Das Rotkäppchensyndrom

Als der Genosse Erich Honecker, Generalsekretär der Sozialistischen Einheitspartei der Deutschen Demokratischen Republik, aus Krankheitsgründen, wie es offiziell hieß, auch vom Posten des Staatsratsvorsitzenden der DDR zurücktrat, 1989, weil die Genossen bemerkt hatten, daß das Volk die Dauerlügnerei ihrer Avantgarde nicht länger dulden wollte, da wurde flugs ein Neuer ins Amt gehievt. Ein neuer Alter, sozusagen. Nämlich der Genosse Egon Krenz, der zuvor eine ähnliche staatstragende Karriere hinter sich hatte, wie sie Angela Merkel in der Bundesrepublik hinter sich hat. Von der in der DDR wollen wir heute nicht reden.

Egon Krenz begab sich also, unerkannt wie Harun al Raschid, und nur von Kameras und Sicherheitsleuten begleitet, also alleine,  unter das Volk, um von Angesicht zu Angesicht die Werktätigen zu fragen, wo sie denn der Schuh drückt. Natürlich sprachen ihm Unsere Wertätigen das Vertrauen aus, in den künftigen Kurs der Partei und Staatsführung, was ja auf dasselbe hinauslief. Jedenfalls berichtete so die Aktuelle Kamera.

Dennoch tauchten danach auf Demonstrationen Plakate auf, die den Genossen Egon Krenz als bösen Wolf abbildeten, verkleidet als Rotkäppchens Großmutter, mit dem Spruch: „Aber Großmutter, warum hast Du so große Zähne?!“

Und die Moral von der Geschichte fasst das deutsche Sprichwort sehr schön zusammen: „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Und wenn er auch die Wahrheit spricht.“  Wobei unsere geliebte Bundesregierung anscheinend auf ihre Einstufung als Intensiv – oder Gewohnheitslügnerin hinarbeitet, denn das „einmal“ das hat sie in Fragen der Zuwanderung schon lange überreizt.

2 Antworten to “Das Rotkäppchensyndrom”


  1. 1 Easterner 17. September 2010 um 10:19

    Damals wie heute sind in der Partei- und Staatsfuehrung zwar Gewohnheitsluegner am Werke, aber heute wird ihr Tun (fast) niemand mehr ernsthaft hinterfragen. Darum, wenn sie nicht gestorben so luegen sie weiter.

  2. 2 8ffe 17. September 2010 um 16:59

    All die Versprechen – nur halten tut man sie nicht. Aber das scheint überall so zu sein. Fangen wir auch damit an.

    MfG


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