Archiv für 9. August 2010

Sitzengeblieben seit 1886

Warum hungern die Menschen in Afrika, Lateinamerika oder Asien? Klarer Fall, wegen der kapitalistischen Ausbeutung. Dessen sind wir uns gewiß. Dennoch könnte man aber irrsinnigerweise zum Schluß kommen, sie hungern, weil sie nicht genug Lebensmittel produzieren. Und genug Lebensmittel produzieren sie nicht, weil europäische Lebensmittelkonzerne sie hungern lassen oder wir uns den Wanst vollstopfen, sondern, weil diese Menschen seit 1886 oder noch vorher auf ihrem Entwicklungsstand verharrten und weiter produzieren, als wäre das Eisen nie erfunden worden. Null Bock auf Evolution. Sind wir daran schuld? Nein. Sind wir nicht. Wir sollten uns deshalb auch kein schlechtes Gewissen einreden lassen. Auch in Europa wurde gehungert,  es gab regelrechte Hungersnöte, doch ohne Hilfskonvois aus aller Welt, man war aber gegenüber technischem Fortschritt aufgeschlossen und verbreitete Forschungen oder Entwicklungen über gedrucktes Papier. Voraussetzung, davon zu profitieren, war natürlich, die Kunst des Lesens zu beherrschen. Hier einmal die ZEITUNG FÜR LANDWIRTSCHAFT. Ein Pferd zieht besser als ein Ochse, ein Dampfpflug hat die Kraft mehrerer Pferde. Viel größere Flächen konnten also für die Landwirtschaft nutzbar gemacht werden.  Was bedeutete, mehr Lebensmittel. Das ist jetzt 124 Jahre her und immer noch wird in Teilen der Welt Ackerbau wie zu Vorzeiten betrieben. Sind wir Schuld daran? Nein!

Landwirtschaftliches. Dampfpflügen mit dem Zweimaschinensystem. Die Nutzbarmachung von wüstem Land ist in Großbritanien und Amerika eine der Tagesfragen und ein Beispiel dafür, was in dieser Richtung durch tüchtige Privatunternehmungen geleistet werden kann, ist die Urbarmachung von ungefähr 750 Acre Land, das früher ein Hafen der Südküste Englands war. Der erste Schritt dazu war die Errichtung eines Dammes und Drainierung des Bodens nach einem offenen Canal in der Mitte des Hafens, dessen Mündung durch eine Schleuse controlliert wird, die sich bei Eintritt der Fluth von selbst schließt. Dann kam die Beackerung, welche anfangs mit Pferden versucht wurde; nachdem eine Hauptbedingung für eine erfolgreiche Cultur aber eine gründliche Lockerung der Oberfläche des Bodens ist, reichte diese nicht aus und man beschloß die Dampfkraft anzuwenden, welche bedeutende und zufriedenstellende Erfolge errungen hat, da der Boden gründlich bis zur Tiefe von 10 ´´ hindurch gelockert wurde. Bevor man aber Dampf zu Hilfe nahm, hatte sich der Versuch, die Arbeit mit Pferden zu thun, nicht nur als gefährlich, sondern auch ganz undurchführbar erwiesen, mit Dampf hingegen wurden nicht nur alle Schwierigkeiten gehoben, sondern es war die ganze Arbeit von einem glänzenden Erfolge gekrönt, denn wo vor nicht langer Zeit alles eine öde Wasserfläche war, da sind jetzt hunderte von Äckern mit üppigen Saaten.

Bei diesem System arbeiten, wie Fig. 603 zeigt, zwei Locomotiven, jede mit einer Windetrommel versehen an den beiden Feldenden. Die hauptvortheile dieser Methode der Dampfbodencultur besteht darin, daß weniger Drahtseil gebraucht wird wie bei dem Einmaschinensystem und daß zum Versetzen sehr wenig Zeit erforderlich ist

Fig. 604 bringt ein Locomobil zur Anschauung, wie dieselben ausgestattet mit der Windetrommel bei diesem Systeme in Verwendung kommen. Wie bei Fig. 603 in der Mitte der Zeichnung ersichtlich, gehören zu diesen Maschinen auch große Ackerinstrumente, welche gleichzeitig 5 – 6 Furchen ziehen. Dieses Werkzeug wird von zwei starken schmiedeeisernen Rädern getragen, welche sehr leicht für verschiedenen Tiefgang verstellbar sind. Angefertigt werden diese Maschinen und Ackergeräte in der weltbekannten Fabrik von I. und H. Howard in Bedfort, dieselbe gilt für eine Musterfabrik in England.

Die Altmark, zum Beispiel, hat auch sehr schwere Böden, mittels des Dampfpfluges konnten sie aber erschlossen werden. Warum war das auf dem Rest der Welt nicht möglich? Warum singen Sänger heute immer gegen den Hunger in Afrika, könnten die nicht für mehr Intelligenz singen? Auch für sich selbst? Und natürlich, diese Kapitalisten Howard in Bedfort, die Geld für ihre Maschinen wollten, man glaubt es kaum. Offensichtlich haben die sich hingesetzt und überlegt, die Dampkraft hätten wir schon mal, was kann man noch damit machen als Waren befördern, Schiffe antreiben oder Webstühle. Sie haben sich Gedanken gemacht. Heute würden sie zu den Millionären gehören, die Frau Claudia Roth auffordert, zu spenden. Weil sie Reiche sind. Nur, was hat Frau Roth für den Menschheitsfortschritt getan? Nichts. Sie ist gänzlich überflüssig für das Fortkommen der Menschheit.

