Archiv für 16. April 2010

Eine Schweizerin muß flüchten

BASLER NACHRICHTEN. FREITAG 31. MAI 1940,  ZEITUNGSZEUGE.

Eine Schweizerin muß flüchten

Wenn die folgenden Schilderungen einer Auslandsschweizerin auch ins letzte Jahr und in uns weit zurückliegend erscheinende Ereignisse führen, mag dieses Flüchtlingsschicksal uns an unsere mittellos aus den Kriegsgebieten eintreffenden Landsleute erinnern und zu erneuter Hilfeleistung ermuntern. Red.

Es war Anfang September. Die  Nachrichten waren schon erschreckend und die deutschen Truppen rückten immer mehr vor. Unter den schweren Bombardierungen flüchteten die Einwohner von Pomeranien und Posen nach Osten. Da vorauszusehen war, daß auch in unserer Gegend die Bombardierung bald einsetzen würde, begab ich mich, einer Vorsichtsmaßregel folgend, mit meinen zwei Kindern und meiner treuen Dienerin zu einem Forstmeister, der etwa 12 Kilometer von uns entfernt in der Nähe der Wälder wohnte. Einige Tage später überflogen deutsche Bomber Wolhynien und zerstörten die Bahnhöfe und die Transportzüge der Verwundeten. Sobald wir das Summen der feindlichen Flieger vernahmen, verließen wir das bescheidene Häuschen, um in den Wäldern Zuflucht zu suchen; wir harrten stundenlang aus, Seite an Seite gedrängt, versteckt durch die Kronen der Bäume, in dem wir die im Kreise fliegenden Bomber beobachteten. Tausende von Flüchtlingen durchzogen trotzdem zu jeder Tagesstunde unseren Wohnort. In Bauernwagen eingepfercht, mit ihrer traurigen Habe, Zivilisten, Frauen, Kinder, Greise, alles durcheinander, war es die hoffnungslose Wanderung eines erschöpften Volkes, das gegen Osten gerade vor sich hinzog. Ihr Mitleid erregender Blick bat um Hilfe – ein Glas Milch, ein Bissen Brot. Ich bot ihnen an, was ich hatte und hörte erschüttert den Bericht der furchtbaren Szenen an, die sie erlebt hatten.

Eines Tages rief mich mein Mann telephonisch sofort nach Hause zurück. Die Sowjettruppen hatten soeben die Grenze überschritten und würden bald bei uns eintreffen. Sogleich brach die Panik im Dorfe aus. Die meisten Leute entschlossen sich auf der Stelle, den Ort zu verlassen. Wir aber blieben und – uns der Vorsehung anvertrauend – erwarteten wir die Ereignisse. Anderen Tages, am 18. September, marschierten die Sowjettruppen in unserem Dorfe ein; es gab blutige Scharmützel zwischen den Roten und polnischen Soldaten, die sich nicht ergeben wollten. Ein roter Ausschuß organisierte sich sogleich, mit dem Schumachermeister des Dorfes an der Spitze. Man konnte schon nichts mehr kaufen. An die zurückgebliebenen Dorfbewohner wurden Karten verteilt mit schmalen Rationen. Auch persönliche Rachsucht wütete bereits. Ein Förster wurde in den Kerker geworfen und nur der Bittgang seiner Frau zu einem Mitglied der G.P.U. rettete ihn. Die Kühe der Bauernhöfe wurden als nationales Eigentum erklärt, der Grundbesitz verteilt und eine Generalabstimmung sollte alle Unterschriften herbeibringen zur Ernennung des bolschewistischen Oberhaupts des Lokal- Sowjets.

In diesem Zeitpunkt entschieden wir uns zur Abreise. Mein Mann hatte sich geweigert zu stimmen und erwartete daher von einem Augenblick zum anderen seine Verhaftung. Wir nahmen ungehindert den Zug von T. nach Kowel; er war von roten Truppen überfüllt und wir verbrachten die Nacht stehend im Gang des Eisenbahnwagens, ich mit meinem kleineren Sohn auf dem Arm. In Kowel mußten wir auf dem Fußboden des Bahngebäudes schlafen, neben Tausenden von Flüchtlingen, die wie wir auf den nächsten Zug warteten, der wieder zu fahren begonnen hatte. Im überfüllten Wartesaal war der Geruch dermaßen erstickend, daß wir die Fliesen des eiskalten Ganges vorzogen, wo diejenigen sich auf Decken ausstreckten, die sich, wie wir, nicht vor der Kälte fürchteten. Am nächsten Tag, gegen 5 Uhr, gab es einen Kampf ohne Gnade, um den Güterwagenzug zu besteigen, der uns nach D. führen sollte. Dort waren wir überglücklich, ein winziges Zimmerchen zu finden bei einer jüdischen Frau, die ihr Haus voller Flüchtlinge hatte. Es war unmöglich, einen Laib Brot zu erstehen. In den Straßen marschierten Kosaken vorbei, ferner Tscherkessen mit ihren hohen Mützen, und daneben defilierten mit weiblichen Sowjet-Soldaten vollbesetzte Lastwagen an uns vorbei.

