Archiv für August 2010

Total ausgelogen

Wie man lesen kann, war der Beckmann – Talk wieder völlig ausgelogen, was die Zusammensetzung der Gäste betrifft. Das ist Pluralismus. Also der Wettstreit der Ideen, das ist das, was die Demokratie der Diktatur voraus hat. Daß ein Deliquent zur Hinrichtung eingeladen wird.

Mit Ihnen werden wir fertig!

Advertisements

Eine kolossale Lüge

Plötzlich und überraschend, wie gelehrt wird, überfällt Adolf Hitler morgen das ahnungslose und friedliche Polen, wobei weder plötzlich, überraschend noch ahnungslos und friedlich zutrifft. Nur kann man das nicht zugeben.

„Eine kolossale Lüge“ Kanadische Stimmen gegen englisch – französische Interventionspolitik. Montreal 31.08.  Die französisch-kanadische Tageszeitung „LÍllustration Nouvelle“ stellt in einem Leitartikel, der eine scharfe Abrechnung mit der Einkreisungspolitik der Demokratien enthält, unter anderem fest, daß England und Frankreich weder von Nahe noch von Fern bedroht würden.

Deutschland mische sich nirgends in französische oder englische Angelegenheiten. England und Frankreich mischten sich jedoch in den deutsch – polnischen Streit über Gebiete und Bevölkerungen, die nicht polnisch seien.: Wenn es einen europäischen Krieg gebe, dann nicht, weil Deutschland Frankreich oder England angreift, sondern weil Frankreich und England durch ihre Einmischung in den Streit Deutschland angreifen würden. Wenn Frankreich und England in ihrer Propaganda immer wieder behaupten: „Unsere Verteidigung ist bereit, wir sind bereit, jeden Angriff zurückzuweisen“, so sei das eine kolossale Lüge. Es handele sich nicht um einen Verteidigungskrieg, sondern um einen offensiven Interventionskrieg, den sie aus freiem Willen gegen eine Macht führen wollten, die sie in nichts bedrohe, ja ihnen sogar Nichtangriffs – , Freundschafts – und Abrüstungsverträge angeboten habe.

Die Zeitung glaubt im übrigen nicht an einen Krieg, weil die Interventionisten weder die genügende moralische noch die für den Sieg nötige physische Kraft hätten. Es handele sich für sie nur um die Rettung ihres Prestiges. Deutschland werde in dem Augenblick, wo man seinen Forderungen gerecht werde, die noch niemand als als ungerecht und unmoralisch habe bezeichnen können, dem bedrohten Prestige gestatten, heil herauszukommen, da es den Krieg ebensowenig wolle wie andere Länder. Das Blatt stellt schließlich fest, daß Kanada selbst noch weniger bedroht sei als England und Frankreich, die auch nicht bedroht seien.

Eine unverschämte Herausforderung Warschaus: Gesamtmobilmachung in Polen. Wehrfähige bis 40 Jahre einberufen – Pferde und Transportmittel beschlagnahmt. … Die polnische Generalmobilmachung kann nach der Kette polnischer Herausforderungen und militärischer Vorbereitungen als solche nicht mehr überraschen. Polen schafft aber dadurch,  daß es die Einleitungsmaßnahmen zum Abschluß bringt und in den Zustand vollkommener Mobilmachung übergeht, einen politischen und militärischen Tatbestand äußerst bedrohlichen Charakters. Es darf nicht vergessen werden, daß Polen in dem Augenblick zu dieser Handlung übergeht, in dem zwischen Deutschland und England ein Meinungsaustausch im Gange ist, dessen Kern die Gewinnung einer gerechten Friedensordnung ist. In die ohnehin gespannte Atmosphäre  trägt Polen durch seine Mobilmachung ein Spannungsmoment von größter Gefährlichkeit.

Die polnische Regierung begründet ihre Maßnahme mit der behauptung, daß sie hierzu durch den deutschen Aufmarsch gezwungen wird. Diese Behauptung ist eine Fälschung, die nur durch ihre Plumpheit überraschend wirkt. Man kann nicht annehmen, daß es in der Welt noch Beobachter gibt, die nicht wüßten, daß Polen zu den ersten Einberufungen schritt, als Antwort auf den konstruktiven Plan des Führers im März dieses Jahres zur Lösung der Danziger und Korridorfrage. In jenen Tagen hat Polen als erstes Land mit den militärischen Vorbereitungen begonnen und planmäßig die Mobilisierung pausenlos fortgesetzt. Nach eigenen polnischen Aussagen ist bis heute bereits ein Mobilisierungszustand von 2 1/2 Millionen Mann erreicht. …    .WIENER NEUESTE NACHRICHTEN.

