Archiv für 3. August 2010

Bruch des Völkerrechts durch Frankreich

Freiburger Zeitung. 1914 Berlin, 2. August. Wie wir erfahren, ist gestern nachmittag 5 Uhr die volle Mobilisierung der französischen Streitkräfte angeordnet worden. Hier lief die militärische Meldung ein, daß heute vormittag franz. Flieger in der Umgebung von Nürnberg Bomben abwarfen. Da die Kriegserklärung zwischen Frankreich und Deutschland bisher noch nicht erfolgte, liegt ein Bruch des Völkerrechts vor.

Der Krieg mit Frankreich erscheint,  nachdem am Samstag nachmittag die allgemeine Mobilisierung der gesamten Streitkräfte angeordnet worden war, nach den inzwischen gemeldeten an anderer Stelle mitgeteilten militärischen Unternehmungen Frankreichs auf deutschem Gebiete kaum mehr zweifelhaft. Man mußte ja von Anfang an damit rechnen, daß Frankreich seinen Verbündeten an die Seite treten werde, sobald dieser mobilisiere, obwohl unser Streit mit Rußland keinerlei Lebensinteressen Frankreichs berührt und unsere Mobilisierung sich nicht gegen Frankreich, sondern gegen Rußland richtete. Die gestern aufgetretene Annahme, daß unser westlicher Nachbar sich die Sache überlegen wolle, ist durch die in der Nacht eingetroffenen Meldungen über die aggressiven Maßnahmen Frankreichs, das deutsches Land bereits durch Luftschiffe und Flieger beunruhigen und sogar Bomben werfen ließ, schwer enttäuscht worden. Die Teilnahme Frankreichs macht die Lage natürlich viel ernster und unsere Aufgabe erheblich schwerer, findet uns aber nicht unvorbereitet. …

Wir wollen lernen wir wollen begreifen

Nicht aber ohne unseren monatlichen Hundert – Euro – Schein! Irgendwie leiden die Genossen DER PARTEI in Brandenburg auch schon in jungen Jahren an Altersdemenz oder sie sind total verwirrt. Das Leistungsprinzip in der DDR lautete nämlich nicht, gibt den Werktätigen einen materiellen Anreiz damit sie gut arbeiten, also vor der Planerfüllung, sondern gib ihnen die Prämie, nachdem sie die Leistungen erbracht haben. Das ist ein großer Unterschied. Auch das Abzeichen für gutes Wissen gab es erst nach bewiesenem guten Wissen, nicht vorher! Aber in dem Bemühen, die entwickelte sozialistische Gesellschaft aufzubauen, können schon einmal vermeidbare Fehler vorkommen. Seit 1. August gibt es in Brandenburg formal das Schüler-Bafög. … Mit den monatlich 100 Euro ab Klasse elf sollen ärmere Schüler motiviert werden, den Weg zum Abitur zu beschreiten.

Das wird aber so nichts helfen, denn wer nicht in den unteren Klassen gelernt hat, zu lernen, der lernt es auch in späteren Klassen nicht. Das wußte selbst die Bildungsministerin Genossin Margot Honecker. Aber immerhin, nicht wahr, hundert Euro Taschengeld pro Monat zusätzlich, die sind ja nun nicht zu verachten.  Zumal das Altstoffsammeln als Einkommensquelle entfällt und auch nicht mehr so viel einbringt. Anschliessend kann man ja immer noch das von den Genossen bereitgestellte bedingungslose Grundeinkommen genießen und so daß Verteilungsprinzip im Kommunismus ausleben, jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen, wobei erstere gering und letztere sehr hoch sein dürften. An einem Auto, mindestens der Marke Trabant, daran soll es aber der hoffnungsvollen, nachwachsenden Generation nicht mangeln.  Immerhin wird die unsere helle Zukunft.

Also, weiter so, Genossen. Eine andere Lösung wäre natürlich, die Schule für mehr Bildung zu bestreiken, obwohl es im Sozialismus auf brandenburgischem Boden keine antagonistischen Gegensätze mehr gibt, die im Klassenkampf gelöst werden müssen. Aber erfolgreiche Methoden, die unsere Universitätsstudenten zu Forschern und Wissenschaftlern machen, können, ja müssen,  bedenkenlos 1 : 1 auf die Schule übertragen werden.

Gingen mit gutem Beispiel voran

Nach einer Woche Streik, also Abwesenheit von Lernen, sprudeln die Studenten über vor Wissen. Ein Modell auch für die Schule?  Nach 365 Tagen Streik müßte doch jeder Schüler reif für die Elfte Klasse sein. Oder nicht?

Bild: Abzeichen für gutes Wissen in Gold der DDR, aktueller als zuvor, symbolisiert es den richtigen Weg, den die Brandenburger Genossen beschreiten, im Geiste Marx, Engels und Lenin, daß Lenin  forderte, Lernen, Lernen und nochmals Lernen, das muß ein Übersetzungsfehler aus dem Russischen gewesen sein.


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