…Nach zwei Monaten Wartezeit und Not, in unmöglichen  Lebensverhältnissen, wo wir des nachts durch ununterbrochenes Schießen aufgeschreckt wurden, des Tages durch den Anblick der Elenden auf der Straße so erschüttert, daß man die Augen schloß, um nichts mehr zu sehen, wo die kalte Feuchtigkeit eines unheizbaren Zimmers schrecklicher war als die Kälte draußen – nun endlich ist es die Rückkehr in die Schweiz, wo wir, wie der Vogel auf dem Zweig, auf eine bessere Zukunft warten.  L.de M.

Schwindende Zustimmung

Nur noch 27 Prozent der Bevölkerung, so erfuhr die BBC in einer aktuellen Umfrage aus Anlaß der großartigen Rücknahme des britischen Expeditionskorps in Frankreich 1940, befürworten eine Forführung des Krieges des britischen Empire auf dem Kontinent. Nach dem letzten Bericht der BBC über den Tod vieler englischer und französischer Soldaten, die von weniger moderaten Kämpfern der deutschen Nationalsozialisten überfallen wurden, als sie dort ihr friedliches Aufbauwerk verrichteten, ist der moralische Rückhalt für die Regierung auf ihrem bisherigem Tiefstand.

Damit kann der Regierungssender stolz auf das schöne Ergebnis seiner jahrelangen Sendetätigkeit sein, in der immer wieder scharf nachgefragt wurde, ob es richtig sei, Beistandsversprechen an Polen abzugeben, die man nie einzuhalten gedenke und ob es nicht besser wäre, den alten Feind  von Anfang an seinem Schicksal zu überlassen, ohne teures Kriegsgerät nach Frankreich zu schaffen, um es dann dort den Deutschen zu übergeben. Immer wieder waren auch namhafte Bischöfe an  die Mikrophone getreten und hatten erklärt, Krieg sei nicht im Sinne Gottes und nur sie verfügten über den exklusiven heißen Draht zu ihm, mehrmals hätte Gott geraten, vor allem während des Kraftfahrzeugsfahrens unter Vollrausch, sich doch mit dem deutschen Reichskanzler Adolf Hitler einmal zusammenzusetzen und in Ruhe mit ihm über die Aufteilung der Interessenspähren zu diskutieren, schliesslich seien die Nazis doch auch Menschen mit durchaus angenehmen Umgangsformen und man denke bereits über eine Nationalsozialistenkonferenz nach, um die Wünsche der durchaus integrierten englischen Faschismusanhänger zu erfahren.

Die Sache mit den Juden und den Anhängern der ehemaligen deutschen  Opposition, von denen England auch einige aufgenommen hat, die vor dem Terror in Deutschland flüchteten, würde indes nicht so gravierend betrachtet, viel schlimmer wäre doch, so bekannte Arbeiterführer, daß bei den Angriffen der königlichen Luftwaffe immer häufiger auch unbeteiligte Zivilisten sterben würden, ja, man vermute, durch den Einsatz des Expeditionskorps würden mehr Unschuldige getötet als Wehrmachtsangehörige und das Leid der Zivilbevölkerung ins unermessliche gesteigert. Hingegen wären Opfer unter den eigenen Soldaten nichts als der Ausdruck verletzter deutscher Gefühle, letztendlich hätte ja die jahrhunderte lange Vorherrschaft Englands die Deutschen dazu getrieben, sich Extremisten anzuschliessen, auch bedingt durch die wirtschaftliche Not, über eine Aussteigerprämie, die an aussteigerwillige deutsche Nationalsozialisten in Höhe von 250   Pfund ausgezahlt werden soll, wird bereits diskutiert.

Der Premierminister gab inzwischen zu verstehen, er könne die Bedenken der englischen Bevölkerung durchaus nachvollziehen. Mit einem Austritt aus dem Kriege wird nach dem Mittagessen gerechnet.

Im Dunkeln kommen die Taliban

Und wie man vernimmt

hat die merkelgemachte Plattentektonik diesen isländischen Vulkan ausbrechen lassen, der nun deutsche Flugzeuge am Fliegen hindert, mit seiner Aschewolke. Natürlich wissen wir, daß dieser Vulkanausbruch bitter nötig war, um die merkelgemachte Erderwärmung zu stoppen, die uns schon seit Dezember so quält, hätte die Frau da aber nicht einen günstigeren Wind aussuchen können? Und mit Kachelmann wäre das nicht passiert. So viel steht fest.