Wenn man zum Vergleich den Beginn des Ersten Weltkrieges heranzieht, der durch die Grenzüberschreitungen russischer und französischer Truppen ausgelöst wurde, eine deutsche Regierung wäre bescheuert gewesen, darauf zu warten, daß fast 3 Millionen fremde Soldaten ins eigene Staatsgebiet einfallen und daß die sich netter verhalten hätten als zu ihren Staatsbürgern mit deutschem, ukrainischen oder tschechischem Beutehintergrund, das kann man wohl verneinen. Nun, heute haben wir jedenfalls eine solche Regierung, die zuläßt, daß eine fremde Macht ihre Kasernen in Deutschland baut, fast keine deutsche Stadt mehr ohne Moschee, und wir können stolz darauf sein. Kansas 1939.

Tschingdarassa Bumm!

Hat nichts mit Islam zu tun

Während in Jordanien Frauenrechtlerinnen gegen den schönen kulturellen islamischen Brauch kämpfen, Mädchen im Alter von 15 oder noch früher zu verheiraten, womit diese Menschen in gewolltem Hausarrest und gewollter Dumm – und ökonomischer Abhängigkeit gehalten werden, feiern das deutsche Politikerinnen und Politiker als bereicherndes Element, auf das Deutschland  seit Ende des II. Weltkrieges sehnsüchtig gewartet hat. Wenn das kein Beweis für die grassierende Dummheit in Deutschland ist, was dann?

Parallelen

Der Staatsratsvorsitzende der DDR, Walter Ulbricht, hat den Schriftstellerverband der Deutschen Demokratischen Republik wegen der umstrittenen Sozialismus – Thesen ihres Mitgliedes Erik Neutsch indirekt zum Handeln aufgefordert. Zwar sei der Schriftstellerverband unabhängig, betonte Genosse Walter Ulbricht am Sonntag im Sommerinterview der Aktuellen Kamera, doch müsse er parteilich sein.  „Ich bin mir (aber) ganz sicher, dass man auch im Schriftstellerverband darüber sprechen wird.“ Dabei sei zu berücksichtigen, „dass der Schriftstellerverband ein Aushängeschild für das ganze sozialistische Land ist“. Zugleich wies er die Thesen Neutsch´s als vollkommen inakzeptabel zurück. Sie seien ausgrenzend und machten die Arbeiterklasse, insbesondere aber die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands, verächtlich. … Neutsch hatte am Sonntag mit neuen Äußerungen zu sozialistischer Arbeitsproduktivität, vermeintlicher Schlamperei in der Produktion und in verhüllter Kritik an der Vorbildwirkung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands nachgelegt und damit einen Tag vor der Uraufführung des Filmes, der nach seinem Buch, „Spur der Steine“ gedreht wurde,  eine neue Welle der Entrüstung in den Kollektiven der Arbeiter, Bauern und der werktätigen Intelligenz ausgelöst.

Tabulos – das kann die Partei nicht durchgehen lassen!!

Bild: Es gibt unendlich viele fleißige und disziplinierte Arbeiter und Genossen, die nicht Ehebruch begehen – diese verdienen Respekt, nicht Häme. Alle jene, die sich einbringen, den Sozialismus in der Deutschen Demokratischen Republik weiter erfolgreich voranbringen – sie alle verdienen Respekt.

Vom Schipka – Pass

Die Schlacht am Schipka – Pass galt in der sozialistischen Militärgeschichtsschreibung als Geburtsstunde der bulgarisch – russischen Waffenbrüderschaft. Seit der Einnahme Konstantinopels hatte sich das osmanische Reich durch pausenlose Kriege immer mehr nach Westen ausgebreitet und die dortigen christlichen Reiche okkupiert. Heute würden wir das abscheulich finden, wenn wir nicht so eine doppelte Moral hätten, die einerseits um die großartigen Indianer weint, die ihre Gefangenen auswaideten, andererseits mit den Schultern zucken, geht es um Massenmord und Sklaverei, von den Osmanen, den heutigen Türken verübt. Die seit Jahrhunderten versklavten Balkanvölker, die noch unter der türkischen Herrschaft standen, hatten im russisch – türkischen Krieg die Möglichkeit, wieder eigenständige Nationen zu werden. Selbstbestimmungsrecht der Völker wird das heute genannt. Interessant ist, man kann es in derselben Ausgabe der Zeitung lesen, daß es Überlegungen Englands gab, in diesen Krieg zugunsten der Türkei einzutreten und es wird gefragt, ob es denn nicht besser wäre, die Bulgaren unter der Herrschaft der Türken zu lassen, weil sie da mit ihrer Sprache und Gebräuchen leben würden, anders als die von Rußland unterworfenen Völker.

