Gefangen in Deutschland

Hermine Toukam wird in Deutschland gefangengehalten. Sie ist schwarz, intelligent, zielstrebig, ehrgeizig. Weil man nur in Deutschland BWL studieren kann, verliess sie mit einem Kameruner Abitur ihre Heimat. Nur wenige Tage hier, beim harmlosen Straßenbummel, kam eine finster dreinblickende Frau auf sie zu. „Ich habe Euch im Blick“, sagte sie feindselig. Hermine Toukam war geschockt. Noch nie hatte sie zuvor eine finster dreinblickende Frau erlebt, weil in Afrika die Menschen fröhlich und offen sind und keiner denkt ans Stehlen von Fahrrädern oder gar Schlimmeres. Seither geht Frau Toukam nicht mehr aus dem Haus, nur noch zur Universität, wo sie das für uns Deutsche lebenswichtige Master-Studium im Bereich Medizinmanagement ins traurige Auge fasst.

Ein Großteil ihrer Freunde und Kommilitonen käme ebenfalls aus Afrika. Auch für sie gehöre Diskriminierung zum Alltag. Hermine erzählt, wie sie ausgegrenzt und beleidigt wurden, einige von ihnen seien auch schon körperlich angegriffen worden, nachts, in der S-Bahn. Es sind Geschichten, die tiefe Sorgenfalten auf der Stirn jedes Integrationsbeauftragten hervorrufen würden.

Und was liegt uns mehr am Herzen, als die Sorgenfalten auf, sagen wir mal, Maria Böhmers (CDU) Stirn zu glätten? Zur Not auch mit dem heißen Bügeleisen.  Wenn es gar nicht anders geht. Hermine Toukam aber sehnt sich nach der Heimat zurück. Häufig. Nur können Kamerun und Hermine Toukam zueinander nicht kommen. Deutsche Behörden-NAZIS  halten sie in Deutschland mittels perfider Sozialhilferegelungen fest und zwingen sie, tägliche Diskriminierungen, wie  finster dreinblickende Frauen zu ertragen. Für jemanden, der aber in Freiheit leben will, liebe Hermine, und endlich wieder ins Schwimmbad gehen oder ins Kino, wo es dann ja auch dunkel ist, wenn der Hauptfilm beginnt, sollte eine Flucht aus dem schlimmen Ruhrgebiet, in die Freiheit, nicht unmöglich sein. Das wäre dann ein neuer Stoff für eine Erfolgsgeschichte.

Polnischer Rassismus

Wird auch in Deutschland praktiziert. Oder in  Skandinavien. Da würde er aber Integrationsbeauftragten keine Sorgenfalten in die Stirn prägen. Denn da ist er positiv.

11 Responses to “Gefangen in Deutschland”


  1. 1 Prosemit 4. Juni 2010 um 06:18

    Die heitere Welt Afrikas fehlt der jungen Frau offensichtlich. Ein Land voller Lachen und Singen und ohne Diskriminierung, wenn man sich nur im eigenen Clan aufhält.

    Sobald man das eigene Stammesgebiet wechselt hat es sich auch schon wieder. Dann ist wie in Deutschland oder zumindest fast so. Man wird schief angeschaut und schwups hat man schon die Machete im Kopf.

  2. 2 Prosemit 4. Juni 2010 um 06:27

    Bild erklärt die Welt…

    http://www.bild.de/BILD/news/2010/06/04/wm-land-suedafrika/reporter-so-schoen-ist-das-land.html

    So SCHÖN ist Südafrika wirklich

    Wer wissen will, wie schön Südafrika wirklich ist, der muss nach Norden fahren, dorthin, wo das Land einsam ist und weit. Wo die Orte „Hotazel“ heißen, was übersetzt „Heiß wie Hölle“ bedeutet und sich auch so anfühlt. Wo der Asphalt endet, wo die Radiosender „Old McDonald had a farm“ spielen. BILD traf dort Menschen, die gerne einsam sind.

    Bild verschweigt, dass es sich um Weiße handelt.

    Zwölf Jahre später stehen wir auf einem Hügel inmitten des wilden Nichts, in vier Himmelsrichtungen bis zum Horizont kein Haus, kein Auto, kein Neger Mensch. Alt und kahl thronen Berge im Westen, der Himmel spannt sich jung und weit.

    Ohne Kommentar …

    Warum sind Nachrichten aus Südafrika fast immer schlechte Nachrichten?

