Archiv für 13. August 2010

Wegen Faulheit

Jetzt ist er wieder da, der 13. August und die Genossen der kurzgewendeten Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, die seit langem wieder ihre blutbefleckten Häupter erheben, sind ganz aus dem Häuschen, jährt sich doch ihr Ganovenstück, ein ganzes Volk unter Hausarrest zu stellen schon zum 48 sten Male. Ja, freilich, das Hoftor des Anwesens DDR zu verschliessen, die Fenster nach draussen zu vernageln und Männer mit Gewehren zu beauftragen, unerlaubte Ausgänger am Verlassen der DDR zu hindern, das hatte alles sehr, sehr gute Gründe in den Augen der Genossen.

Als am 13. August 1961 der Antifaschistische Schutzwall errichtet wurde, vom Westen fälschlicherweise „Mauer“ genannt, geschah das einzig aus dem Grund, die Antifaschisten in der DDR vor den Faschisten in der BRD zu schützen, die das dringende Bedürnis hatten, sich die Errungenschaften der Arbeiter und Bauern, wie den Trabant und die NATIONALE FRONT der DDR, einzuverleiben. Oder das Ampelmännchen, Pittiplatsch den Lieben und die Dederonschürze.

Zettel fragt sich gerade, wie man Menschen dazu bringen kann, sich und andere einzumauern. Ganz einfach, in dem man ihnen sagt, daß es das Richtige ist. Es ist das Richtige. So, wie heute andere Sachen als das Richtige dargestellt werden. Man muß es ja nur immer und immer wieder wiederholen, es ist das Richtige. Dann klappt das schon mit den Handlungen. Ich frage mich ja heute auch manchmal, wie kommen Leute dazu, einfach so loszuziehen und Thor Steinar zu demolieren und zu ruinieren? Weil Politiker sagen, es ist nötig, für unser aller Wohl. Ich frage mich, wie kommen Hotels darauf, Absprachen zu treffen, wie sie Gäste am besten wieder loswerden können, wo die sich doch eigentlich freuen sollten, über den zahlenden Gast. Weil sie wissen, sie tun eine gute Tat damit. Wie können Menschen ungeschoren damit davonkommen, daß sie faktisch die Ausübung der Grundrechte verhindern, wie der Bundestagstaliban? Weil es als etwas Positives dargestellt wird und deshalb stehen die Linken, Kewil nennt sie Mauermörder, auch immer noch in höherem Ansehen, als zum Beispiel die Bundeswehr in Afghanistan.

Oh Herr schlage die Rechten tot

Was ein rechter, verzeihung, linker Christ ist, der seine Klimawandelbibel kennt und die kleine Handreichung der Heiligen Margot, „Beten mit den Taliban – unterm Sternenzelt am Hundukusch“, der beschäftigt sich nicht mit solchem Pillepalle, wie das Christentum unter die Ungläubigen zu tragen, denn nur wer selber brennt, der kann auch zünden! Das wußte schon Gott, als er hustend im Dornbusch auf Moses einredete, das wußten die fleißigen Riesaer Zündholzhersteller und die evangelischen Christen wissen es auch. Wo einst die Heilige Schrift, die Bibel,  den Maßstab des Handelns bestimmte und die Furcht, nach dem Ende des irdischen Lebens auf ewig vom Himmel ausgeschlossen zu sein, was eine ganz schön lange Zeit ist, bis zum jüngsten Gericht, da wimmelt es nun von Pamphleten in gerechter Sprache, wobei Gerechtigkeit natürlich immer subjektiv ist.

So ist es auch kein Wunder, daß die evangelische Landeskirche weniger um die Rettung von Seelen besorgt ist, als um die Rettung irdischen Lebens vor neonazistischer Geschichtsfälschung und NS-Verherrlichung, die ja allenthalben und überall im öffentlichen Raume die Gläubigen und Ungläubigen umwabern. Da können wir uns hier nur anschliessen und rufen: „Oh Herr, schlage die Rechten tot, denn sie verfälschen Dein Werk der Liebe nicht nur im Fach Geschichte, an deutschen Schulen, in Zeitungen und Dokumentationen, nein, sie verherrlichen auch noch den Nationalsozialismus  tagtäglich in der Zeitung, in Rundfunk und Radio, und am schlimmsten in der Werbung, und dafür, ist Dein Sohn, Gott, doch wohl nicht gestorben, daß das jetzt wieder frech einherwandeln kann, auf deutschem Boden. Amen.“

2018 –  Das Jahr in dem sie Kontakt aufnehmen

Die Opfer sind schuld

Was vor bundesdeutschen Gerichten normal ist, zieht nun auch in die Geschichtsschreibung ein, so sind mißbrauchte  und vergewaltigte Fahnen und Lieder inzwischen genauso schuldig an ihrer Vergewaltigung, wie die 20jährige, blonde Stundentin, die zu später Stunde, unverhüllt, einem Rudel  südländischer Vergewaltiger in die Hände fällt, oder der Lehrer, der zu Recht auf das Rauchverbot hinwies und dafür zu Klump geschlagen wird.

