Tag der Erde

Google sagt, es sei Tag der Erde, und natürlich bin ich heute ganz früh aufgestanden, habe Kaffee gekocht und Frühstück gemacht und der Erde ans Bett gebracht. Einmal im Jahr soll es die Erde im Jahr nämlich gut haben, wo sie immer so viel für uns tut, mit lustigen Tsunamis zum Beispiel, Hochwassern, Vulkanausbrüchen, Versteppungen, Vergletscherungen, Lawinenabgängen und, daß sie einfach nur so da ist und wir auf ihr weilen dürfen.

Wir haben nämlich nur die eine Erde und deshalb sind wir auch so froh, sie zu haben. Hätten wir zwei davon, dann wäre es wieder anders. Dann wüßten wir nicht, wen wir lieber hätten und sie müßten um unsere Gunst buhlen. Wenn eine dann vulkanisch mal ausbrechen würde, würden wir die andere Erde liebkosen und hätscheln und nie nimmer nicht würden wir sie mit ungewaschenen Füßen betreten, aus Ehrfurcht vor ihr und aus Ekel vor unserem Raubbau. Denn damals, noch bevor Adam grub und Eva spann, da war die Erde eine gütige Mutter und der Mensch lebte vergnügt mit schlechten Zähnen, ohne Körperhygiene und kurzer Lebenserwartung in Einklang mit ihr, auch wenn er seine Exkremente auf ihr hinterließ und seine Leichen und die Knochen seiner Beute, war die Erde doch viel zufriedener, bis auf die wenigen Perioden, in denen sie verstimmt war,  Tsunamis entfesselte, zum Beispiel, Hochwasser, Vulkanausbrüche, Versteppungen, Vergletscherungen oder Lawinenabgänge, was viele Menschen, Tiere und Pflanzen tötete, es aber noch keine Journalisten gab oder Klimawandelforschungsprofessorenlügner, sondern deren Aufgabe, den Menschen zu sagen, daß Mutti Erde sehr, sehr sauer gewesen war, wegen irgendeiner Tabuübertretung, übernahmen damals die Schamanen, weise FrauInnen und MännerInnen, die die Qualifikation zum Jagen oder Beerensammeln nicht geschafft hatten und zum Kinderhüten nichts taugten, und die damals Welterklärer wurden. Du hast Dich nicht züchtig gekleidet Frau, deshalb bebt die Erde, aber für  zwei frisch geschlachtete Hühner will ich sehen, was ich tun kann. Heute heißen die Hühner Forschungsgelder oder Subventionen. Die Ansprüche sind eben gestiegen.

Ja, so war das damals, als die Erde noch eine Mutter für uns war. Als das Reh neben dem Jäger äste und der Frau die Beeren vom Busch in den Fellüberwurf sprangen. Bessere Zeiten eben. Weshalb es auch den Tag der Erde gibt, damit sie einmal im Jahr von uns verwöhnt werden kann. Und natürlich ist das Ganze wieder ein Trick, um den Konsum anzukurbeln. Wie beim Valentinstag. Man kennt das ja.

Heucheln für  Klima und Umwelt

Alternative Energiequellen werden in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen. Am Earth Day könnte eine von Schülern erarbeitete Ausstellung zu Nutzen, Funktion und Chancen erneuerbarer Energien im Schulfoyer oder einem Klassenraum stattfinden. Manche Städte oder Gemeinden stellen Interessierten sogar Solarmobile zur Verfügung, in denen man sich von den Möglichkeiten alternativer Energie überzeugen kann.

Sich gut fühlen, darum geht es, koste es, was es wolle. Und natürlich um die Züchtung dummbatziger Idioten, die glauben, ihr Wohlstand würde irgendwoher kommen, jedenfalls nicht von der Nutzung der Natur.

Die Dokumentation

6 Responses to “Tag der Erde”


  1. 1 Prosemit 22. April 2010 um 05:52

    Du hast Dich nicht züchtig gekleidet Frau, deshalb bebt die Erde, aber für zwei frisch geschlachtete Hühner will ich sehen, was ich tun kann. Heute heißen die Hühner Forschungsgelder oder Subventionen. Die Ansprüche sind eben gestiegen.

    Der Satz gefällt mir.

    Früher hatte Frau noch die Wahl, ob sie zwei Hühner hergeben wollte, um die Zukunft zu sehen. Heute werden vier Hühner und fast alle Eier von wildfremden Menschen mitgenommen mit dem lapidaren Hinweis : „Wir wissen besser, was wir mit Hühnern und Eiern machen“ und lassen die Frau völlig im Unklaren, was jetzt mit Hühnern und Eiern passiert. Eventuell hört sie später, dass bei einem Nachbarstamm zwei fremde Männer vorbeigekommen sind und dem Häuptling ein gebratenes Huhn schenkten. Wieso, wusste angeblich der Häuptling auch nicht, denn er hatte schon zwei gebratene Hühner von anderen fremden Männer bekommen.

  2. 2 netzwerkrecherche 22. April 2010 um 06:36

    Das ist mal eine gute Aktion: Kaffeekochen gegen die Erderwärmung!

    Ich hab’s gleich gezwitschert: http://twitter.com/zwitschzwitsch

  3. 3 schweinsleber 22. April 2010 um 11:22

    Mir kommen die Tränen vor lachen.
    Sehr gut geschrieben Karl Eduard danke! 😀

  4. 5 ppq 22. April 2010 um 15:46

    der earth day also, am girls day. lass uns eine initiative starten zur einführung eines moon day, noch ehe die multinationalen konzerne beginnen können, den armen erdtrabanten auszubeuten wie das amazonas-becken. den tag legen wir dann auf heiligabend und rufen dazu auf, dass jeder jedem was zu ehren des unversehrten mondes schenkt. wie klingt das?

  5. 6 Karl Eduard 22. April 2010 um 16:00

    @ppq

    Das klingt revolutionär und die Schöpfung bewahrend.


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