Abschmelzende Gletscher!

Ach übrigens

Erdbeben schlagen immer noch sozial ungerecht zu, las ich gestern in einer Morgenpostschlagzeile, wo das Erdbeben in China wieder (!) einmal die Ärmsten der Armen trifft. Da bin ich auch dagegen. Wie wäre es, liebes Erdbeben, bebtest Du künftig mal unter dieser Zeitungsredaktion, die sich so etwas einfallen lässt oder unterm vollbesetzten Reichstag. Das wäre doch einmal eine gute Tat und würde Dir sicherlich viel Beifall einbringen. Also, beim nächsten Male, bebe gefälligst sozial gerechter. Wie es der Zeitgeist verlangt.

Arm im Geiste –  nicht arm am Beutel

Heulen und Zähneklappern

Gestern abend ist mir zufällig so ein ZDF-Reporter ins Auge gestoßen, der gramgebeugt vor einer Kamera stand, hinter ihm ein Hubschrauber, finster war die Nacht, und etwas davon in tragischer Tonlage erzählte, deutsche Soldaten wären in Afghanistan überfallen worden, furchtbar, furchtbar, und im Augenblick mußte ich an eine Kneipenschlägerei denken, wer macht denn  auch so etwas, friedlich feiernde Soldaten zu überfallen! Zufällig bin ich am Tage auch über die Tafel gestolpert, die die Mitglieder des Vereins 10. Husaren-Regiment i.  Tr.  Stendal e.V. an der Husarensäule angebracht haben und da dachte ich, na, Donnerwetter, das müssen aber mutige Leute gewesen sein, die damals beschlossen, ihre Soldaten zu ehren. Oder heute sind sie alle zu feigen Memmen verkommen, was wahrscheinlicher ist und bereits in der Staatsführung beginnt, diese Unlauterkeit und Feigheit. Unmöglich, daß  ein regierender König seinen Soldaten nicht die gebührende Achtung erwiesen hätte oder gar die Bürger selbst, aus deren Reihen doch die Soldaten kamen, aber das ist der Unterschied zur Demokratie und wir können stolz darauf sein.

Damals galt, den Wehrdienst aus Gründen zu verweigern, nämlich nicht als ehrbar und zu rufen, Hannemann, geh Du voran, deshalb gab es damals auch kein rot-lesbisches Weiber- oder Männervolk, das am Rande von Gelöbnissen trommelte und pfiff, denn wenn Krieg war, war jede Familie betroffen, die ihre Söhne und Ehemänner ins Feld schickte und bangte, kommen sie wieder. Heute aber wissen wir, Krieg ist keine Lösung, nur besoffen bei Rot über die Ampel zu fahren und von der Kanzel über verletzte Talibangefühle zu schwadronieren.

Vom Tafeltext: Das Magdeburger Husarenregiment, dem dieses Denkmal geweiht wurde, ist am 19. November 1913 in Aschersleben als Elb-National-Regiment gegründet worden. (1813 fand in Deutschland übrigens dieser schlimme Ausbruch von Fremdenfeindlichkeit statt, von Franzosophobie, würden heute die Intellektuellen schreiben und schwer dagegen anwettern, denn schlimmer als die Occupation ist immer noch franzosophob gegen die Occupanten zu sein. Weshalb es ja auch Intellektuelle sind. Also Leute mit Geist. Zumindest mit Weingeist.) Es bestand aus Freiwilligen und wurde aus Privatmitteln finanziert,  zu Ehren  seiner Waffentaten wurde ihm 1910 ein Denkmal von den Bürgern der Stadt gesetzt … . Es erübrigt sich die Frage, ob in der heutigen geistigen Verfassung der Deutschen jemals den Soldaten, die in Afghanistan auf Befehl der Demokraten kämpfen und fallen, in ähnlicher Weise gedacht werden wird, ich glaube, das können wir einstimmig verneinen. Die Bronzetafelszene zeigt einen der Kavallerieangriffe bei Vionville oder Mars la Tour, über die es früher Lieder und Gedichte gab und die Lehrer ihren Schülern auftrugen zu lernen. Was lernen sie heute? Schämen wegen des Hohlen Klaus und daß sein Blut für ÖL zu geben, verdammenswert ist, wie seinen Schweiß fürs tägliche Brot fliessen zu lassen oder für bessere Schulnoten. Statt dessen rennen sie draußen herum und fragen, ob jemand ihre Bildung gesehen hat, weil, die hat jemand geklaut.

