Der Anstand der Aufständigen

Gestern war es wieder so weit. Voller gelangweilter Zivilcourage warf sich Wolfgang Thierse am Ersten Mai, zwischen Frühstück und Gänsebraten, vor die mit ruhig festem Schritt anrückenden SA-Kolonnen, die entschlossen waren, die Berliner Republik hinwegzufegen. Trotz der drohenden Gefahr, die von den brutalen Schlägervisagen drohte und dem demonstrativen Wegschauen der Büttel des Klassenfeindes in Polizeiuniform, harrte er tapfer und entschlossen eine ganze Viertelstunde aus, ungeachtet der Flaschen und Steinwürfe gegen ihn, der Prügel, die er bezog, und der Fußtritte eisenzweckenbenagelter Stiefel gegen Kopf und Körper des ergrauten Theoretikers des Marxismus-Leninismus, mit dem Antlitz August Bebels. Des Marxismus-Leninismus.

Nach dem WELT-Ticker hatte sich Thierse spontan entschlossen, etwas zu erleben. «Es ist nicht meine Art, mich in ein Abenteuer zu stürzen.» Er werde je nach Situation entscheiden. Und die Situation war augenscheinlich günstig. Wie weiland Hans, der Kommissar, der vor Madrid auf Barrikaden stand, um die Truppen Francos aufzuhalten, wie Victor Jara, der allein im Stadion von Santiago de Chile vor den Putschisten klampfte, wie Hagen und Volker in einer Person gegen tausende Hunnen, wie der tapfere Roland, der Hornist Karls des Großen, hielt Wolfgang Thierse die Stellung der Demokratiefeinde, bange 15 Minuten lang, indes das Schlachtgetümmel um ihn tobte, bis ihn ein Psychologenteam der Polizei behutsam hinwegführte während es ihm versprach, ihn im Frontbericht des Tages gesondert zu erwähnen, was hiermit geschehen ist.

22 Responses to “Der Anstand der Aufständigen”


  1. 1 Prosemit 2. Mai 2010 um 06:46

    Thierse ist eine Parodie eines demokratisch legitimierten Politikers und eine Schande seit langem für das Parlament in dem überparteischen Amt des Präsidenten des Deutschen Bundestages und heutigen Vizepräsidenten.

  2. 2 ostseestadion 2. Mai 2010 um 10:25

    Ergreifend. Bis fast zu Tränen rührend. Muß mich erstmal schneuzen…
    Während sich die Gänsehaut von den Zehnägeln zu den beiden linken Händen vorarbeitet fragt MenschIn sich: Was soll nur werden, sind die alten Haudegen alter Schule mal nicht mehr.
    ManIn mag gar nicht dran denken.

  3. 3 Karl Eduard 2. Mai 2010 um 10:31

    Ja.Zeit, zu verordnen, Thiersebilder in den Schulen aufzuhängen.

  4. 4 ostseestadion 2. Mai 2010 um 11:29

    Beim Fahnenappell müsste jemand eins hochhalten.Vorn.
    Die WandzeitungsredakteurIn könnte das übernehmen.

  5. 5 ostseestadion 2. Mai 2010 um 11:35

    Talla will die Kinder zu guten Moslems erziehen. Bei ihm bekommen sie keinen Mathe-, Französisch- oder Physik-Unterricht. Dafür lernen sie jahrelang Koranverse auswendig und bekommen gratis Verpflegung und Unterkunft. Vielen Vätern und Müttern ist das wichtiger als eine klassische Schulbildung.
    http://www.tagesschau.de/ausland/koranschulen100.html
    Vielleicht könnte das angeblich so reiche Deutschland etwas dazutun.Falls 2000 Milliarden Schulden noch als Reichtum durchgehen.
    Wir wollen mal nicht so sein.

  6. 6 Karl Eduard 2. Mai 2010 um 11:55

    Mehr als den Koran muß unsere Zukunft auch nicht kennen, dann hat sich das mit jeglichen Kraftwerken von selbst erledigt. Mit dem elektrischen Zahnarztbohrer aber auch. Naja, Mohammed hat den auch nicht erwähnt, also ist er überflüssig.

  7. 7 Wilhelm Entenmann 2. Mai 2010 um 15:30

    Ja.Zeit, zu verordnen, Thiersebilder in den Schulen aufzuhängen.

    Geht nicht! Selbst leidende Scheinheilige fallen unter das Gebot zur weltanschaulichen Neutralität des Staates.

  8. 8 vitzliputzli 2. Mai 2010 um 18:56

    ich werde nie vergessen, daß ich anläßlich seiner ernennung zum bundestagspräsident damals in der zeitung las, daß er erstmal eine verdoppelung der bezüge, ich glaube von 30.000 dm auf 60.000 verlangt hat. das hat mich schwer beeindruckt angesichts der gierigkeit. gekriegt hat er sie wohl wegen besoldungsrecht nicht, aber es ist bezeichnend für den charakter.

