Lena hat gewonnen

Die Sängerin mit dem Doppelnamen, von der ich noch keinen Song gehört habe und die die Zeitungsschlagzeilen beherrschte, hat irgendwo und irgendwas gewonnen. Jetzt sind wir alle Lena! Irgendwie. Man kann es also schaffen, man muß nur eine riesige PR-Industrie hinter sich haben und die Aufmerksamkeit der Medien. Und die Türkei ist auf dem zweiten Platz, da können wir uns doch vorstellen, daß irgendwann, irgendwo auch die Türkei irgendwas mal als ersten Preis gewinnt und wenn es nur die Liebe und Zuneigung der deutschen Politiker ist, aber die hat sie ja schon.

Vor dem Sieg dieser Lena verblassen dann auch schlagartig alle Sorgen, die riesige Staatsverschuldung, die wir nimmermehr tilgen werden, vor allem weil Politiker nur am Ruder bleiben, wenn sie Schulden machen und Gelder zum Fenster rausschmeissen, die wunderbare Einwanderung, die täglich neue Opfer, überwiegend im Westen fordert, die Abwanderung der Deutschen, die noch alle Tassen im Schrank haben und keine Lust, für herbeilaufende Schmarotzer zu arbeiten und einer Kanzlerin, die die Rettung des Klimas zum Hauptschwerpunkt ihrer Arbeit erklärte, immer mal wieder folgenlos herumgipfelte, sowie einer verlogenen Hurenpresse,  der man gerade noch das Datum abnehmen kann.

Verblassen wird auch die Forderung Brüsseler Menschenmisteln, die die Deutschen auffordern, bis 70 zu arbeiten, weil sonst ihre Bezüge in Gefahr sind, während die Griechen keine wirkliche Lust haben, nicht mit 55 in Rente zu gehen. Ein wunderbarer Abend für Deutschland also, aus dem wir Kraft schöpfen werden, wenn hell die Werkssirene erklingt, während wir zum Wohle anderer unseren Schweiß vergiessen.

Schönen Sonntag noch.

Hm …

Who’s That Girl? Was müssen die Mitbewerber mies gewesen sein. …

39 Responses to “Lena hat gewonnen”


  1. 1 ostseestadion 30. Mai 2010 um 06:24

    Das Liedtitellied ist nicht wirklich meine Musikrichtung.
    Aber, ich gönn ihr den Erfolg.
    Diese Musiksternchen produzierende Musikindustrie hat schon Schlimmeres hervorgebracht.Und viel Schlimmeres,tosche.

  2. 2 G. Mara G. 30. Mai 2010 um 06:39

    hey, von dem ganzen hipe hab‘ ich nichts mitbekommen … aber auch nicht das gefühl, was verpasst zu haben … ;- )
    und DAS ist der gewinnersong?
    hm … nicht meine richtung, aber n sympathisches junges frollein.
    g.grüßt :- )

  3. 3 Karl Eduard 30. Mai 2010 um 06:43

    Klar gönne ich ihr das. Ich weiß nur nicht, wie oft man den Song hören muß, damit es „Klick“ macht. Andererseits habe ich auch schon Songs zum ersten Male gehört, da dachte ich beim ersten Male „toll!“ Sympathische Erscheinung ist sie auf jeden Fall aber Frau Drohsel ja auch. 🙂

  4. 4 vakna 30. Mai 2010 um 07:33

    Mir gefiel der Beitrag von Albanien besser, aber Lenchen Doppelnamen hat wohl den Musikgeschmack der Abstimmenden besser getroffen.

    Erinnert mich an die Veranstaltung von DT64 im Jahre 1990, als der beste Song aller Zeiten gesucht wurde und das aktuelle wie totgespielte „Nothing compares to you“ von Skinhead O’Connor (oder wie die sich nannte) gewann.

    Türkei auf dem zweiten Platz ist ein Fehler im Abstimmungssystem, von dem Länder, deren Volk seit Jahrzehnten in alle Welt exportiert wird, profitieren.

    Inwieweit das ein Vorteil fürs Auswandererland Deutschland war, müßte man noch herausfinden. In Falle Türkei war für mich deutlich sichtbar: Viele Türken im Land, viele Stimmen für den türkischen Beitrag.

  5. 5 pippin 30. Mai 2010 um 07:33

    Danke für den Film. Hörte das Lied jetzt zum ersten Mal. Es ist ausgesprochen mittelmäßig und nichtssagend, höchstens mittelmäßig ist die auch die Sängerin. Die Gesangsstimme ist darüberhinaus mit Effekten zugekleistert. Das ist doch alles ein Witz.