PS.: Es lohnt sich übrigens, diese Zeitung für Landwirtschaft einmal durchzublättern, in fast jeder dieser Ausgaben wird ein neues technisches Gerät vorgestellt und, man staune und wundere sich, nicht erfunden im geheimnisvollen Morgenland, mit seinen Geschichten aus Tausend und einer Nacht. Fast jede Ausgabe eine neue Erfindung, die die Produktion effektiver machte und den Menschen die Arbeit erleichterte. Kein Wunder, sondern das Ergebnis von Intelligenz und tatkräftigem Zupacken.

Dampf war übrigens gefährlich und ist es heute immer noch. Wer sich überm heißen Topf verbrüht hat, wird das wissen. Komischerweise verzichten wir aber nicht aufs Kochen. Damals explodierten Dampfkessel massenhaft, immer wieder liest man von Unglücken, denn die Technik, das Material und die Kontrollapparate waren nicht ausgereift. Hätte es damals die GRÜNEN schon gegeben, hätten wir Initiativen zum Verbot der schädlichen Dampfkraft gehabt und solche Idioten sitzen heute in den Parlamenten und verhindern jeglichen Fortschritt.  Derartige Fehlentwicklungen zu wählen, können sich aber nur Satte leisten.

Provinzial-Correspondenz 1870

Preußische Geschichte durch ihre Amtspresse lesen. Für alle Frakturunkundigen in heutigen Lettern aufbereitet.  Mit Suchfunktion nach Ereignissen, Orten und Namen. Herz, was willst Du mehr?

(Näheres von der Erstürmung Weißenburgs.) Ueber den Tag von Weißenburg liegen bereits einige nähere Berichte vor. Die »Kölnische Zeitung« bringt darüber Folgendes, zunächst vom 4. August:

Das war heute ein prächtiger Anfang des großen Krieges und mit glänzendem Siege haben wir den Feldzug eröffnet. Ich befand mich bei Hagenbach, in der Nähe der badischen Division Beyer, welche mit lautem Gesang auf Lauterburg im Elsaß zumarschirte, als des Morgens um 4 Uhr, unter strömendem Regen, welcher die unerträgliche Hitze der letzten Tage glücklicher Weise sehr kühlte, rechts von unserem Flügel in der Richtung nach Weißenburg zu lauter Kanonendonner, der fortwährend an Stärke zunahm, erscholl. Die Avantgarde des 2. bayerischen Armeecorps unter dem General-Lieutenant Graf Bothmer war gegen Weißenburg, welches von der französischen Division Douay’s vom Corps des Marschalls Mac Mahon besetzt wurde, angerückt. Zwar war Weißenburg stark verschanzt und die Franzosen hatten in aller Eile möglichste Schanzen und Verhaue dort aufgeführt, allein die braven Bayern stürmten unter dem Schutze ihrer sehr gut schießenden Artillerie mit todesverachtender Kühnheit und drangen unter harten Verlusten bis Mitte der Stadt vor. Hier aber warfen sich ihnen neue französische Regimenter entgegen und das Gefecht kam zum Stehen. Aber schon nahete die preußische Hülfe; der bayerische Kanonendonner hatte die preußischen Truppen vom 5ten Armee-Corps, dem alten berühmten Steinmetz’schen Corps, mit gewaltigem Munde zur Eile getrieben. »Drauf, es gilt, den Bayern Hülfe zu bringen, sie müssen wissen, daß auf uns Preußen Verlaß ist!« haben die braven Niederschlesier gerufen, und nun im Laufschritt vorwärts, voran der General v. Kirchbach, der Führer des 5. Armee-Corps. Mit schnellem Ueberblick wirft er seine Truppen in die rechte Flanke des Feindes, zwar leisten die Franzosen den hartnäckigsten Widerstand, aber der Ungestüm der Preußen ist zu groß. Die beiden Niederschlesischen Regimenter Nr. 7 (Königs-Grenadiere aus Liegnitz) und Nr. 58 erstürmen eine französische Verschanzung, das 5. Jäger-Bataillon aus Görlitz, in dem viele Freiwillige dienen, schießt mit sicheren Schüssen stets die französischen Zuaven zusammen, plötzlich ertönt der Schlachtenruf: »Drauf Ihr Preußen – Hurrah der König Wilhelm!« und unaufhaltsam wie eine Wetterwolke, brechen die Preußen und bald ihnen zur Seite auch wieder die Bayern vor. Ganz Weißenburg, mit allen seinen Verschanzungen und festen Höhen wird erstürmt, und die Jäger des 5. Bataillons erobern auch eine französische Kanone, während die schwarzen Husaren ein französisches Zeltlager und viele französische Pferde erbeuten. Die ganze französische Division Douay ist vollständig zersprengt, der General Douay selbst, der zuletzt wie ein Verzweifelter den Tod suchte, soll gefallen sein. Wir haben über achthundert französische Gefangene, darunter viele Zuaven, die lange nicht so gewandt fochten, wie man früher von ihnen behauptet hatte. Unsere Verluste sind bedeutend und werden sich an Todten und Verwundeten wohl über 900 Mann belaufen. Besonders bayerische Jäger, dann das 7. und 58. preußische Regiment und das 5. Jäger-Bataillon haben sehr gelitten. General v. Kirchbach ist leicht an der Backe verwundet. Während des Gefechtes kam der Kronprinz an, jubelnd von den Truppen begrüßt. Die Franzosen ziehen sich eilig zurück, unsere Avantgarde steht schon in Betschdorf. – Auch die Badenser rückten unter fortwährendem Geplänkel vorwärts und besetzten die französische Stadt Lauterburg. Die badischen Vorposten stehen bis Winzenbach und Trimbach. Es wurden von den Badensern bei Lauterburg 30 große französische Kähne und Rheinschiffe, die dort zusammengebracht waren, erbeutet. Leider wird nun die Hitze wieder sehr groß.

