Sehr geehrter Herr Bundespräsident 2

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

vielen Dank für Ihre hervorragende Arbeit, mit der Sie den Ostdeutschen nach fast 20 Jahren wieder so etwas wie Heimat geben. Die DDR, seien wir mal ehrlich, war eben doch der gerechtere Staat, in dem politische Funktionäre, womit ich jetzt nicht Sie meine, sehr geehrter Herr Bundespräsident, darüber entschieden, ob Menschen ihres Arbeitsplatzes würdig waren oder nicht.

Ihr Einsatz gegen Herrn Sarrazin, der zweifellos berechtigt ist, erweckte gewiß in manchem Bürger der DDR ein Gefühl, als hätte er so etwas bereits erlebt. Zum Glück gibt es aber kein anderes Deutschland mehr, das Dissidenten wie diesen Herrn Sarrazin aufnimmt. Er hat nun selber die Folgen zu tragen. Für seinen Übermut. Es kann ja nicht sein, daß jeder in diesem Lande sagen kann, was er will und dann auch noch zu Papier bringen! Im Übrigen finde ich es traurig, wie wenig heutzutage noch Naturwissenschaften gelehrt werden, zum Beispiel den Dreisatz oder daß nur ausgegeben werden kann, was eingenommen wird. Meine Mutter, sehr geehrter Herr Bundespräsident, weiß das noch. Wenn die Rente alle ist, dann ist sie alle.

Viele Menschen, zu denen auch unglaublich viele Abgeordnete des deutschen Bundestages gehören, meinen aber, es stünde ein Goldesel im Kanzleramt. Oder, was noch schlimmer ist, man könne die Arbeiter, Angestellten, werktätigen Bauern und Handwerker auspressen wie eine Zitrone. Ohne, daß sie weglaufen. Das geht aber nur mit einem ökonomischen Schutzwall, der in der DDR antifaschistisch genannt wurde, damit die Bürger nicht fliehen.

Wegen des Esels, wäre es da vielleicht möglich, die Presse mal durch die Räume im Kanzleramt und auch durch Ihren Amtssitz zu führen und auch die Abgeordneten, damit die sich überzeugen, daß da keiner ist? Ich meine, die glauben ja auch, Menschen, die nichts lernen und keinen Beruf ausüben, wären kollossale Rentenzahler, vielleicht reden sie mal mit denen? Den Abgeordneten.

Wegen der Mauer, die gebaut werden müsste, damit auch weiterhin Familien zusammengeführt werden können und genug Geld da ist, für die, die sich trotz der schier übermenschlichen Anstrengungen der letzten Deutschen nicht integrieren wollen, da gibt es noch genug Genossen von der linken Fraktion, die wissen, wie so etwas organisiert wird, und Begründungen zu finden, darin sind unsere Medien einfallsreich. Ich denke, Herr Bundespräsident, Sie werden das schon anstoßen. Die Diskussion darüber, wie nützlich so ein ökonomischer Schutzwall wäre.

Dabei, und beim Führen unseres Landes in eine helle Zukunft, dafür wünsche ich Ihnen und Ihrer Frau noch viel Glück und auch Gesundheit.

8 Responses to “Sehr geehrter Herr Bundespräsident 2”


  1. 1 Blond 4. September 2010 um 10:46

    Wunderbar !
    Super !
    Klasse !

    Es trieft und trieft und trieft –
    der Spot
    (odda tut man und frau dat da anners schreiben?)

  2. 2 Robin Renitent 4. September 2010 um 11:38

    Spott ist doch die stärkste Waffe. Bei K.-E. muß man immer aufpassen, daß einem die Tasten nicht volltriefen…

    Ansonsten ist Wulff:
    Eine Windfahne, hier bekommt Opportunismus ein Gesicht!
    Der erste Bundespräsident für den ich mich wirklich schäme.
    Wo ich im Ausland plötzlich englisch spreche.
    Und auf die Frage „Where do you come from?“ leise flüstere: CANADA
    Schade!

    RR, Tsingtau, China

  3. 4 Transferzahlung 4. September 2010 um 14:17

    Sehr geehrter Karl Eduard,
    da der Adressat Ihres Schreibens nicht einmal den glasklaren Befehl aus dem Führerinnenhauptquartier verstanden hat „T.S. muss weg“, wird er noch viel weniger in Lage sein Ihre wohlgedrechselten Sätze zu verstehen, oder sollte es Politikerschläue gewesen sein, um die Version 2.0 des Rauswurfbefehls bei der Bundesregierung zu bitten?

  4. 5 Karl Eduard 4. September 2010 um 14:32

    Ein Mindestmaß an Intelligenz muß doch vorhanden sein.

  5. 6 Wilhelm Entenmann 4. September 2010 um 16:13

    @ostseestadion

    Am 27. März 2011 wird im Bezirk Rheinland-Pfalz gewählt.

  6. 7 ostseestadion 4. September 2010 um 16:42

    wilhelm
    ah. danke

    ps: dein sticker wird schon bei kewil empfohlen.
    hab ich eben gelesen. däumelein hoch 🙂

  7. 8 Prosemit 4. September 2010 um 19:09

    Toll! Wird einmal Bestandteil der gesammelten Werke :

    „Briefe aus dem Tollhaus oder wie ich lernte, Mutti zu lieben“

    :mrgreen:


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