  6. 6 Prosemit 30. Mai 2010 um 07:42

    Hmmmm, ich enthalte mich des Urteils und der Wertung. Meine Musikzeit endet vor vielen Jahrzehnten. Aber faszinierend ist es schon, wie schnell „Deutschland jubelt“ oder „Deutschland siegt“ oder was auch immer das DeutschlandGefühl beflügelt…

    Hat sich Mutti auch schon geäussert?

  7. 7 Karl Eduard 30. Mai 2010 um 08:20

    Mittelmaß gilt aber bei uns als Spitzenprodukt, weshalb die Anforderungen im Bildungssystem noch viel sozial gerechter gestaltet werden müssen.

  8. 8 Wilhelm Entenmann 30. Mai 2010 um 10:17

    Der Bundeshosenanzug hat sich noch nicht geäußert…, aber die Betroffenheitsbeauftragte sagte:

    „Lena hat mit Natürlichkeit und ungeschminkter Echtheit gesiegt. Millionen Menschen in Europa haben gespürt, dass ihr Auftritt kein gestylter Mainstream war, kein Produkt aus der Retorte, sondern authentisch, pure Lust an Musik, Rhythmus und Bewegung. Ihr Erfolg ist auch ein Sieg für junge Popmusik aus Deutschland. Er steht für das Lebensgefühl einer jungen europäischen Generation, die alte Grenzen überwindet und zusammenfindet. Mit Lenas Sieg passiert ein gutes Stück Zukunft.“

  9. 9 ostseestadion 30. Mai 2010 um 13:24

    Pscht ! Habt ihr schon die Bilder gesehen in den Mainstreammedien ?
    Die Lena, ohgott ohgott, hält ne schwarz rot goldene Fahne hoch.Auf dem einen Bild.
    Weia wacka, die wird doch wohl nicht … ?
    Ich mag gar nicht dran denken…

  10. 10 Karl Eduard 30. Mai 2010 um 15:32

    Ich glaub, sie wusste nicht, was sie tut, ich denke, sie meint, das sei irgendwie ein Winketuch, was gehalten wird, wenn Deutschland wieder irgend etwas ist.

  11. 11 vitzliputzli 30. Mai 2010 um 16:22

    ich habe sie ein paarmal bei raab etc gesehen (und gehört). ein ohrwurm ist das lied wirklich.

    wie sagte müller-westernhagen zu ihr: „die menschen werden dich lieben!“

    da ist was dran. sie hat einfach ne sehr sympatische art und vor allem: das gewisse „etwas“, was sie von tausenden anderer sängerinnen abhebt.

    meine musik ist es zwar nicht, aber man möchte sie schon in schutz nehmen 😀

  12. 12 ostseestadion 30. Mai 2010 um 16:31

    eben hat 3,1415 sogar nen artikel draus gemacht.
    na, das kann ja morgen was geben, in den exqualitätsmedien…

  13. 13 vitzliputzli 30. Mai 2010 um 17:10

    @ osti

    ja, nun drehen alle durch, sieht man jetzt schon in allen möglichen sendungen ….

    na, jedenfalls hat man wieder mal ne deutsche fahne auf dem bildschirm gesehen. ströbele wird seinen brechreiz kriegen 😀

  14. 14 PPQ 30. Mai 2010 um 17:57

    volksfeststimmung! und das bei den wetter. wie man allerdings fan eine von anderen gefüllten zellofantüte sein kann wird sich mir nie erschließen

  15. 15 vakna 30. Mai 2010 um 21:14

    Was hast du gegen das Wetter?
    Hannover ist ohne Nieselregen undenkbar!

  16. 16 max 30. Mai 2010 um 23:09

    Nerviges Lied, noch nervigere Stimme, nerviges, altkluges Goer. Dieser Event ist zwar nicht ganz mein Gebiet (zumindest weiss ich, dass man als Schweizer in diesem Wettbewerb euch Deutschen nicht das Schwarze unter den Fingernägeln gönnt, und umgekehrt), aber ich mag mich noch an einen Beitrag von Max Mutzke erinnern, ebenfalls von Raab und Welten besser.

  17. 17 netzwerkrecherche 31. Mai 2010 um 07:05

    Lena? Hieß die nicht früher Nena?

  18. 18 Prosemit 31. Mai 2010 um 08:14

    Willkommen in der gaga-spaß Gesellschaft unter der bewährten Leitung von Angela, der Unfähigen :


    Politiker haben Lena und Stefan Raab für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen.

