Prioritäten

Ein bundesweites Naturschutzprojekt für die vom Aussterben bedrohte Feldlerche ist in Sachsen-Anhalt erfolgreich gestartet. 16 Agrarbetriebe des Landes haben bei der vergangenen Herbstausaat von Wintergetreide auf 55 Äckern insgesamt 336 sogenannte Fenster für die Vögel angelegt. Auf diesen etwa 20 Quadratmeter großen Flächen wurde kein Samen ausgebracht, damit die Vögel nun im Frühjahr dort brüten können …

Und ist das nicht herrlich, wenn der Berliner, Hamburger oder der Einwohner  Magdeburgs nun sicher sein kann, auch in hundert Jahren wird über den Äckern Sachsen-Anhalts jubelnder Lerchengesang zu hören sein, wenn er wahrscheinlich auch gar nicht weiß, wie eine Lerche aussieht und wie sie  singt? Da kann man nur hoffen, die aussterbende Feldlerche erkennt diese Brutfenster auch als solche Brutfenster an und nicht, daß es nachher an der notwendigen Beschilderung fehlt, „nur für Feldlerchen“, und die wieder planlos irgendwo brüten, wo sie dann der Traktor überrollt. Ich liebe Lerchen übrigens erst, seit ich weiß, wie sie singen und wie sie aussehen, dem Großteil der Bevölkerung dürfte ihr Schicksal also am Hinteren vorüberdriften. Und nicht, daß ich diese Maßnahme mißbilligen würde aber worum ging es in der deutschen Landwirtschaft eigentlich ursprünglich? So sah der Fortschritt aus als sich Bauern damit beschäftigten, Lebensmittel zu produzieren, die heute irgendwie im Supermarkt wachsen, wo sie von freundlichen aber ausgebeuteten Verkäuferinnen von Paletten geerntet und in die Regale gestellt werden.

2 Responses to “Prioritäten”


  1. 1 Prosemit 29. April 2010 um 05:58

    Eine nette Geste. Mehr nicht. Aber wie üblich Schwachsinn, wenn man es näher betrachtet.

    Die Feldlerche stirbt weder aus, noch ist sie in irgendeiner Weise gefährdet. Wie üblich bei Tier und Menschen : man zieht dorthin, wo die Brutpflege und Aufzucht am einfachsten ist. Man denke nur an die Türken in Deutschland.

    In Deutschland dürften um die drei Millionen Brutpaare leben. Mit den 336 Lerchenfenstern dürften es es 600 Paare im Glücksfall mehr werden.

  2. 2 Blond 29. April 2010 um 10:54

    Hoer mia bloss uff mit die Voejelei

    … ups – also – aeh –
    dit Fiechzeuch meene ick:
    Die Biesta lejen bei mia vorm Fensta jedn Morjn een Konzert hin –
    zum Wachwern is ditt –
    und diese Krakela solln nu noch mea jeschuetzt wern?
    Ick jloob et hackt!


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