5. August, Abends. Soeben komme ich von Weißenburg zurück; der gestrige Kampf war ein sehr heftiger und die Regimenter Nr. 7, 58, 59, 48 und das 5. Jäger-Bataillon haben harte Verluste, die sich auf 600 Mann belaufen mögen, gehabt. Die Truppen vom 11. preußischen Armee-Corps sind weniger im Feuer gewesen. Am schwierigsten und verlustreichsten ward die Erstürmung des Geisberges, eines hohen Hügels, südöstlich von der Stadt. Die Franzosen hatten sich hier stark verschanzt und eröffneten ein mörderisches Feuer auf unsere Soldaten, allein das 7. Königs-Grenadier-Regiment aus Liegnitz stürmte unaufhaltsam vorwärts. Hier haben wir auch an 500 Gefangene gemacht, deren im Ganzen 800 Mann, darunter über 50 Turcos, sind. Die Franzosen haben anfänglich sehr muthig gekämpft, als sie aber einmal geschlagen waren, sind sie sehr unordentlich geflohen. In dem sehr koupirten Terrain konnte die Kavallerie nur nicht rasch verfolgen, sonst wären noch sehr viel mehr Franzosen gefangen genommen. General von Kirchbach ist nur leicht verwundet. Der Brand von Weißenburg hat nicht stattgefunden. Die Bayern haben sich sehr brav geschlagen und werden überall von den Preußen jubelnd begrüßt.Quelle. Amtspresse Preußens.

Wir werden den Kampf für die Befreiung nicht aufgeben

Also den von Südossetien. So der georgische Präsident Michail Saakaschwili. Das heißt, er will die seit 1990 abgefallenen Provinzen wieder heimholen ins Reich Georgien. Waffen gesammelt hat er ja inzwischen genug, um es erneut zu probieren. Außerdem ist er unser aller Liebling und wird das auch dürfen. Wie schon beim ersten, fehlgeschlagenen Versuch, während der olympischen Spiele in China. Das ist unser Ansprechpartner. Unser EU – und NATO-Beitrittskandidat.

Gedenken

an den Jahrestag, als georgische Truppen südossetische und russische Zivilisten aus ihren Betten schossen. Alleine zu diesem Kriegsverbrechen schwiegen die Öffentlich Rechtlichen, die bei jedem Schlag der israelischen Luftwaffe auf Hamasstellungen Zeter und Mordio rufen. Auch der Angriff auf russische Friedenstruppen wurde nonchalant übergangen. Erst als Russland in Georgien eindrang, während der Verfolgung der Streitkräfte, als der Liebling des Westens, der Präsident Georgiens sich ins Höschen strullte, erst da begannm die aufklärerische Tätigkeit der GEZ-Sender.

Interview mit Vladimir Putin zum Georgien Konflikt

Die ARD hatte das Interview damals entstellend verkürzt. Putin hat sein Land ins Abseits geführt – sagt hier der Volksverbieger.  Manche Leute merken es nicht mal mehr, da geht das Lügen schon wie gedruckt.

Putin: Und jetzt zum Ansehen Rußlands. Ich bin davon überzeugt, daß das Ansehen eines beliebigen Landes, das im Stande ist, das Leben und die Würde seiner Bürger zu schützen, eines Landes, das im Stande ist, eine unabhängige Außenpolitik zu befolgen, in mehr- oder mittelfristiger Zukunft, in der Welt nur wachsen wird. Und umgekehrt, das Ansehen der Länder, die es sich zur Regel gemacht haben, außenpolitische Interessen anderer Staaten zu bedienen, in dem sie sich über ihre eigenen, nationalen Interessen hinwegsetzen, ungeachtet dessen, womit sie dies begründen, deren Ansehen wird abnehmen, das ist alles.


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