Der Krieg. Wien, 29. August (1877) In unserem heutigen Abendblatte haben wir nach der Daily News einen ausführlichen Bericht über die vorwöchentlichen Kämpfe im Schipka – Passe veröffentlicht. Wenn dieser Bericht auch jener Objektivität entbehrt, welche die früheren Depeschen dieses Blattes und insbesondere jene über die Schlacht bei Plevna kennzeichnete, so ist der in Rede stehende Bericht doch insoferne von Interesse, als er die erste ausführlichere Darstellung jener heroischen Kämpfe bildet, deren Schauplatz ganz unverdientermaßen der Schipka – Paß war.

Wenn man einer Petersburger Depesche vom heutigen Tage glauben darf, so macht sich in den türkischen Angriffsbewegungen seit einigen Tagen eine Erschlaffung fühlbar. Wir könnten, wenn sich Suleimann Pascha wirklich entschlossen hätte, die unnöthigen Angriffe auf die schwer zugängliche Position aufzugeben und während ein Theil seiner Truppen den Schipka – Paß beobachtet, mit dem Gros derselben an einem anderen Punkte über den Balkan zu gehen, den türkischen General nur beglückwünschen. Wir glauben indeß, daß dies kaum der Fall sein dürfte. Trotz aller offiziellen Versicherungen, daß die russischen Truppen ihre Positionen im Schipka – Passe festhalten, ist es doch eine unumstößliche Thatsache, daß die Türken Fortschritte gemacht und insbesondere jene vorzüglichen Stellungen in der rechten Flanke der russischen Front, welche sie am Donnerstag unter den Augen des Korrespondenten der Daily News verloren hatten, am Sonntag nach einem blutigen Kampfe wieder erobert haben. Wie nämlich aus Gorny Studen vom Dienstag Abends gemeldet wird, haben die Türken abermals vorgeschobene Batterien errichtet, welche die Flanken der russischen Aufstellung bedrohen. Der Korrespondent der Daily News bezeichnete die Position der Russen am Mittwoch Abends als eine verzweifelte. Wenn nun die Türken am Sonntag diese flankierenden Geschützpositionen wieder gewonnen haben, so folgt daraus, daß der Stand der Dinge heute gerade so verzweifelt für die Russen ist, wie am Mittwoch. Aus der Thatsache, daß Suleiman Pascha am Montag und Dienstag seine Angriffe gemacht hat, geht nur hervor, daß er seinen ermüdeten Truppen etwas Ruhe gönnen, keineswegs aber, da er den Angriff unter sehr günstigen Verhältnissen fortsetzen kann, daß er denselben aufgeben will.

Daß wir übrigens das Anrennen gegen eine nur mit großen Opfern bezwingbare Position, wenn sie durch gefahrlose Umgehung leicht zu nehmen ist, nicht billigen, haben wir bereits wiederholt ausgesprochen. Wir würden uns überhaupt selbst heute noch die türkische Offensive anders vorstellen. Wir halten noch immer daran fest, daß die rationellste Operation folgende wäre: Rasim Pascha hätte mit dem linken Flügel Suleiman´s in befestigten Stellungen die Deboucheén des Schipka – Passes in das Thal von Kazanlik abzusperren, während Suleiman Pascha selbst mit dem Gros seiner Armee über den Balkan gehen und sich  zwischen Bebrowa und Osman – Bazar mit Mehmed Ali vereinigen sollte. Dieser mindestens 100,00 Mann starken türkischen Armee können die Russen höchstens 50,000 Mann, nämlich das elfte und zwölfte Armeecorps, entgegenstellen, da das dreizehnte Corps vor Rustschuk, das vierte und neunte Corps und die zweite Division vor Plevna und Lovac und das stark reducierte achte Corps endlich im Schipka – Balkan festgehalten werden. Der Offensive der vereinigten Armee Suleiman´s und Mehmed Ali´s könnten die 50,000 Russen unmöglich Widerstand leisten und der Feldzug könnte in vierzehn Tagen entschieden sein. Über London erfahren wir, daß das Hauptquartier Mehmed Ali´s nach Eski – Djuma verlegt wurde, was allerdings auf eine solche oder ähnliche Operation schliessen lassen würde.

