Archiv für 4. August 2010

Nazis müssen Laufen

Da hüpft das Herz des Innenministers. Das waren noch Zeiten, als die Polizei darüber entschied, wer verläßlich genug ist, einen Führerschein zu bekommen. Denn nicht nur, daß der Führerscheininhaber in Erwägung ziehen könnte, den Staat zu streichen, völlig umstürzlerisch, er könnte ja auch, persönlich unzuverlässig, andere kriminelle Handlungen damit begehen, wie zum Beispiel, von einer Tat zu flüchten oder zum Verbrechen zu kutschieren, statt die Bahn zu nehmen. Ob Intensivtätern damals der Führerschein ausgehändigt wurde, dazu konnte noch nichts gefunden werden.  Heute ist es aber egal.

DAS KLEINE BLATT 4. AUGUST 1934. Staatsfeinde bekommen keinen Führerschein. Die Polizeidireketion in Wien entzog vor einiger Zeit einem gewissen Herwig J.  den Führerschein auf unbestimmte Zeit. Diese Maßnahme wurde damit begründet, daß sich Herwig J. für die verbotene nationalsozialistische Partei betätigt habe und deshalb polizeilich mit 42 Tagen Arrest verurteilt worden sei. Durch diese staatsfeindliche Betätigung habe er die Verläßlichkeit, die zur Führung von Kraftfahrzeugen notwendig ist, verloren. Gegen diesen Bescheid brachte Herwig J. die Beschwerde beim Bundesgerichtshof ein. Dieser verwarf aber seine Beschwerde und führte zur Begründung seines Bescheides aus: Bei der Ausgabe von Führerscheinen muß die Polizei auch die persönliche Verläßlichkeit des künftigen Inhabers des Führerscheines beurteilen.

Bei den vielfachen Verwendungsmöglichkeiten eines Kraftfahrzeuges kann der Besitzer eines Führerscheines  besonders leicht staatsfeindliche Aktionen unterstützen. Deshalb ist auch die staatsfeindliche Haltung des Führerscheinbewerbers in Betracht zu ziehen. Der Beschwerdeführer ist wegen unerlaubter Betätigung für die verbotene NSDAP. rechtskräftig verurteilt worden und dieser Umstand berechtigte die Polizei, ihm den Führerschein zu entziehen.

Berlin nimmt Flüchtlinge auf

Nur sprachen die damals Deutsch, verlangten nicht, nach irrwitzigen Bestattungsritualen beerdigt zu werden, heulten nicht herum, sie wären die neuen Juden, bildeten keine Parallelgesellschaften und pflegten nicht, in Horden über Sanitäter und Polizei bei Unglücken herzufallen. Weswegen uns die Ostpreußen heute immer noch als abscheuliche Nazis gelten, während heute terrorisierende arabische und libanesische Clans höchstes Gastrecht geniessen, so ändern sich die Zeiten. Und immerhin waren das sogar „Unsere Landsleute aus dem Osten“.  Nach heutiger Logik hätten sie aber nach den polnischen Vertreibungen nach dem ersten Weltkrieg und nach  1945  in Flüchtlingslagern hocken müssen, bis heute, und den polnischen Staat angreifen, nicht, ohne daß DER SPIEGEL und andere hervorragende Presseorgane, betont hätten, es würde sich ja lediglich um selbstgebastelte Raketen handeln und das Rückkehrrecht der Ostpreußen wäre ein völkerrechtliches. LINKE – Abgeordnete würden Free – Danzig – Flotten besteigen, um der Welt zu demonstrieren, Polen sitzt auf geraubtem Territorium, ja, so würde das laufen, nach heutiger Logik.

