Naziaufmarsch in Washington

Wenn jemand Frieden und Sozialismus bedroht hat, in der DDR, und den friedlichen Aufbau des Volkes unter Führung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, damals kurz SED und heute DIE LINKE geheißen, die an der Spitze der Parteien der Nationalen Front steht, geleitet von Angela Merkel, dann waren das die bitter bösen Bonner Ultras,  ärger als alle Höllenkreaturen, und liebevoll beschrieben von den Organen der Bezirksleitungen der SED, den Zeitungen. Die haben nun auch Amerika erobert. Und die Welt schläft.

Zwei Monate vor den Kongresswahlen in den USA machen Ultra-Konservative und die religiöse Rechte mobil. Zehntausende Demonstranten versammelten sich am Samstag vor dem Lincoln Memorial in Washington.

Eine erschreckende Demonstration, was bei der Freiheit, frei zu sprechen, herauskommt. Da wird Amerika von Deutschland lernen müssen, das derzeit von einer Welle pädagogisch höchst belehrender Artikel überschwemmt wird, die sich damit befassen, was man äußern darf und was nicht und  ob es besser, ist vorlaute Schwätzer in Acht und Bann zu tun oder ihnen nur den Selbstmord zu empfehlen, eine Abschieds – SMS gratis. Das macht doch Meinungsfreiheit aus, daß  jeder weiß, was er laut oder öffentlich äußern darf oder nicht!?

Wo waren aber die Antifaschisten in Washington, fragt man sich, die Hüter von Demokratie und Menschenrechten,  die in machtvollen Sitzblockaden einen solchen Aufmarsch, diese Perversion der Meinungs- und Versammlungsfreiheit,  verhindern? Oder wenigstens mit Steinen und Flaschen zu werfen, wie es in  Deutschland beispielhaft geschieht. Wo war der gratismutige amerikanische Thierse, der inmitten der Marschroute der  gewalttätigen Ultras, für 15 Minuten sein Mittagesssen unterbricht, um  couragiert, nahe am Geschehen, auf den Hawaiinseln, dagegen Protest zu sitzen? Wo? Haben wir uns dafür von den amerikanischen Soldaten vom deutschen Nationalsozialismus befreien lassen, daß das, was aus dem fruchtbaren Schosse kriecht, in Amerika schalten und walten darf, wie ihm der Schnabel gewachsen ist?

So wie damals kühn die Zeitung den westlichen Kriegstreibern die Biedermannmaske vom Gesicht riß, so tut sie es heute auch, wo heute  unverkennbar Zehntausende amerikanische Nazis aufmarschierten, um das friedliche Reformwerk des großen schwarzen Visionärs Barack Obama zu Fall zu bringen, der, wie damals in Chile Salvador Allende, zwar nicht jedem Kind am Tag einen halben Liter Milch garantieren will, sondern einen Platz in der Krankenversicherung, doch Menschlichkeit ist diesen Jüngern des Kapitalismus, die zwischen Mein und Dein unterscheiden wollen,  von jeher ein Dorn im Auge.

Zwar war die Veranstaltung nicht ausdrücklich gegen US-Präsident Barack Obama gerichtet – doch die ultra-konservative Stoßrichtung gegen die Regierung war unverkennbar. „Amerika beginnt heute, sich wieder zu Gott zu wenden“, rief der Organisator der Veranstaltung und Moderator des TV-Senders Fox News, Glenn Beck. Er sprach von mehreren hunderttausend Teilnehmern.

Und das ist es doch, was uns erschaudern läßt. Dieses nicht ausdrücklich. Welch Scharfsinn muß sich da hinter der hohen, klugen Stirn des Journalisten verbergen, der  mutig und schonungslos die Stoßrichtung aufdeckt, die hinter der Stoßrichtung steckt! Und nichts ist den Nazis heilig!

Die Rechten versammelten sich an der Gedenkstätte für Abraham Lincoln, den 16. Präsidenten der USA – und damit ausgerechnet an dem Ort, wo vor genau 47 Jahren der später ermordete schwarze Bürgerrechtler Martin Luther King seine berühmte „I have a dream“-Rede über eine Gesellschaft ohne Rassenschranken hielt..

