Archiv für April 2010

Netz gegen Nazis erfolgreich

Der Brandenburger Anzeiger berichtet am 20. Septemer 1940 über dieses schöne Beispiel von Zivilcourage, ein Erfolg, den sich heute das Netz gegen Nazis an die ordengeschmückte Brust heften könnte, unterweist es doch unermüdlich seine Besucher, wie die, die das Netz gegen Nazis als Staatsfeinde ausgemacht hat, zu erkennen sind.

Belohnung für die Festnahme eines Landesverräters

Berlin, 20. Sept. Der Chef der Sicherheitspolizei hat einen Schuhmacher aus Brotdorf als Anerkennung für besonders geschicktes und umsichtiges Verhalten bei der Festnahme und Überführung eines Landesverräters eine Belohnung von 250 Mk. überweisen lassen.

Der Landesverräter wurde zum Tode verurteilt.

… Und als Dotierung gibt es einen Preis des Bündnis für Demokratie und Toleranz oder alternativ 250 Reichsmark, wofür der so Ausgezeichnete 500 Mal den Eintritt in die ADLERTERRASSEN quasi frei hat, dort treten Fritz Amsel auf, der bekannte Berliner Komiker, Thea Wolter, die aparte Humoristin, der große Erfolg Rolf Wolter und Lesma, die jugendliche Tänzerin. Also nichts wie hin und verdient Euch die Kohle.

Hasch mich ich bin der Mörder

fällt mir dazu nur ein. Das ist eben das schöne an der Demokratie, daß ihre Feinde und die Unterstützer ihrer Feinde so zahlreiche Unterstützer haben, unter den Demokraten, die Klagelieder in die Journalistenkamera jodeln. Und was soll schlimm daran sein, den Kämpfern, wie die Taliban liebevoll genannt werden, die gegen die bewaffneten und unbewaffneten Amerikaner, Kanadier, Briten, Deutschen, Afghanen oder Koreaner in Afghanistan kämpfen, warme Socken, Regenumhänge und Schlafsäcke zu schicken, damit sie es ein wenig komfortabel haben? Und warum ist das der DIE LINKE noch nicht eingefallen? Die könnte ja Säure schicken, es gibt noch viele unverätzte Schülerinnengesichter in Afghanistan und hinter der Burka ist das sowieso Wurscht. Das wäre doch mal gelebte Solidarität, Genossen, nicht immer nur fordern, Bundeswehr raus da, weil sie die Taliban beim Morden stört, sondern handeln!

Verschwörung der Bartträger

Rock für Griechenland

Namhafte Musiker haben jetzt, im Angesicht der fortschreitenden Entwertung des Euro, einer erneuten Halbierung aller Ersparnisse oder sogar ihrer Drittelung bei der zu erwartenden Währungsreform, zu einer Kampagne „Rock für Griechenland“ aufgerufen. Darunter sind bekannte Größen, die bereits die Armut in Afrika, den drohenden Weltuntergang im Atomkrieg und den Klimawandel erfolgreich mit Schallwellen und Kompositionen bekämpften. Seither gibt es keine Armut in Afrika mehr, keine Atomwaffen und auch das Klima wandelt sich nur noch planmässig auf Geheiss Angela Merkels und ihres treuen Klimaadepten Professor Schellnhuber.

„Wir werden so lange auf der Bühne stehen, bis wir die Staatsschulden jedes einzelnen EU-Staates hinweggespielt haben, und müssten wir dafür alt werden, wie beispielsweise ein Baum.“ So einer der, bescheiden nicht genannt wollenden, Musiker. „Wir müssen alle nur den Arsch heben und die Zähne auseinander bekommen.“ Und wer will sich dem nicht anschliessen?

