Heraus zum Ersten Mai

Wie auch in früheren Dekaden veröffentlichte das  Zentralkomitee der Partei kurz vor dem Ersten Mai, Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse, die Losungen, mit denen wir, die Arbeiter, Bauern und Angehörigen der Werktätigen Intelligenz, unsere unverbrüchliche Treue und unser Urvertrauen zur PARTEI demonstrieren können, die uns alles gegeben hat. Sonne und Wind. Und die damit nicht geizte. Ziegel zum Bau und den großen Plan, Erfurt Nazi frei zu machen. Als Hauptparole gilt natürlich die vom Genossen Ramelow ausgegebene Losung: Erster Mai – Nazi frei, die sowohl auf Schildern, Transparenten oder in Sprechchören dargeboten werden darf, dem Einfallsreichtum unserer Genossen sollen da keine Grenzen gesetzt werden. Entschlossen skandiert werden kann auch:

Bodo, zeige Heldenmut – vernichte diese Braune Brut!

In Anerkennung der schier unmenschlichen Anstrengungen, die Genosse Ramelow täglich unternimmt, um die deutsche demokratische Republik vor einem zweiten 1933 zu bewahren, obwohl die Angehörigen der Armee des Volkes und der bewaffneten Organe unermüdlich auf Friedenswacht stehen, sollte diese Losung insbesondere beim Vorbeimarsch an der Ehrentribüne erschallen. Der Vorschlag, da bekommt der Bodo Wut: Erster Mai mit Brauner Brut, muß leider abgelehnt werden, suggeriert er doch, die friedliebenden Menschen Erfurts, die unter Führung DER PARTEI aufstehen, um nie wieder nationaler Sozialismus zu rufen, wir wollen den internationalen, hätten diesen Kampf bereits verloren, noch ehe er begonnen hat.

Ob am 2. Mai die als Nazis Identifizierten und Vertriebenen, in ihre Häuser  zurückkehren dürfen, das wird am Abend des Ersten Mai durch den Genossen Ramelow entschieden. Es ist aber wahrscheinlich, schliesslich ist die rituelle Austreibung von Nazis fester Bestandteil der neueren sozialistischen Traditionen geworden, die sich in der Bevölkerung wachsender Zustimmung erfreut und beliebig oft im Jahr zelebriert werden kann. So schafft der Sozialismus neue Bräuche, eine erfreuliche Entwicklung, zeigt sie doch, daß die Befreiung unserer Menschen von abergläubischen Festen, wie Ostern oder Weihnachten, gerne angenommen wird.

Genosse Ramelow spricht

7 Responses to “Heraus zum Ersten Mai”


  1. 1 Prosemit 29. April 2010 um 06:01

    1. Mai? Ein dumpfes Erbe des Faschismus!
    Wehrt den Anfängen. Schafft den 1. Mai ab!

    😉

    Gesetzlicher Feiertag wurde der 1. Mai ab 1933 durch die Nationalsozialisten. Das Reichsgesetz vom 10. April 1933[5] benannte ihn als „Feiertag der nationalen Arbeit“. Am 2. Mai 1933 wurden die Gewerkschaften in Deutschland verboten und die Gewerkschaftshäuser gestürmt. Im Jahr 1934 wurde der 1. Mai durch eine Gesetzesnovelle zum „Nationalen Feiertag“ erklärt.

    Aus Wikipedia.

  2. 2 Karl Eduard 29. April 2010 um 06:07

    Ach Du meine Güte. Und das zelebriert der Genosse Ramelow?!

  3. 3 netzwerkrecherche 29. April 2010 um 06:08

    Wir haben beim Zentralkomitee der Partei noch kurzfristig die Bitte gerichtet, unserem Bezirksparteivorsitzenden eine Huldigung auf ein Transparent bringen zu dürfen, mit der wir ihn beim Vorbeimarsch an der Tribüne freudig überraschen wollen:

    Der Bodo ist ein Meister aus Erfurt.

  4. 4 Karl Eduard 29. April 2010 um 06:17

    Auf jeden Fall eine gute Idee, stellt ihn diese Losung doch mitten unter all die anderen qualifizierten Genossinen und Genossen, die als Meister von Morgen am Aufbau der entwickelten sozialistischen Gesellschaft teilnehmen, zu dem sie das Fundament legen, in dem sie das Alte, Nazis oder Klempner, hinwegfegen. Erfurt wird besenrein und Bodo, Freund, Genosse, leitet den Stubendurchgang.

  5. 5 VolkerStramm 29. April 2010 um 20:34

    Habe ich da islamophobe Tendenzen gehört?
    „Antisemiten haben in unserer Stadt keinen Platz“
    Doch, hat er gesagt, der islamophobe Aufklärungsfaschist Ramelow!

  6. 6 Easterner 30. April 2010 um 01:50

    Hmm, redet der Genosse von Antisemiten und meint damit nicht anti-juedisch?

  7. 7 Blond 30. April 2010 um 04:34

    Der Beitrach war een’n Tach ssu frueh:
    erscht Heute koenn wa singn
    (wie ssu Weihnachtn)
    „Morjen, Kinda,
    wirds wat jebn, …“
    un ooch
    „Eenmal werdn wia noch wach,
    heissa, denn is
    Chaostach!“


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