Mangelndes Demokratieverständnis

So wie der Erste Mai schwere Krawalle der LINKEN in Berlin auslösen wird, so krawallierten in Jerusalem Palästinenser gegen Juden, die, so schreibt es die Zeitung,  durch Ostjerusalem marschierten*. Offenbar handelte es sich um eine genehmigte Demonstration. Wütende Palästinenser attackierten die israelische Polizei, die den Zug im Viertel Silwan begleitete, mit Steinen und Molotow-Cocktails, wie Augenzeugen berichteten. Da, wie die Zeitung formuliert, es sich um rechtsextreme Juden handelte, muß das wohl in Ordnung sein. Über Leute wegen ihrer abweichenden Ansichten herzufallen. Moralische Rückendeckung gab es von den Friedensfreunden. Die israelischen Friedensaktivisten schwenkten demonstrativ eine palästinensische Flagge. Auf Spruchbändern hieß es unter anderem „Kein Faschismus“ und „Stoppt die Siedlungen in Ostjerusalem“.

Aber was, bitte schön, ist ein rechtsextremer Jude? Zieht der los, hört Hitlerreden, verehrt Rudolf Heß und interessiert sich dafür, ob der Holocaust nun technisch möglich war oder nicht? Verprügelt der harmlose Inder auf Tanzveranstaltungen, die sich dann vorm Gelynchtwerden in eine Pizzeria retten müssen, wo nur die Glastür die Angreifer fern hält? Oder will er gar den italienischen Faschismus in den Farben Israels errichten? Auf jeden Fall ist nicht ganz klar, wer von wem gelernt hat. Die Palästinenser von den deutschen Linken oder die deutschen Linken vom  Palästinensermob.

Und natürlich ist es ein schwerer Unterschied, ob israelische Siedler die Araber raus haben wollen, weil sie meinen, ihr Land ist ihnen von Gott gegeben oder die Araber die Juden raushaben wollen, weil sie sie einfach nicht leiden können. Das eine ist ein Verbrechen, während das andere nachvollziehbar ist. Wo die Juden dann hingehen, das ist dann ihre Sache.

*Womit klar ist, wer den schwarzen Peter hat, denn die Bösen marschieren immer. Auf oder durch – egal.

Mut zur Intoleranz

4 Responses to “Mangelndes Demokratieverständnis”


  1. 1 Prosemit 26. April 2010 um 08:07

    Was die Juden so alles machen. ts, ts, ts…

    Wir haben hier in Deutschland gelernt, dass Demokratie dort aufzuhören hat, wo sich Mohammedaner beleidigt fühlen.

    Nun gibt es ja genügend Gutmenschen auch in Israel, sogar besonders aktive Gutmenschen. Aber es gibt auch Jisra’el Beitenu, etwas, das man hier mit rechtsradikal bezeichnen würde. Aber in Israel gibt es glücklicherweise diese Partei.

  2. 2 Rucki 26. April 2010 um 16:25

    Herzl, der Begründer des Zionismus und somit Geburtshelfer Israels, war ein ganz „Rechter“! Er wusste es damals aber noch nicht, weil es die 68er noch nicht gab, die ihm sagen konnten, dass er ein „Rechter“ ist.

    Damals gab es auch noch keine Ballerstinenser, die mussten auch erst erfunden werden, nach 1968.

  3. 3 stalker 27. April 2010 um 19:00

    Neben den Juden gibt es auch im Tierreich Rechtsradikale:

    Mein Kater zum Beispiel ist ein typischer Rechtsextremer: ungehobelt, halbstark, herrisch, pöbelnd (gegenüber den Zuwandererkatern), erniedrigend gegenüber den Benachteiligten: Mäusen, Kindern, Papierkugeln.

    Andererseits benimmt er sich wie ein typischer rechtsextremer Türke: laut, greinend, heimtückisch, arbeitsfaul, immer hungrig, herumlungernd, aggressiv gegenüber den Einheimischen Katern beim Besuch auf unserm Wochenenddorf. Nur Moscheen baut er nicht.

  4. 4 Serious 28. April 2010 um 09:33

    Für viele „Anti-Zionisten“ gilt jeder, der sich politisch rechts von Uri Avnery befindet, als Kriegstreiber und Friedensverhinderer.


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