Ja ist denn dieser Lincoln noch zu retten, sich dort eine Gedächtnisstätte bauen zu lassen, an der ein Martin Luther King  der staunenden Bevölkerung einen Traum erzählt, nach 47 Jahren, nur, damit die rechtsextremen Gottesanbeter einen Ort zum Versammeln haben, auf dem sie gleich noch auf Martin Luther King herumtrampeln können, der zu früh inkarnierten  Lichtgestalt Barack Obama? Schande über ihn! Den Lincoln. Auch hier muß Amerika Deutschland folgen, das seine vermeintlich großen Staatsmänner, Politiker und Militärs demontiert, um Platz zu machen, für die Helden der neuen Zeit.

Wenn unsere Bundeswehr nicht so schwer beschäftigt wäre, in Afghanistan, den moderaten Koranschülern auszuweichen, auf daß die ihnen kein Leides zufügen, Deutschland müßte darüber nachdenken, Amerika Frieden und Freiheit zurückzubringen, das sind wir ihm mindestens schuldig!

Nazis gegen Steuererhöhung!

Die sollten mal von der Argumentation deutscher Richter lernen. Steuern dienen dem Gemeinwohl in den Parallelgesellschaften, in Griechenland, dem Kosovo, Portugal oder Pakistan!

12 Responses to “Naziaufmarsch in Washington”


  1. 1 Prosemit 29. August 2010 um 07:19

    Schrecklich diese Amerikaner. Alles Nazis.

    Zum Glück gibt es noch den Guten Schwarzen Mann vom White House. Er wird den Guten den Weg zur Erlösung zeigen.

  2. 2 Karl Eduard 29. August 2010 um 07:37

    Das walte Chavez.

  3. 3 Prosemit 29. August 2010 um 07:57

    OT und doch nicht.

    Aus der Einleitung von Leo Frobenius Atlantis um 1900:

    —————–

    Der Araber ißt den Berber!“ — lautet ein kleinafrikanisches Sprichwort. Es sagt die Wahrheit. Eine Oase nach der andern, ein Landstrich nach dem andern büßt das ,,Tamazirt“ und ,,Schelhha“ (Berbersprache) ein. Die arabische Sprache ist fast überall siegreich.

    Der Vorgang ist charakteristisch. Die Araber sind zunächst Nomaden, die mit ihren Kamelen nur dann und wann in den von Berbern bewohnten Oasen auftauchen. Die Oasenberber hatten früher überall, und haben jetzt noch in denGebirgsgegenden burgähnliche Wabendörfer inne, von denen aus sie in einem ununterbrochenen Kleinkriege, in einem ständigen Streit der einen gegen die andren lebten. Sowie nun irgendwie eine arabische Nomadensippe, in den Streit hineingezogen, ein arabischer Priester zum Schlichten berufen oder aber eine bedrohliche Stammesschwäche dem Araber bekanntgeworden war, begann die arabische Vorherrschaft. Dann wurden die Araber die Herren der Berber; sie selbst zwar siedelten sich nicht in der Oase an, kehrten vielmehr in ihre Wüste in der Halbwüste und zu ihren Herden zurück, waren aber Besitzer der Oase geworden, und was der Berber in Zukunft nun auch im Schweiße seines Angesichtes erarbeitete, das mußte er fürderhin dem Araber überlassen.

    Nach der Ernte kam der Araber aus der Wildnis, um nach „seiner“
    Ernte Umschau zu halten und „seine“ Datteln, „seine“ Feigen, „seine“ Gerste, ,“sein“ Olivenöl in die Stadt zu führen und zu verkaufen. Nur das zum Leben Allernötigste behielt der Berberbauer.

    Der Berber, der früher selbst Sklaven und Hörige gehabt hatte, wird dergestalt selbst Höriger. War der Lohn des Fleißes und der Sorgfalt früher sein eigener, so floß er jetzt den Arabern zu.

    Die Oasenwirtschaft Nordafrikas mit ihrer kniffligen Berieselungswirtschaft, mit ihren sehr zartbesaiteten Bäumen fordert einen großen Aufwand an Fleiß und Sorgfalt. Sorgfalt und Fleiß ließen aber naturgemäß mit dem Aufhören des Besitzrechtes nach.

