hervorbringt, wie das Amt des Bundespräsidenten, dessen Inhaber die revolutionären werktätigen Massen einlullen soll, mit seinem Tendenzgeschwätz, wissen, von nix kommt auch nix. Und wer dem Proleten die Ausgaben erhöht, die dieser aufwenden muß, um sich beim Kapitalisten im übernächsten Bundesland zu verdingen, bei gleichzeitiger Verschlechterung der Absetzbarkeit solcher Ausgaben mittels der Steuererklärung, der erklärt nicht nur dadurch der werktätigen Klasse den Krieg gegen die Hütten, nein, er befürwortet allgemein die Erhöhung der Lebenshaltungskosten. Die Marmeladenbrotfrage sozusagen.

Die Verteuerung der Marmeladenpreise, die einherging mit einer faktischen Lohnkürzung, in Form der Anhebung der Arbeitsnormen, trieb  die Arbeiter der Stalinallee in Berlin 1953 zum Streik gegen die Avantgarde der Arbeiterklasse, also der Leute, die sich fragten, sollte die Arbeitsproduktivität nicht tendenziell steigen, wenn der Arbeiter weniger für Essen, Kleidung und Wohnen zur Verfügung hat, sich also mehr anstrengen muß? Eine durchaus richtige Fragestellung, die aber von falschen Voraussetzungen ausging, hatten die Werktätigen in der DDR doch keine Möglichkeit, Mitglied von HARTZ IV zu werden und der Füllhörner der TAFELfreuden teilhaftig. Heute haben wir freilich aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt.

Wem heute der tendenzielle Bundespräsident den Luxus, auf Schiffe, in Fabriken und den Schacht zu eilen, um sein täglich Brot zu verdienen, wenn froh die Sirene erklingt, geißelt und ein einerseits und andererseits plauscht, dann hat der Matrose, der Arbeiter und der Bergmann die Möglichkeit, kühl zu kalkulieren, lohnt es sich noch, das Auto zu besteigen und damit vom Norden der Republik um einen Hungerlohn in den Süden zu pendeln oder geniesst er gleich das bedingungslose Grundeinkommen, das ihm die Arbeiterpartei SPD zur Verfügung stellte, freilich auf niedrigerem Niveau als DIE LINKE es fordert, weil Opposition nun mal fordern muß, bis sie die Macht übernommen hat.

Das wiederum hätte allerdings einen Wegfall an Lohnsteuer und Mineralölsteuer, sowie der beliebten Ökosteuer bei den Betroffenen zur Folge, woran man gleich merkt, dieser Bundespräsident kommt aus der Wirtschaft! Er denkt in komplexen Zusammenhängen. Andererseits schlüge eine Verteuerung der Versteuerung der Benzinpreise wieder auf alle Waren durch, die von irgendwoher in die Städte geschafft werden müssen und der umweltbewußte Stadtbewohner, der mit Bussen und Bahn, sowie mit dem Fahrrad zum Amt fährt, um sich da sein Geld abzuholen, weil unsere Städte industriefrei sein müssen, wegen der Lebensqualität, würde sich am Kopf kratzen und die Bäckersfrau beschimpfen, weil die Brötchen wieder teurer geworden sind. Wegen der Raffgier der raffenden Backwarenindustrie.

Nicht verschweigen wollen wir auch, weil das der geliebte Bundespräsident auch nicht tut, die Verteuerung der deutschen Waren für den Export, die mittels LKW befördert werden, denn es gibt durchaus Länder, in die wird mit dem LKW transportiert. Dann muß sich der Unternehmer überlegen, ob es sich für ihn noch lohnt, etwas in Deutschland zu unternehmen, wo der Staat doch intensiv daran arbeitet, ihm das Konkurrieren mit seinen Mitbewerbern um die Gunst der Käufer  so schwer wie möglich zu machen und wo das Unternehmen beschliesst, im Ausland ist es viel schöner, da wandert nicht nur die Gewerbesteuer aus, sondern auch die Lohnsteuer und viele Migrantenschnäbel könnten ungefüttert bleiben, weil das Geld ausgegangen ist und keine Absicht zeigt, jemals zurückzukehren.

Diesen Zusammenhang zu begreifen, sind aber weder die Städter noch der Bundespräsident in der Lage, womit eindeutig bewiesen ist, er ist ein Mann aus dem Volk, gestellt an den Platz, wo er steht, ein zweiter Wilhelm Pieck sozusagen und Führer seiner Klasse. Eine moralische Instanz eben. Und von der kann man nicht mehr verlangen als sie bereit ist zu geben und das ist doch auch ganz schön viel. Für seine Verhältnisse.

Eine moralische Instanz ist aber auch dieser Günter Grass, der seine Mitgliedschaft in der Schutzstaffel über lange, lange Jahre vergaß und nun dem Schriftstellerverband der DDR erzählt, wie mutig er, Günter Grass gewesen wäre, wäre er Mitglied des Schriftstellerverbandes der DDR gewesen und Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands und Bürger der Deutschen Demokratischen Republik. Dann hätte sich die DDR nicht selbst ökonomisch umgebracht. Und das will ich ihm gerne glauben.

Eine andere Erklärung als „die Körperfresser waren wieder da“


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