    Der Vorsitzende der Jungen Union (JU), Philipp Mißfelder, zu BILD: „Stefan Raab und Lena haben zusammen den Grand Prix gerettet und Deutschland einzigartig präsentiert. Ich schlage beide dem Herrn Bundespräsidenten für das Bundesverdienstkreuz vor.“

    CDU-Medienexperte Marco Wanderwitz: „Beide haben Europa beeindruckt und sollten deshalb das Verdienstkreuz bekommen.“

    Burkhardt Müller-Sönsken (FDP): „Lena hat mit ihrem Song in wenigen Minuten alle fasziniert, sie hat einen Orden absolut verdient.“

    http://www.bild.de/BILD/unterhaltung/musik/grand-prix/2010/05/31/lena-meyer-landrut-bundesverdienstkreuz/bundesverdienstkreuz-fuer-lena-und-raab.html

  19. 19 netzwerkrecherche 31. Mai 2010 um 11:05

    @prosemit
    Nach dem gelungenen Angriff Lenas auf den guten Geschmack sollte sie die Tapferkeitsmedaille mit Brillanten und Schwertern erhalten.

    Nachdem in meinem Radiosender zwischen Bach und Mahler „nur zu Information“ auch Lenas Gekreische vorgestellt wurde, und das zur besten Sendezeit, entschuldigte sich selbst der Radiosprecher bei seinen Hörern.

    Grand Kakophonie!

  20. 20 Karl Eduard 31. Mai 2010 um 11:15

    Früher mußte man sich fürs Bundesverdientkreuz noch erschlagen lassen, wegen zuviel Civilcourage oder ausgewiesene Antisemitin zu sein. Da ist Singen doch ein Fortschritt.

  21. 21 vitzliputzli 31. Mai 2010 um 13:18

    „zwischen Bach und Mahler „nur zu Information“ auch Lenas Gekreische “

    macht doch mal halblang. das 19 jährige mädel hat vor 120 millionen menschen einen schlager gesungen, dafür war sie ausgesucht und das hat sie anscheinend gut gemacht. sie ist nicht als ausgebildete opernsängerin oder konzertpianistin angetreten.

    ich bin ja nun nicht dafür bekannt, alles schönzureden, aber man muss wirklich nicht alles schlechtreden. die bedient ein bestimmtes publikum, wozu sicher keine ausgewachsenen klassikfans gehören.

    dafür, daß jetzt reihenweise erwachsene politiker durchdrehen kann sie doch nichts.

  22. 22 vitzliputzli 31. Mai 2010 um 13:22

    und was das bundesverdienstkreuz betrifft:

    man sollte einfach ganz sozialistisch jedem eins geben (zb „für sein lebenswerk“). dann wären alle ganz toll glücklich 😀

    herausragend finde ich eher diejenigen, die so ein angebotenes ding ablehnen.

  23. 23 Karl Eduard 31. Mai 2010 um 13:42

    Sorry für den Spamfilter.

  24. 24 Karl Eduard 31. Mai 2010 um 13:42

    Laß uns doch lästern. 🙂

  25. 25 ostseestadion 31. Mai 2010 um 14:30

    Richtig bekannt ist die doch erst durch die Ode der Beatcombo Pur an sie geworden.
    Soll sich mal nix einbilden, die Schnecke.

  26. 26 Karl Eduard 31. Mai 2010 um 14:33

    Haben die „ich wart auf Lena“ geschrieben?

  27. 27 vitzliputzli 31. Mai 2010 um 14:37

    „Laß uns doch lästern. 🙂 “

    ich laß euch ja. ich fühle mich vermutlich nur ein stück weit betroffen, weil mir der wurm (peinlicherweise?) nicht mehr aus dem ohr geht. 😦

  28. 28 ostseestadion 31. Mai 2010 um 14:56

    Vitzli
    Der geht wieder weg. Kopf in Sand stecken. Das hilft immer.
    In offiziellen Pressemeldungen von Dir musst du ihn natürlich vorerst umschreiben.
    Mit Jugendlicher oder Heranwachsender. Oder so.

  29. 29 vitzliputzli 31. Mai 2010 um 15:29

    @ osti

    das mit dem kopf in den sand hab ich gleich mal ausprobiert. das wirkt echt super. plötzlich sind auch alle kopf- und weltschmerzen sowie sämtliche probleme weg :-D. hätt´ ich nie gedacht!

    geht allerdings nur, wenn man dabei die rosarote sonnenbrille auflässt.

