Parallelen

Der Staatsratsvorsitzende der DDR, Walter Ulbricht, hat den Schriftstellerverband der Deutschen Demokratischen Republik wegen der umstrittenen Sozialismus – Thesen ihres Mitgliedes Erik Neutsch indirekt zum Handeln aufgefordert. Zwar sei der Schriftstellerverband unabhängig, betonte Genosse Walter Ulbricht am Sonntag im Sommerinterview der Aktuellen Kamera, doch müsse er parteilich sein.  „Ich bin mir (aber) ganz sicher, dass man auch im Schriftstellerverband darüber sprechen wird.“ Dabei sei zu berücksichtigen, „dass der Schriftstellerverband ein Aushängeschild für das ganze sozialistische Land ist“. Zugleich wies er die Thesen Neutsch´s als vollkommen inakzeptabel zurück. Sie seien ausgrenzend und machten die Arbeiterklasse, insbesondere aber die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands, verächtlich. … Neutsch hatte am Sonntag mit neuen Äußerungen zu sozialistischer Arbeitsproduktivität, vermeintlicher Schlamperei in der Produktion und in verhüllter Kritik an der Vorbildwirkung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands nachgelegt und damit einen Tag vor der Uraufführung des Filmes, der nach seinem Buch, „Spur der Steine“ gedreht wurde,  eine neue Welle der Entrüstung in den Kollektiven der Arbeiter, Bauern und der werktätigen Intelligenz ausgelöst.

Tabulos – das kann die Partei nicht durchgehen lassen!!

Bild: Es gibt unendlich viele fleißige und disziplinierte Arbeiter und Genossen, die nicht Ehebruch begehen – diese verdienen Respekt, nicht Häme. Alle jene, die sich einbringen, den Sozialismus in der Deutschen Demokratischen Republik weiter erfolgreich voranbringen – sie alle verdienen Respekt.

9 Responses to “Parallelen”


  1. 1 netzwerkrecherche 30. August 2010 um 06:45

    Der damalige Minister für Kultur in der DDR, Klaus Gysi, rechtfertigte den organisierten Protest gegen den Film, da dieser „aufgrund von falschen politischen Positionen seines Regisseurs auch künstlerisch ganz schwach sei, eben ein Machwerk in jeder Beziehung“!

  2. 2 Prosemit 30. August 2010 um 07:14

    Ich bin sicher, dass unsere Staatsratsvorsitzende in Übereinstimmung mit dem Politbüro und Der Partei die richtigen Schritte unternehmen wird, um diesen Nestbeschmutzer wieder an ordentliche Arbeit zu gewöhnen.

    Nur eine Frage quält mich. Wäre Angela Merkel die bessere Margot Honnecker gewesen oder nicht?

  3. 3 Robin Renitent 30. August 2010 um 13:48

    Wundervoll zitiert, klarer Fall von Kongruenz zu Sarrazin.

    Apropos: „Jüdischer“ Konvertit (Kramer) und ein jüdisches Arschloch (Friedmann) regen sich auf. Hat sich eigentlich schon ein Baske aufgeregt?

  4. 4 netzwerkrecherche 30. August 2010 um 14:25

    @Robin Renitent
    Meine Baskenmütze ist vor Aufregung verrutscht, ansonsten ist alles roger!

  5. 5 Schwarzmaler 30. August 2010 um 15:29

    Voll auf die Neun.

  6. 6 Blond 30. August 2010 um 18:23

    Sollte Sarrazin gemobbt werden –
    so wie es aussieht, wird er seinen Job los, evtl. auch seine Parteimitgliedschaft,
    dann bedeutet das,
    dass niemand mehr in DummLänd seine von RotzGrünMultikultiMainStream abweichende Meinung ohne Repressialien äußern kann!

  7. 7 ostseestadion 30. August 2010 um 18:59

    sollte der genosse S. seinen job verlieren, bin ich dafür, über eine gedenktag nachzudenken.

    an dem wir konservativen bewundernd und ehrfürchtig der leistungen der linken und sogenannten gutmenschen gedenken.
    der abgezockte mittelstand lässt am gedenktag die läden zu, die produktionshallen bleiben leer, alle bleiben einen gedenktag zu haus.
    die gutis dürfen an ihrem ehrentage allein, sozialpädagogieren, gleichstellen, antidiskriminieren, antiagressieren uä.

    weitere vorschläge ?

  8. 8 Karl Eduard 30. August 2010 um 19:56

    Das sind dieselben, die uns 89 erzählen wollten, wie Demokratie und Meinungsfreiheit funktionieren. Da lachen ja die Hühner!

  9. 9 stalker 30. August 2010 um 20:16

    die Katze ist aus dem Sack. Ich glaube nicht, daß das Regime Sarrazin so einfach ohne Fallschirm abwirft. Diesmal ist die Anteilnahme zu groß, es sehen zu viele zu.

    Vielleicht erhängt es sich ja ohne Leiter im Grunewald.

    Aber vielleicht weint er ja auch in die Kamera, entschuldigt sich bei allen Moslems und bei Herrn Cramer, zieht sich rosa Unterwäsche an, kichert debil und ist ihnen dankbar für ihre Vielfalt, Lebendigkeit usw…


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