    So findet man denn im größten Teil der Oasen eine Verwilderung der Bäume, Unregelmäßigkeiten in der Bewässerung, um sich greifende, weil nicht mehr künstlich gehinderte Versandung und
    Bodenverschlechterung. Wo noch vor wenigen Jahrhunderten mächtige Steinburgen stolzen Berberhäuptlingen als Sitz dienten,
    da wohnen verarmte Bauern in elenden Lehmbuden neben den Burgtrümmern. Wo einst kilometerlange Bewässerungskanäle durch üppige Pflanzungen führten, sproßt heute aus alten Kanalfugen kümmerlicher Kameldorn. Der stolze Berber bettelt in arabischer Sprache um einen Backschisch.

    Der Araber hat den Berber „gegessen“!

  4. 4 frank 29. August 2010 um 12:38

    Sarah palin hat recht.

  5. 6 ostseestadion 29. August 2010 um 16:50

    den amerikanern fehlt ein hartz4.
    damit die furchtlosen antifaschisten und antifaschistInnen genügend zeit für ihren kampf gegen menschenverachtende politik und deren befürworter führen können.
    und nicht die meiste zeit des tages mit redlicher erwerbsarbeit und anderem quatsch verbringen müssen.
    das ende vom lied sehen wir in Amerika. den rechten muß die straße überlassen werden.
    es ist zum heulen

  6. 7 Grafenwalder 29. August 2010 um 21:37

    Lieber Karl Eduard,
    genau den selben Gedanken hatte ich heute auch, als ich von den bösen „Ultras“ in den Nachrichten vernahm, die nun wieder aufmarschieren. Auch mir war dies eine kurze Meldung wert.

    „lol die spinnen doch alle die amis lol“

  7. 8 vitzliputzli 30. August 2010 um 01:30

    zu 1 @ prosemit

    „Schrecklich diese Amerikaner. Alles Nazis.“

    was ich nicht ganz verstehe: wir sind sowieso nazis, die amis, die uns vor den nazis gerettet haben, auch, aber die türken die schreien: vergast die (diesmal israelischen) juden! (wers nicht glaubt, wird u.a. bei mir mit entsprechenden links fündig) sind die guten, die die antifa vor uns (deutsche nazis) schützen muss.

    sind diese linken und antifas noch politisch gesund? gibt es wirklich diese politische demenz im endstadium? oder ist es schwere schizzophrenie?

    die bejubeln die türkischen und gazamäßig palästinesischen multikulti-judenvergasermöchtegerns und bekämpfen die konservativen antifaschisten wie sarrazin und co … achso, nee, das sind die ja selber ….

    aber ich sehe gerade: da bringt man mir meine beruhigungspillen … gerade noch rechtzeitig.

  8. 9 netzwerkrecherche 30. August 2010 um 06:48

    Meinungsfreiheit ist, daß jeder frei äußern darf, was er äußern darf!

  9. 10 Prosemit 30. August 2010 um 07:09

    vitzliputzli 30. August 2010 um 01:30


    aber ich sehe gerade: da bringt man mir meine beruhigungspillen … gerade noch rechtzeitig.

    Ich bekomme meine Beruhigungspillen vorher. Mit den üblichen Morgentabletten. Und wenn ich mich zu sehr aufrege, schaltet mein Wärter den Bildschirm aus und bringt mich wieder in mein Zimmer. Deswegen poste ich auch so gemäßigt.

  10. 11 LePenseur 30. August 2010 um 07:37

    @netzwerkrecherche:

    Meinungsfreiheit ist, daß jeder frei äußern darf, was er äußern darf!

    DAS nehme ich in meine Zitatsammlung „rechtes Wort zu rechter Zeit“ auf. DANKE!

  11. 12 netzwerkrecherche 30. August 2010 um 08:56

    @le penseur
    Bitte, ist von mir. Ich fand den o.a. Satz:

    „Das macht doch Meinungsfreiheit aus, daß jeder weiß, was er laut oder öffentlich äußern darf oder nicht!?“

    … nämlich etwas zu despektierlich.


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