  30. 30 netzwerkrecherche 1. Juni 2010 um 06:36

    das 19 jährige mädel hat vor 120 millionen menschen einen schlager gesungen, dafür war sie ausgesucht und das hat sie anscheinend gut gemacht.

    Oder die anderen noch schlechter.

    sie ist nicht als ausgebildete opernsängerin oder konzertpianistin angetreten.

    Es ist wohl Ausdruck der Gleichheitsapostel-Zeit, daß jeder Tollpatsch mit zwei linken Händen meint, er könne auch ein Rembrandt sein. Das wäre auch nicht weiter schlimm, wenn ihm das Auditorium auch mitteilen würde, daß er für die Gefilde der Kunst ungeeignet sei, anstatt ihm zuzujubeln, daß er den Mut gehabt hat, sich als Rembrandt aufzuführen.

    die bedient ein bestimmtes publikum

    Eben das ist es ja. Wobei die Frage ist, was eher da war, die Henne oder das Ei, die BILD-Zeitung oder der BILD-Leser. Natürlich ist ein Gefühl für Kunst auch eine Frage des Anspruchs: Wer jeden Tag bloß Urin schluckt, für den schmeckt Gänsewasser wie der erlesenste Wein!

  31. 31 vitzliputzli 1. Juni 2010 um 13:48

    @ netzwerkrecherche

    lese ich da zwischen deinen zeilen „intoleranz“ gegenüber den weniger kunstfeinsinnigen menschen im volk heraus?

    es gibt nunmal viele menschen, die mit einem belegten brot und einer tasse tee zufrieden sind und nicht alles unterhalb von hummer und medoc für primatennahrung halten. Nicht jeder hat eine gepflegte humanistische ausbildung. ich finde, man sollte da etwas verständnis haben.

  32. 32 Karl Eduard 1. Juni 2010 um 14:47

    Wieso hängst Du immer im Spam? Weil Dein Avatar wie ein Huhn aussieht? Ich weiß es auch nicht. 😦

  33. 33 Prosemit 1. Juni 2010 um 14:59

    vitzliputzli 1. Juni 2010 um 13:48


    es gibt nunmal viele menschen, die mit einem belegten brot und einer tasse tee zufrieden sind und nicht alles unterhalb von hummer und medoc für primatennahrung halten.

    Die Zeiten ändern sich. Austern und Lachs war früher das Essen der armen Leute, sozusagen der Primaten. Für Austern galt das aber nur für Küstenbewohner. Der Transport lebender Austern an den Hof von Wien machte sie schlichtweg wegen genau dieser Kosten (Kurierstafetten) zum Luxusgut.

    Aus dem 19. und Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts gibt es die heute kurios klingende Forderung, dass das Dienstpersonal am Rhein nicht öfter als dreimal wöchentlich Lachs essen muss.

  34. 34 vitzliputzli 1. Juni 2010 um 15:29

    @ karl

    ich glaube, die spamfilter führen einfach ein eigenleben. ich habe aufgehört, ein system dahinter zu verstehen. manche dinge sind vermutlich wie sie sind 😦

    das huhn ist übrigens eine pute, glaube ich, wenn ich mich recht entsinne.

    @ prosemit

    danke für deine erläuterung. unglaublich, was du alles weißt 😀

  35. 35 netzwerkrecherche 1. Juni 2010 um 16:09

    @vitzliputzli
    Ach was, Intoleranz… Jeder soll nach nach seiner Fasson selig werden. Nur wird man das Niveau wohl noch bemängeln dürfen, ohne gleich als Miesepeter zu gelten, der die Bierlaune verdirbt.

    Im Übrigen gibt es auch Primaten, die Hummer in sich hineinstopfen, teure Autos fahren oder in feinen Villen wohnen, während durchaus kulturvolle Menschen eines edlen Schlages ein kleines, ehrliches Dasein führen.

  36. 36 vitzliputzli 1. Juni 2010 um 16:57

    @ netzwerk

    so ist es.

  37. 37 ostseestadion 1. Juni 2010 um 17:22

    >> während durchaus kulturvolle Menschen eines edlen Schlages ein kleines, ehrliches Dasein führen.<<<

    Ja. Schniefz. Wem sagt ihr das, wem sagt ihr das. Bin zutiefst gerührt. Danke. Dass ich das noch erleben darf…

  38. 38 vitzliputzli 1. Juni 2010 um 18:30

    @ osti

    looool 🙂

  39. 39 ostseestadion 1. Juni 2010 um 20:01

    vitzli
    😀


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