Netz gegen Nazis erfolgreich

Der Brandenburger Anzeiger berichtet am 20. Septemer 1940 über dieses schöne Beispiel von Zivilcourage, ein Erfolg, den sich heute das Netz gegen Nazis an die ordengeschmückte Brust heften könnte, unterweist es doch unermüdlich seine Besucher, wie die, die das Netz gegen Nazis als Staatsfeinde ausgemacht hat, zu erkennen sind.

Belohnung für die Festnahme eines Landesverräters

Berlin, 20. Sept. Der Chef der Sicherheitspolizei hat einen Schuhmacher aus Brotdorf als Anerkennung für besonders geschicktes und umsichtiges Verhalten bei der Festnahme und Überführung eines Landesverräters eine Belohnung von 250 Mk. überweisen lassen.

Der Landesverräter wurde zum Tode verurteilt.

… Und als Dotierung gibt es einen Preis des Bündnis für Demokratie und Toleranz oder alternativ 250 Reichsmark, wofür der so Ausgezeichnete 500 Mal den Eintritt in die ADLERTERRASSEN quasi frei hat, dort treten Fritz Amsel auf, der bekannte Berliner Komiker, Thea Wolter, die aparte Humoristin, der große Erfolg Rolf Wolter und Lesma, die jugendliche Tänzerin. Also nichts wie hin und verdient Euch die Kohle.

4 Antworten to “Netz gegen Nazis erfolgreich”


  1. 1 Prosemit 30. April 2010 um 15:00

    1940 konnte man wahnsinnig schnell zum Landesveräter avancieren.

  2. 2 ostseestadion 30. April 2010 um 17:38

    OT
    Film über Dafur.
    http://www.welt.de/kultur/kino/article7376053/Uwe-Boll-zeigt-die-Gewalt-der-arabischen-Milizen.html

    Ich sag besser nix weiter. Es ist besser so.

  3. 3 antifo 30. April 2010 um 22:43

    Heute wird mit Existenzvernichtung gearbeitet. Das macht zwar allemal einen Unterschied, aber die Gemeinsamkeiten mit der Hysterie gegen Rechts sind tatsächlich nicht zu übersehen. Reichskanzler Otto v. Bismarck attestierte den Deutschen einen Mangel an Zivilcourage:

    „Mut auf dem Schlachtfelde ist bei uns Gemeingut, aber Sie werden nicht selten finden, dass es ganz achtbaren Leuten an Zivilcourage fehlt“

    Was für Zivilcourage gehalten wird, ist eigentlich Militärcourage, weil immer gleich die ganze Nation der jeweiligen Hysterie verfällt.

  4. 4 netzwerkrecherche 3. Mai 2010 um 07:27

    @antifa
    Die von der Obrigkeit so besungene Zivilcourage ist immer derart, daß der couragierte Untertan der Obrigkeit sofort Rapport leistet, wenn irgendwo Verdacht auf Ungehorsam vorliegt.

    Wenn sich allerdings das politische System ändert, ändert sich zwar nicht der Typus, aber dafür die Zielobjekte der Zivilcourage, weil ab sofort andere Menschen denunziert und verfolgt werden.

    siehe

    Gerade in Zeiten ständig wechselnder politischer Systeme hatten und haben sowohl Denunzianten als auch deren Verurteiler Hochkonjunktur. Während ihrer Vernehmung im Juni 1946 sagte Helene Schwärzel: „Hätte ich vorausgesehen, dass die Lage so schlecht wäre, so würde ich den G. nicht verraten haben. Aber bei uns wurde immer gesagt, wir bekämen neue Waffen…“ [20] Solange der Glaube an die Beständigkeit des herrschenden Systems ungebrochen ist, braucht sich der Denunziant keinerlei Hemmungen aufzuerlegen. Das schlechte Gewissen, die Angst vor Strafe, regen sich erst, wenn nach dem politischen Paradigmenwechsel die Denunzierten selbst die Herrschaft übernehmen. „…Anzeigen werden nur dann unter Strafe gestellt, wenn sie unter der Herrschaft eines anderen, eines ‚Unrechtsstaates’, erfolgten. Was aus Sicht des überwundenen oder rivalisierenden Regimes als ‚Anzeige’ gilt, wird nunmehr zur strafwürdigen ‚Denunziation’.“ [21]
    Der Fall der obrigkeitsgläubigen Anschwärzerin Schwärzel, die einerseits ihrer staatsbürgerlichen Pflicht zur Anzeige nachkam, andererseits von einer Obrigkeit für eben diese Denunziation ins Zuchthaus geworfen wurde, während Goerdelers Richter und Henker straffrei blieben (sie hatten lediglich geltendes Recht umgesetzt), verdeutlicht zudem, daß es auch für Denunzianten keine Rechtssicherheit gibt: „Der mit dem jeweiligen Rechtssystem konform handelnde Denunziant hat keinen Richter. Wird dieses System nachträglich seiner Legitimationsgrundlagen beraubt, hat er plötzlich deren zwei. Den ersten hat er benutzt, der zweite verurteilt ihn deswegen.“ [22] Mit welcher Begründung sollte also ein Denunziant in irgendeinem Herrschaftssystem sicher sein, sich nicht für das eigene Tun oder Unterlassen in späterer Zeit verantworten zu müssen?


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