TILSITER ALLGEMEINE ZEITUNG 4. September 1914.  Ostpreußische Flüchtlinge. Hoch im Norden, in den Unterkunftshäusern der Stadt Berlin, an der Fröbelstraße und der Diesterwegstraße, hat man, so lesen wir in der „Voss. Ztg.“, die Flüchtlinge aus den ostpreußischen Grenzorten, die in Berlin ankamen, vorläufig untergebracht. Ihr Aufenthalt wird freilich nicht lange dauern, denn die Unterkunftsstellen, die heute übrigens noch nicht vollständig belegt sind, müssen bald neuen Flüchtlingen eine Heimstätte bieten, während die zuerst gekommenen, meist bodenständige Bevölkerung, kleine Ansiedler, Handwerker und Eisenbahner, auf dem flachen Lande und in Bürgerquartieren untergebracht werden sollen, wo ihnen die Möglichkeit geboten ist, sich nützlich zu machen, denn der Staat muß noch für viele, viele andere sorgen, die die Angst vor den Russen zum Verlassen von Haus und Hof gezwungen hat.

In den weiten Baracken und den Schlafsälen stehen die Betten in langen Reihen, eiserne Bettstellen mit Strohsack und Wolldecke. Ein großer Blechnapf mit Löffel liegt auf jedem, das Zeichen, daß es bald Essen gibt. Hier und da liegt schlummernd ein Säugling, während die älteren Kinder sich in den Händen der Schwestern vom Roten Kreuz befinden, die in den Badräumen für gründliche Reinigung … (unleserlich)  … Teil sind die Flüchtlinge schon eine Woche unterwegs und sind während dieser Zeit niemals richtig zur Ruhe gekommen. Die Jugend hat sich zuerst in die Verhältnisse gefunden. Auf den Gängen und im Freien spielen schon die Jungen und Mädel, ein paar Kampfhähne sind schon aneinandergeraten und können nur mit Mühe getrennt werden.

Anders die Alten und die Erwachsenen. Denen ist´s schwer geworden, sich von der Scholle zu trennen. Sie wissen nicht, wie sie das Anwesen, das sie so schnell verlassen mußten, wiederfinden werden, ob nicht ausgebrannte Trümmer und verwüstete Stätten und verödete Fluren ihrer harren. Sie haben das Korn in der Scheune und das Vieh in den Ställen lassen müssen und sorgen sich jetzt, daß Kühe und Schweine Hunger leiden müssen. Nicht immer gelingt es ihnen, wenn sie erzählen, die Tränen zurückzuhalten, aber sie jammern nicht, ein Wort des Zuspruchs tröstet sie, und mit aufeinandergebissenen Zähnen nicken sie zuversichtlich: „Wir wissen´s, wir werden siegen!“

Man hat die Leute aus denselben Orten möglichst zusammengelegt, so daß die Leute aus Goldap, aus Trakehnen und Darlehmen und den anderen Grenzorten sich hier bald heimisch fühlen. Die erste Nacht in Berlin, das die meisten von ihnen nie gesehen haben, hat ihnen die Unruhe genommen. Eine alte 94jährige Greisin ist unter ihnen, die wohl kaum je über Angerburg hinausgekommen ist. Sie ist noch nicht stumpf, empfindet nach alles, was in der Welt vorgeht, aber Furcht vor dem, was ihre Heimat bedroht, hat sie nicht. Das Gläubige Vertrauen zu deutscher Macht und Stärke, das unbesiegbar ist, hat sie wie alle anderen, die, gastlich von der Stadt Berlin aufgenommen, an dieser Stätte weilen. Sie sehen, daß für sie gesorgt wird und das begründet ihre Zuversicht nach Bangen Tagen.

Dieser Blogautor lernt übrigens andauernd dazu, wenn er die alten Zeitungen liest. Sachen lernt er da, die in der Schule und in der offiziellen Geschichtsschreibung nie eine Rolle spielten und er sieht die geschichtlichen Ereignisse, die zuvor so klar und unerschütterlich durch das sozialistische Bildungswesen interpretiert worden waren, plötzlich mit ganz anderen Augen. Wenn ihn das in anderen Augen zu einem Nazi macht, dann ist ihm das Wurscht.

Gross Trakehnen

Pferde mit rassigen Gliedern!? Na, ich bitt Sie! Wo es keine Rassen gibt. Nur Rassismus.


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