In den Gefechten beim Schipka – Paß sind nach einem Telegramme des Großfürsten bis zum Freitag Abends bei den Russen verwundet worden: General Dragomirow, dem der rechte Fuß von einer Kugel durchbohrt wurde, aber nicht gefährlich; Flügel-Adjutant Oberst Fürst Wjasemski; Oberstlieutenant Renkewitsch und Capitän Malzew, vom Generalstabe; Oberstlieutenant Chudjakow und Fähnrich Turow, vom 16. Schützenbataillon; Capitän Steppenström, Stabscapitän Kondratzki, Lieutenant Koronelli und Fähnrich Alexander Iwanenko, vom 13. Schützenbataillon; Stabscapitän Tscherwinskij, vom 14. Schützenbataillon; Capitän Beloussow, vom Zitomir´schen Regiment; Oberstlieutenant Schwab, Major Molostwow, die Seconde – Lieitenante Denissow und Kikin und der Fähnrich Kontschialow, vom Brjanski´schen Regiment; Lieutenant Baljassnyj und Seconde – Lieutenant Tschertkow, vom Orlow´schen Regiment. Die todten Officiere hat Großfürst Nikolaus nicht genannt. NEUE FREIE PRESSE.

Bild: türkische Truppen beim Sturm auf den Schipka Pass

Im Anschluß an diesen Krieg wurde der Berliner Vertrag von 1878 abgeschlossen, der auch in der Preußischen Amtspresse erwähnt wird.

“ … Unter den Bestimmungen des Berliner Vertrages hat Rußland sich von Konstantinopel zurückgezogen, das in seiner Gewalt war; es hat sich ferner zurückgezogen aus der Meerenge von Gallipoli, neben Konstantinopel in zweiter Reihe von Bedeutung und von Einigen ihm gleich geachtet; Rußland hat ferner der Pforte die Stadt Erzerum zurückgegeben, welche wahrscheinlich bald der Schauplatz der stärksten Befestigungen in Kleinasien sein wird; unter den Bestimmungen des Berliner Vertrages hat der Sultan seine Donaufestungen abgegeben und ist der Meerbusen von Batum, der, wie man meinte, nur durch einen blutigen Bürgerkrieg erlangt werden könnte, abgetreten worden. Unter den Bestimmungen des Berliner Vertrages sind in diesem Augenblicke Komites und Kommissionen der geeignetsten Personen der verschiedensten Staaten Europas damit beschäftigt, die Grenzlinien für die durch den Berliner Vertrag geschaffenen verschiedenen Staaten und Provinzen festzustellen. … „

Erstaunlich auch, daß es damals noch keine Käßfrauen gab, die moralisierend in den Zeitungen herumflennten, „Krieg darf nach Gottes Willen nicht sein“ und solch völliger Quatsch und als Expertinnen für sonstwas vor die „flotte Schreibefeder“ geholt wurden. Überhaupt hat man sich bemüht, den Lesern ein objektives Bild zu vermitteln, mit Korrespondentenmeldungen aus allen beteiligten Lagern, denen jedenfalls, die das zuließen.  Zeitungen betrachteten sich vor allem als Nachrichtenübermittler, nicht als Volkserzieher. Das ist jedenfalls mein Eindruck.

Naziaufmarsch in Washington

Wenn jemand Frieden und Sozialismus bedroht hat, in der DDR, und den friedlichen Aufbau des Volkes unter Führung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, damals kurz SED und heute DIE LINKE geheißen, die an der Spitze der Parteien der Nationalen Front steht, geleitet von Angela Merkel, dann waren das die bitter bösen Bonner Ultras,  ärger als alle Höllenkreaturen, und liebevoll beschrieben von den Organen der Bezirksleitungen der SED, den Zeitungen. Die haben nun auch Amerika erobert. Und die Welt schläft.

Zwei Monate vor den Kongresswahlen in den USA machen Ultra-Konservative und die religiöse Rechte mobil. Zehntausende Demonstranten versammelten sich am Samstag vor dem Lincoln Memorial in Washington.

Eine erschreckende Demonstration, was bei der Freiheit, frei zu sprechen, herauskommt. Da wird Amerika von Deutschland lernen müssen, das derzeit von einer Welle pädagogisch höchst belehrender Artikel überschwemmt wird, die sich damit befassen, was man äußern darf und was nicht und  ob es besser, ist vorlaute Schwätzer in Acht und Bann zu tun oder ihnen nur den Selbstmord zu empfehlen, eine Abschieds – SMS gratis. Das macht doch Meinungsfreiheit aus, daß  jeder weiß, was er laut oder öffentlich äußern darf oder nicht!?

