Archiv für 18. April 2010

Diktat in der Diktatur

Der Soziologe Klaus Schroeder vom Forschungsverbund SED-Staat der Freien Universität Berlin hat darauf hingewiesen, daß, wenn Eltern im Osten ihren Kindern von Alltagserinnerungen erzählen, oft ein «Weichspülen» der DDR passiere. Es werde nur von positiven Erinnerungen berichtet, der soziale Bereich werde idealisiert, die Diktatur ausgespart.

Eine bahnbrechende Entdeckung, einer schweren Abweichung von Erinnerungsverhalten, die so nur ein Soziologe machen kann, der mangels Eignung nie Waldarbeiter, Klempner oder Dachdecker werden konnte, und seitdem Arbeiten über Binsenweisheiten verfassen muß, um nicht Hungers zu leiden oder an der Ecke um Brot zu betteln. Das ihm im Übrigen gegönnt sei. Ob zukünftig aber nicht nur die Mitarbeiter der Landeszentralen für politische Bildung in die Schulen ausschwärmen, um das Erinnern der Eltern zu korregieren, in den Köpfen der Kinder, sondern auch private Erinnerungskontrolleure, wenn jemand seufzt, daß vor der Einführung des Euro alles besser war, das werden wir bestimmt noch erleben.

Früher war alles besser


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