Lutz Battke, wiedererstandenener Gottseibeiuns, in Sachsen – Anhalt, hat doch tatsächlich seinem Fußballverein ein Geschenk gemacht. Eine Vereinsfahne in den Reichsfarben! Die MITTELDEUTSCHE ZEITUNG schreibt dazu: Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges und zwischen 1933 und 1945 waren das die offiziellen Farben des Deutschen Reiches.  Womit klar ist, was die Stunde hier geschlagen hat. Nur, ist Lutz Battke damit nun ein Monarchist, ein Bewunderer des deutschen Kaiserreiches oder Adolf Hitlers?  Was für die MITTELDEUTSCHE ZEITUNG aber dasselbe ist, was wir ihr nicht zum Vorwurf machen wollen, der Bildungsauftrag muß eben erfüllt werden und daß das Deutsche Kaiserreich nicht die Farben der Revolution 1848/49 zu den Reichsfarben erhob, das wollen wir ihm verdenken.

Zudem steht auf der Fahne der Anfang eines Studentenliedes aus dem 19. Jahrhundert: „Wenn alle untreu werden, so bleiben wir doch treu.“ „Das ist ein deutlicher Hinweis darauf, welche Positionen Battke vertritt“, kommentierte Torsten Hahnel von der halleschen Arbeitsstelle Rechtsextremismus. Das Lied sei von der SS missbraucht und etwa bei der Vereidigung neuer Rekruten gesungen worden. „ Und wenn Torsten Hahnel so etwas sagt, dann hat das Hand und Fuß.  …  Innenminister Holger Hövelmann (SPD) sagte, Battkes Fahnen-Aktion zeige, dass anders als oft behauptet seine Tätigkeit im Verein und seine rechtsextremistische Agitation keineswegs voneinander zu trennen seien. Wer eine Fahne mit dem Treuspruch garniere, mit dem Neonazis die Waffen-SS verherrlichten, „der weiß, was er tut“.

Jetzt, so Innenminister Hövelmann, sei es geboten, die Rundfunk- und Zeitungsarchive zu durchforsten und all die Komponisten, Lieder, Gedichte, Lach- und Sachgeschichten dingfest zu machen, die die nationalen Sozialisten seinerzeit mißbrauchten, um die Bevölkerung im frisch-fröhlichen Krieg bei Laune zu halten und weil man ja nicht andauernd nur Reden des großen Volksschauspielers senden oder drucken konnte. Als erster Schritt könnte der Erste Mai in Sachsen – Anhalt verboten werden, der wie wir wissen, vom großen Mimen Adolf Hitler als freier Tag eingeführt wurde, um die Arbeiter der Faust und der Stirn zu ehren. Widerspruch ist da höchstens von Bodo Ramelow zu erwarten, nach seinem großartigen Nazikehraus in Erfurt, hatte der internationale Sozialist sich vorgenommen, jedes Jahr zum Ersten Mai eine Ortschaft nazirein zu fegen, das edle Ansinnen könnte nun in Gefahr geraten, es ist aber bereits aller Tage Abend, wir können also das Beste hoffen.

Rummelplätze –  Orte rechtsextremer Gesinnung

Weil unterm Nationalsozialismus Rummelplätze und Jahrmärkte dazu dienten, das Volk von der Rüstungsproduktion abzulenken, ist, wer freiwillig Rummelplätze betritt, sich auf ihnen vergnügt oder gar Eis schleckt, rechtsextremer Gesinnung höchst verdächtig. Nicht verdächtig ist Innenminister Hövelmann, der noch kurz vorm Abnippeln der DDR an die Offiziershochschule der Nationalen Volksarmee eilte, um dort zu lernen, wie Hirne und Herzen der werktätigen Arbeiter und Bauern im Ehrenkleid der Nationalen Volksarmee zum Kampf gegen den bundesdeutschen Imperialismus eingeschworen werden müssen. Wäre die Wende nicht geschehen, so könnte unser verdienstvoller Innenminister, nach einem Studium an einer der Militärakademien der Sowjetunion, heute unzweifelhaft im Stab einer Division, mindestens aber eines Regiments der Deutschen Demokratischen Republik seinen ganzen Wert unter Beweis stellen, es hat aber nicht sollen sein. So muß er seinen Kampfauftrag, keinen Fußbreit den Schornsteinfegern, als bescheidener Innenminister erfüllen.

PS: Wie aus unzuverlässiger Quelle jetzt bekannt wurde, plant die  hallesche Arbeitsstelle Rechtsextremismus nun die Überprüfung aller ihrer Druckstücke auf die Verwendung der Buchstaben E, H, I, L, R, und T, diese wären, so neueste Forschungserkenntnisse gerade in der Nazizeit  von Anhängern der Hitlerdiktatur mißbraucht worden, Verwender der Worte oder Wortkombinationen, wie HEIL – and, HEIL – Praktiker, HEIL – Berufe, HEIL – Wasser, HEIL – Bad, HEIL – iger oder HEIL und Segen, würden die Gesinnung verraten, die dahinter steckte, die nicht zuletzt in der Aufforderung, einen gewissen Hitler zu heilen, den Gipfel rechtsextremistischer Gesinnung enttarne.  Ob Torsten Hahnel zurücktritt, der ohne Scham die durch Nationalsozialisten zu Opfer gemachten Buchstaben  in seinem Namen trägt, darauf können wir lange Warten.


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