Putzigerweise ist die Rückseite der Stele noch mit einem anderen Schild geschmückt, in dem der lokalen Opfer der Occupation gedacht wird und keine Bange, hier handelt es sich nicht um den Stein gewordenen Polizeibericht, der von den Taten der Südländer berichtet, die wir nach Ansicht Maria Böhmers (CDU) in unserem Lande herzlich willkommen heißen, weil sie ihre Kultur und Lebensfreude mitbringen, die für Überstunden in der Gerichtsmedizin sorgt und immer für  Arbeit beim Totengräber.

Über eines der Reitergefechte schreibt Fontane:

Als nun die Brigade Wedell weichen mußte, brachen die Gardedragoner mit drei Escadrons, die Standarten-Escadron zur Bedeckung zurücklassend, gegen die scharf nachdrängenden feindlichen Bataillone vor. Ein Mitbeteiligter schildert diese Attacke, die, so blutig sie auch verlief, doch nur das Vorspiel eines umfassenderen Cavallerie-Angriffs war, wie folgt: „Wenige Minuten nachdem wir die östlich von Mars la Tour aufgefahrene Corps-Artillerie unter Oberstlieutenant Schaumann erreicht hatten, traf uns der Befehl, die in raschem Tempo vordringenden feindlichen Infanteriemassen in ihrer rechten Flanke zu attackieren und zum Stehen zu bringen. Hierzu mußten in der Formation zu Dreien mehrere Hecken genommen werden; hinter der letzten, die wir schon im feindlichen Feuer übersprangen, marschierte das Regiment zugweise im Galopp auf und in schneller Reihenfolge ertönten dann die Signale „Front“, „Galopp“ und „Fanfaro“. Der Commandeur v. Auerswald jagte dem Regiment weit voraus und dicht geschlossen stürzten sich die Dragoner hinter ihm mit lautem „Hurra“ in die Reihen des Feindes. (Und der Blogbetreiber fragte sich an dieser Stelle, hätten die sich nicht gemütlich zusammensetzen können, um im Sinne Margot Käßmanns darüber zu diskutieren?) Bis zu diesem Augenblick reicht mein klares Bewußtsein. Von dem Kampfe Mann gegen Mann erinnert sich mein Gedächtnis nur, daß der Arm den Säbel  fast willenlos auf Schultern und Käppis niederfallen ließ, und mein Auge hat mir das Bild von klaffenden Wunden und unter die Hufe getretenen Franzosen bewahrt. Doch welch ein Anblick bot das Regiment, als es wieder gesammelt wurde! Der Commandeur, obwohl durch einen Schuß in den Unterleib schwer verwundet, hielt eine kurze Ansprache, in welch er uns seine Anerkennung aussprach, dem König ein donnerndes Hoch brachte und erst dann in das Lazareth zu Maria-Ville ritt wo er seitdem erlegen ist. (tot)

Von den 18 Offizieren der drei Schwadronen, welche attackiert hatten, waren 14 todt oder verwundet, von den 13 Trompetern fehlten 8, unseren braven Stabstrompeter riß eine Granate in Stücke, nachdem er dicht vor den feindlichen Bajonetten das „Marsch, marsch“ hell und rein wie auf dem Tempelhofer Felde in die Luft geschmettert hatte, auch von den Einjährigen meiner Schwadron sind zwei auf dem Felde der Ehre geblieben. Als am folgenden morgen das Regiment rangirt wurde, konnte aus den drei Schwadronen nur eine einzige formiert werden“ 

Ein Wunder, daß die Stendaler Bevölkerung, wie überall in Deutschland,  damals ihrer Soldaten, hier mit zwei Bronzetafeln und dieses Denkmals, gedachte, ein Wunder aber auch nur deshalb, weil unser Denken seit 1945 völlig pervertiert wurde und das Gute, sich für sein Land einzusetzen und dafür notfalls auch zu kämpfen und zu sterben, seit den 68ern das Böse zu sein hat, wie all die Traditionen, Ansichten und Sitten auch, nicht umsonst fährt die Kinderschänderkampagne gegen die Kirchen immer noch auf Hochtouren, währen die grünen Perversen, in ihren Kindergartenexperimentalgruppen, keines Blickes durch unsere innovativen Wahrheitsverbieger gewürdigt werden.

Und ich frage mich, welche Betroffenheitssuada hätte wohl der ZDF-Heini damals auf dem Schlachtfelde abgesondert, hätte ihn das ZDF per Zeitreise in das Jahr 1870 oder 1910 katapultiert. Und wäre er dann noch mit heilen Gliedmaßen vom Platze gekommen? Ich glaube nicht.


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