    Weil es einfach ist, über die dunkle Seite des Landes zu berichten. Armut. Gewalt. Verbrechen. Die Schönheit Südafrikas beschreiben – das ist wie einen Liebesbrief schreiben, der nicht kitschig ist.

    Ein Beispiel? Fünf Nyala-Antilopen grasen ein paar Meter entfernt, während ich diese Zeilen tippe. Klingt wie „Jenseits von Afrika“, aber die Schönheit ist überall.

    So einfach ist das. Blendet man das schwarze Proletariat aus, wird Südafrika schön. Merkt eigentlich BILD, wie rassistisch dieser Artikel ist. Durch und durch rassistisch?

  3. 3 netzwerkrecherche 4. Juni 2010 um 06:35

    Ich bin schockiert, beschämt und besoffen ob solcher Vorfälle, daß solche lieben SchwärzInnen nicht einmal in Ruhe auf deutsche Kosten studieren können, sondern von bösen Schrumpfgermanen mit haßerfüllten Feuerblicken derart drangsaliert werden, daß sie gar nimmer in Freude deren Alimentierungen genießen können.

    Vielleicht war das der Moment, in dem Hermine ihr Vertrauen in die Deutschen verlor. … Was sie halte, sei die Aussicht auf Bildung und einen Abschluss. „Daher muss man sich mit all’ den negativen Aspekten arrangieren. Irgendwie geht das.“

    Man sollte Hermines zuständigem NegerInnenhäuptling eine Rechnung für den von ihr besetzten Studienplatz zusenden.

  4. 4 netzwerkrecherche 4. Juni 2010 um 06:39

    @prosemit

    Weil es einfach ist, über die dunkle Seite des Landes zu berichten. Armut. Gewalt. Verbrechen.

    Mit dieser rassistisch-diskriministischen Metapher hat der BILD-Reporter seine Entlassung getippt!

  5. 5 Prosemit 4. Juni 2010 um 06:58

    Oh, die dunkle Seite habe ich glatt übersehen.

    Ja, in jedem anderen Fall wäre das die fristlose Kündigung. bei Bild ist man tolerant, den Intoleranten gegenüber.

  6. 6 Karl Eduard 4. Juni 2010 um 07:16

    Neger geht ja nun gar nicht!

  7. 7 PPQ 4. Juni 2010 um 07:17

    Vielleicht sollte sie die Uni wechseln? An der Straße der Gewalt im Osten stehen etliche großzügige Lehranstalten, die vor unerdenklichen langen zeiten schon Heimstatt etwa von Anton Wilhelm Amo waren, dem ersten afrikanischen Studenten und Dozenten der Universität Halle.

    Der hatte damals keine Probleme in der U-Bahn, weil es hier keine gibt!

  8. 8 Karl Eduard 4. Juni 2010 um 07:49

    Ohne U-Bahn ist das auch keine Kunst!

  9. 9 Robin Renitent 4. Juni 2010 um 12:13

    Ich wurde auch schon mehrmals diskriminiert.

    Einmal, schon länger her, hatte ich schwarze Füße. Prompt kamen häßliche, rassistische Bemerkungen.

    Und dann in Bayern. Da ließ eine Frau im Tollwutgebiet ungeleint rumtoben…ihren Hund. Und als der meinen kleinen Bruder ansprang und wir uns beschwerten, also verbal insistierten, da schleuderte sie uns, finster dreinblickend, entgegen:

    „Saupreissen verdammte, geht’s doch hin, wo’s herkomme seid…!“

    DAS sinjd die dunklen Seiten, dieses, unseres Landes. Schrecklich diese Deutschen.

  10. 10 Kurt 4. Juni 2010 um 13:36

    Jetzt ist diese Methode des subliminalen „von Rassismus“ betroffen sein“ also im Westen angekommen. Seit dem Tot der Rose von Ägypten war das in Dresden ein großes Thema. Befeuert von Prof.Donsbach, der mit geheimen Statistiken beweisen kann, daß 112,8% aller Dresdner Rassisten sind und deshalb der Umerziehung bedürfen.
    Offensichtlich arbeiten in Essen Absolventen von ihm.

    PS: Die Umerziehung fand dann doch nicht statt,u.a. weil die Hakenkreuzschmierereien auf der dresdner Synagoge von einem algerischen Staatsbürger stammten. Jetzt zu fordern, daß man, zur Abschaffung des Rasismus, sich darauf verlassen können muß, daß die rassistisch Betroffenen nicht querschiessen wäre wieder so deutsch, daß es fast rassistisch wäre.

  11. 11 vakna 4. Juni 2010 um 16:28

    Free Hermine!


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