Gabi ist Pleite

Heraus zum Ersten Mai

Wie auch in früheren Dekaden veröffentlichte das  Zentralkomitee der Partei kurz vor dem Ersten Mai, Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse, die Losungen, mit denen wir, die Arbeiter, Bauern und Angehörigen der Werktätigen Intelligenz, unsere unverbrüchliche Treue und unser Urvertrauen zur PARTEI demonstrieren können, die uns alles gegeben hat. Sonne und Wind. Und die damit nicht geizte. Ziegel zum Bau und den großen Plan, Erfurt Nazi frei zu machen. Als Hauptparole gilt natürlich die vom Genossen Ramelow ausgegebene Losung: Erster Mai – Nazi frei, die sowohl auf Schildern, Transparenten oder in Sprechchören dargeboten werden darf, dem Einfallsreichtum unserer Genossen sollen da keine Grenzen gesetzt werden. Entschlossen skandiert werden kann auch:

Bodo, zeige Heldenmut – vernichte diese Braune Brut!

In Anerkennung der schier unmenschlichen Anstrengungen, die Genosse Ramelow täglich unternimmt, um die deutsche demokratische Republik vor einem zweiten 1933 zu bewahren, obwohl die Angehörigen der Armee des Volkes und der bewaffneten Organe unermüdlich auf Friedenswacht stehen, sollte diese Losung insbesondere beim Vorbeimarsch an der Ehrentribüne erschallen. Der Vorschlag, da bekommt der Bodo Wut: Erster Mai mit Brauner Brut, muß leider abgelehnt werden, suggeriert er doch, die friedliebenden Menschen Erfurts, die unter Führung DER PARTEI aufstehen, um nie wieder nationaler Sozialismus zu rufen, wir wollen den internationalen, hätten diesen Kampf bereits verloren, noch ehe er begonnen hat.

Ob am 2. Mai die als Nazis Identifizierten und Vertriebenen, in ihre Häuser  zurückkehren dürfen, das wird am Abend des Ersten Mai durch den Genossen Ramelow entschieden. Es ist aber wahrscheinlich, schliesslich ist die rituelle Austreibung von Nazis fester Bestandteil der neueren sozialistischen Traditionen geworden, die sich in der Bevölkerung wachsender Zustimmung erfreut und beliebig oft im Jahr zelebriert werden kann. So schafft der Sozialismus neue Bräuche, eine erfreuliche Entwicklung, zeigt sie doch, daß die Befreiung unserer Menschen von abergläubischen Festen, wie Ostern oder Weihnachten, gerne angenommen wird.

Genosse Ramelow spricht

Prioritäten

Ein bundesweites Naturschutzprojekt für die vom Aussterben bedrohte Feldlerche ist in Sachsen-Anhalt erfolgreich gestartet. 16 Agrarbetriebe des Landes haben bei der vergangenen Herbstausaat von Wintergetreide auf 55 Äckern insgesamt 336 sogenannte Fenster für die Vögel angelegt. Auf diesen etwa 20 Quadratmeter großen Flächen wurde kein Samen ausgebracht, damit die Vögel nun im Frühjahr dort brüten können …

Und ist das nicht herrlich, wenn der Berliner, Hamburger oder der Einwohner  Magdeburgs nun sicher sein kann, auch in hundert Jahren wird über den Äckern Sachsen-Anhalts jubelnder Lerchengesang zu hören sein, wenn er wahrscheinlich auch gar nicht weiß, wie eine Lerche aussieht und wie sie  singt? Da kann man nur hoffen, die aussterbende Feldlerche erkennt diese Brutfenster auch als solche Brutfenster an und nicht, daß es nachher an der notwendigen Beschilderung fehlt, „nur für Feldlerchen“, und die wieder planlos irgendwo brüten, wo sie dann der Traktor überrollt. Ich liebe Lerchen übrigens erst, seit ich weiß, wie sie singen und wie sie aussehen, dem Großteil der Bevölkerung dürfte ihr Schicksal also am Hinteren vorüberdriften. Und nicht, daß ich diese Maßnahme mißbilligen würde aber worum ging es in der deutschen Landwirtschaft eigentlich ursprünglich? So sah der Fortschritt aus als sich Bauern damit beschäftigten, Lebensmittel zu produzieren, die heute irgendwie im Supermarkt wachsen, wo sie von freundlichen aber ausgebeuteten Verkäuferinnen von Paletten geerntet und in die Regale gestellt werden.


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