Archiv für 9. April 2010

Entgittert und vorgestorben

Altes vom ZEITUNGSZEUGEN: Vor einiger Zeit waren die gußeisernen Umfriedungen in der Reichshauptstadt Berlin dran, die den Eisenhunger des Nationalsozialismus stillen mussten, nun trifft es auch die Privaten. Gängelungen, bis hinein in den Vorgarten und ein Schelm, wer da an die Glühlampenverordnung der EU denkt. Die führt einen anderen Krieg, nämlich den, zur Rettung des Klimas und da wird doch wohl kein Patriot zurückstehen! Gib doppelt! Fordert das NSW und man kann sich die langen Gesichter der Bevölkerung vorstellen, die seit 1933 regelmäßig von Sammlertrupps heimgesucht wird, die erwarten, daß man etwas in die Sammelbüchse tut, eine Art Steuer neben den anderen Steuern. Und Gelegenheit, seine Zustimmung zum Nationalsozialismus zu zeigen, das müsste unserer Regierung auch noch einfallen, Sammelbüchsenkolonnen ausschicken, von der Antifa oder der GRÜNEN JUGEND, die dann an der Haustür fragen, ob jemand etwa Rechter ist, weil er nur so wenig oder gar nichts gibt. Und ob er die Griechen, Türken oder DIE LINKE etwa verhungern lassen will, man weiß doch, wo sein Auto parkt.

BEILAGE ZUR OSTFRIESISCHE TAGESZEITUNG FÜR DEN STADTKREIS EMDEN, Mittwoch den 15. Mai 1940 Sofort entgittern! Bekanntlich ist vor kurzer Zeit der Aufruf des Generalfeldmarschalls Göring ergangen, die eisernen Einfriedungen sofort zu entfernen. Die Behörden und die Stadtverwaltung haben die notwendigen Maßnahmen getroffen, dieser Anweisung genüge zu leisten. Von den städtischen Häusern und öffentlichen Gebäuden sind die Gitter ja schon im vorigen Jahre größtenteils entfernt worden.

Jetzt ist die Zivilbevölkerung an der Reihe. Bis zum 1. Juni muß der erste Abschnitt der Entgitterung erfolgt sein. Das heißt, wer seine eiserne Einfriedungen an den Vorgärten oder Häusern usw. ohne Kosten für sich entfernt haben möchte, muß dies bis zum 1. Juni getan haben.  In diesen Tagen wird allen Hausbesitzern ein Merkblatt über die Entgitterung zugestellt. Es enthält am Schluß einen abtrennbaren Fragebogen, auf dem mitgeteilt werden soll, wieviel Eisen anfällt und auf welche Weise die Entgitterung erfolgen soll. Es scheint sehr zweckmäßig, diesen Fragebogen sofort wieder zurückzugeben. Wer dazu in der Lage ist, Eisengitter selbst zu entfernen, möge das schnellstens tun. Es scheint in  der Bevölkerung die Ansicht zu bestehen, als ob die Maßnahme wahrscheinlich nicht voll durchgeführt würde.

Über die Notwendigkeit der Entgitterung braucht man nichts mehr zu sagen, ebenso auch darüber nicht, daß Eisen und Stahl heute in verstärktem Maße gebraucht wird. Wer wollte jetzt zurückstehen! Schnelle Entgitterung ist doppelt wertvoll. Darum hinweg mit den Eiseneinfriedungen und eisernen Pforten!

250 Mütter werden geehrt. Arbeitstagung der Ortsgruppenleiter und des Kreistages. … Es wurde dann über die Entgitterung gesprochen. Um den Emder Einwohnern den Einwand zu nehmen, daß erst die behördlichen Gebäude mit der Entgitterung beginnen sollten, sei mitgeteilt, daß die Entfernung der Gitter von allen städtischen und sonstigen behördlichen Gebäuden im Gange ist. Eine Ausnahme wird vorläufig die Einfriedung des Gaswerks bilden, auf die man aus Sicherheitsgründen nicht verzichten kann. – Es wird erwogen, auch dieses Gitter alsbald zu entfernen. …

Und wichtig, auch weil es kontrolliert wird:


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