Wo waren aber die Antifaschisten in Washington, fragt man sich, die Hüter von Demokratie und Menschenrechten,  die in machtvollen Sitzblockaden einen solchen Aufmarsch, diese Perversion der Meinungs- und Versammlungsfreiheit,  verhindern? Oder wenigstens mit Steinen und Flaschen zu werfen, wie es in  Deutschland beispielhaft geschieht. Wo war der gratismutige amerikanische Thierse, der inmitten der Marschroute der  gewalttätigen Ultras, für 15 Minuten sein Mittagesssen unterbricht, um  couragiert, nahe am Geschehen, auf den Hawaiinseln, dagegen Protest zu sitzen? Wo? Haben wir uns dafür von den amerikanischen Soldaten vom deutschen Nationalsozialismus befreien lassen, daß das, was aus dem fruchtbaren Schosse kriecht, in Amerika schalten und walten darf, wie ihm der Schnabel gewachsen ist?

So wie damals kühn die Zeitung den westlichen Kriegstreibern die Biedermannmaske vom Gesicht riß, so tut sie es heute auch, wo heute  unverkennbar Zehntausende amerikanische Nazis aufmarschierten, um das friedliche Reformwerk des großen schwarzen Visionärs Barack Obama zu Fall zu bringen, der, wie damals in Chile Salvador Allende, zwar nicht jedem Kind am Tag einen halben Liter Milch garantieren will, sondern einen Platz in der Krankenversicherung, doch Menschlichkeit ist diesen Jüngern des Kapitalismus, die zwischen Mein und Dein unterscheiden wollen,  von jeher ein Dorn im Auge.

Zwar war die Veranstaltung nicht ausdrücklich gegen US-Präsident Barack Obama gerichtet – doch die ultra-konservative Stoßrichtung gegen die Regierung war unverkennbar. „Amerika beginnt heute, sich wieder zu Gott zu wenden“, rief der Organisator der Veranstaltung und Moderator des TV-Senders Fox News, Glenn Beck. Er sprach von mehreren hunderttausend Teilnehmern.

Und das ist es doch, was uns erschaudern läßt. Dieses nicht ausdrücklich. Welch Scharfsinn muß sich da hinter der hohen, klugen Stirn des Journalisten verbergen, der  mutig und schonungslos die Stoßrichtung aufdeckt, die hinter der Stoßrichtung steckt! Und nichts ist den Nazis heilig!

Die Rechten versammelten sich an der Gedenkstätte für Abraham Lincoln, den 16. Präsidenten der USA – und damit ausgerechnet an dem Ort, wo vor genau 47 Jahren der später ermordete schwarze Bürgerrechtler Martin Luther King seine berühmte „I have a dream“-Rede über eine Gesellschaft ohne Rassenschranken hielt..

Ja ist denn dieser Lincoln noch zu retten, sich dort eine Gedächtnisstätte bauen zu lassen, an der ein Martin Luther King  der staunenden Bevölkerung einen Traum erzählt, nach 47 Jahren, nur, damit die rechtsextremen Gottesanbeter einen Ort zum Versammeln haben, auf dem sie gleich noch auf Martin Luther King herumtrampeln können, der zu früh inkarnierten  Lichtgestalt Barack Obama? Schande über ihn! Den Lincoln. Auch hier muß Amerika Deutschland folgen, das seine vermeintlich großen Staatsmänner, Politiker und Militärs demontiert, um Platz zu machen, für die Helden der neuen Zeit.

Wenn unsere Bundeswehr nicht so schwer beschäftigt wäre, in Afghanistan, den moderaten Koranschülern auszuweichen, auf daß die ihnen kein Leides zufügen, Deutschland müßte darüber nachdenken, Amerika Frieden und Freiheit zurückzubringen, das sind wir ihm mindestens schuldig!

Nazis gegen Steuererhöhung!

Die sollten mal von der Argumentation deutscher Richter lernen. Steuern dienen dem Gemeinwohl in den Parallelgesellschaften, in Griechenland, dem Kosovo, Portugal oder Pakistan!

Mag die Melodie


August 2010
M D M D F S S
« Jul   Sep »
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031  

Blog Stats

  • 2,024,484 hits

Archiv