  9. 9 ostseestadion 2. Mai 2010 um 19:15

    Ja Schade. Jetzt haben wir den Salat. Nun reichts demonstrativ nicht mal mehr für Rasierklingen. Die Rache des W.
    lol

  10. 10 Blond 2. Mai 2010 um 20:24

    @ Vitzli
    Karakta –
    welchn Karakta?
    Auf diesen (Thierse) –
    kackta!
    :-l

  11. 11 Hallowach 2. Mai 2010 um 22:33

    Dieser Mann ist eine Schande für Deutschland – aber er hat leider beste Gesellschaft.
    Das ein PARLAMENTSPRÄSIDENT – also ein wichtiger Funktionsträger in einer parlamentarischen (noch-)Demokratie – sich derart verhält – das ist ein Skandal schlimmster Ordnung.

    Er sollte baldmöglichst entsorgt werden – ZEIT ist es ja schon längst.

  12. 12 Karl Eduard 2. Mai 2010 um 22:48

    Entsorgt? Solch thierseverachtende Worte kann ich hier nicht billigen. Du meintest sicher, auf einen verantwortungsvolleren Posten delegiert, zum Beispiel ins Europaparlament?

  13. 13 Wilhelm Entenmann 3. Mai 2010 um 05:33

    „Die Ausgrenzung macht das extremistische Potential, ob links oder rechts, erst virulent. Das zeigt die Geschichte. In Italien hat es auch funktioniert: Sowohl Kommunisten als auch Neufaschisten sitzen im Parlament, lernen sich kennen, müssen die Argumente der Gegenseite anhören – und alles geht friedlicher zu. Demokratie heißt Volksherrschaft. Man sollte jedem seine politische Meinung lassen, was ja in den Verfassungen verbürgt wird, aber nicht eingehalten wird.“
    Wolfgang Thierse – Bundestagspräsident in der Südwestpresse vom 29.10.1999
    gefunden bei: Lübeck-kunterbunt.de, dort Zitat Nr. 366

    Ich konnte die dort genannte Quelle aber nicht gegenprüfen.

  14. 14 netzwerkrecherche 3. Mai 2010 um 07:37

    Original-BILD-Zeitung:

    …In ersten Meldungen hieß es, der Beamte sei mit einem Messer in den Rücken gestochen worden. Inzwischen spricht die Polizei von „stumpfer Gewalt“. …

    BILD sprach mit dem stumpfen Messer.

    @ostseestadion

    Während sich die Gänsehaut von den Zehnägeln zu den beiden linken Händen vorarbeitet …

    Thierses o.g. Mittagessen wird vor ehrfürchtigem Schauder wohl eine ebensolche Haut bekommen haben.

  15. 15 ppq 3. Mai 2010 um 14:12

    Als letzter echter Talibanbartträger in der deutschen Politik gebührt ihm Reschpekt. „Wir sind Wolfgang“ wäre eine Zeile, die mir spontan einfallen würde.

  16. 16 Hessenhenker 3. Mai 2010 um 15:31

    Gegen wen hat er denn dort blockiert? Ich kann nichts finden welche Nazis dort demonstriert haben.

    Wer ist eigentlich ein Nazi?
    Für mich ist ein Nazi, wer mir vorschreiben will wie oft ich meine „undeutsche“ Freundin besuchen darf (geht nicht zu Fuß) oder ob ich nicht lieber nach Mecklenburg-Vorpommern reisen sollte um mir dort eine arische Freundin zu suchen. Natürlich nur weil’s gut für das Weltklima ist . . .
    Wer will mir das vorschreiben? Sigmar Gabriel und die Grünen.

  17. 17 Karl Eduard 3. Mai 2010 um 16:04

    Damit ist 1933 ja auch entschuldigt worden, keiner hat angeblich gewusst, wie ein Nazi aussieht. Deswegen gibt es ja heute das hilfreiche Netz gegen Nazis, wo man oder frau sich erkundigen kann.

  18. 18 go1331 3. Mai 2010 um 19:37

    @einige hier
    es gagkert sich gut in der provinz…

  19. 19 netzwerkrecherche 3. Mai 2010 um 19:38

    @karl eduard
    Kann es sein, daß die Nazis damals noch nicht ihre Thor-Steinar-Klamotten anhatten? Auch mit Springerstiefel und Bomberjacke wäre es kein Problem gewesen, sie schon vor 1933 zu enttarnen.

  20. 20 go1331 3. Mai 2010 um 19:38

    gackert…natürlich 😉

  21. 21 VolkerStramm 3. Mai 2010 um 20:28

    Hessenhenker, so geht es nicht.
    Nazi ist, wer den Schlägerkommandos der Antifa-SA nicht passt.
    Und genau diese Definition vertritt auch *** Thierse.

  22. 22 Hessenhenker 3. Mai 2010 um 21:30

    VolkerStramm??? Bitte wie? War das jetzt nur um mich zu versuchen aus der Fassung zu bringen? Das ist nicht fair, sowas ist gar nicht gut für meine Neurodermitis . . . Jetzt träume ich noch von dem Kerl.


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