Archiv für 22. September 2010

Im Wagen vor mir

fuhr eine hübsche Blondine. Sie in einem BMW – Cabrio und er in einem Fiat. Keine Chance, an ihr dranzubleiben.

Keine Jules Verne Geschichte

Der Unglücksfall im Harleemer Circus

hat durch das traurige Ende einer schönen und gefeierten jungen Trapezkünstlerin in Holland und England große Sensation hervorgerufen. Miss Worthington, eine der reizensten Damen der Artistenwelt und eine ebenso kühne als gewandte Trapezkünstlerin, pflegte ihre staunenerregenden Evolutionen auf einem freischwebenden Trapez auszuführen, welches hoch in den Lüften von dem Netze eines Ballons captiv herabhing. So war es auch bei den Productionen der jungen Dame in der Haarleemer Cirkusarena der Fall, wo die aufsehenerregenden Produktionen der schönen Miss in ihrem kleidsamen Tricot – Costüm eine große Menschenmenge versammelt hatten.

Plötzlich – in dem Momente, wo Miss Worthington in schwindelnder Höhe am Ballontrapez ihr kühnes Bravourstück ausführte, lösten sich auf bisher unerklärlicher Weise die Seile, welche den Ballon festhielten und gleich darauf schoß derselbe mit der jungen Artistin pfeilgerade in die Wolken empor, um nach wenigen Minuten gänzlich zu verschwinden.

Wie man später erfuhr, sahen ihn holländische Bauern hoch in den Lüften dem Zuydersee zutreiben, wo er in ein heftiges Gewitter gerieht, das ihn derart beschädigte, daß er langsam zum Sinken kam leider aber erst draußen auf der offenen Nordee. Mit übermenschlicher Kraft, aber an ihrem Schicksale verzeifelnd, klammerte sich die Unglückliche an das Tauwerk des Ballons an, als derselbe mitten in die Sturmfluth der Nordsee hineingerieth. So trieb sie etwa zwei Tage, fast nackt, von Sturm und Frost gepeinigt, auf den Wogen, bis durch einen wunderbaren Zufall ein dänischer Schooner den auf den Wellen auf – und abschwankenden Ballon und das an denselben festgeklammerte junge Weib erblickte und ihre Rettung vollführte. Leider zu spät. Der Shock, den die Unglückliche erlitten, war ein zu heftiger gewesen. Eine schwere Lungenentzündung befiel sie und ehe das Schiff den nahen Hafen erreichen konnte, war sie trotz der sorgsamen Pflege in den Armen des Schiffsarztes entschlafen. .Österreichs/Wiener Illustrierte Zeitung 11. Oktober 1894.

Bild: Anmutig in die Wellen gelagert, das Haar sitzt, dank „Dreiwetter – Taft“,  eilt Miss  Worthington dem rettenden Schoner und ihrem Tode entgegen.

Damals benutzte man noch „bisher unerklärlicher Weise“, um anzudeuten, man wisse die Ursache nicht. Heute wären es mit Sicherheit sofort mongoloide Kreuz – Schlangenmenschen gewesen, stiernackige Unsichtbarkeitsnazis oder eine fanatisierte grölende deutschnationale Bademeute, die als erste Erklärung herhalten müssen.

Die Sonne bestimmt das Klima auf der Erde

sagt SPON und wir sind entsetzt.  Minimale Änderungen auf der Sonnenoberfläche können weitreichende Folgen auf unserem Planeten haben. Zwischen 1645 und 1715 zeigten sich auf unserem Zentralgestirn kaum Sonnenflecken. In dieser Zeit, auch Maunder-Minimum genannt, wurde es auf der Erde kühl. Geologen bezeichnen die Phase als kleine Eiszeit. Ja, da fragen wir uns doch völlig fassungslos, wenn ein paar Flecken mehr oder weniger die Erde so abkühlen oder erhitzen, was soll dann der Ablasshandel mit den Klimazertifikaten und – wer hat die Flecken auf der Sonne verursacht? Der Mensch, gewiß, das ist uns klar, seit eine sogenannte Physikerin im Bundeskanzleramt ihre Freizeit gestaltet, aber wodurch? Große Industrien gab es noch nicht, nur hartnäckiges Verfeuern nachwachsender Rohstoffe, wie Holz. Sollten damals die „erneuerbaren Energien“ vielleicht die Sonnenflecken reduziert haben und werden wir nun wieder dorthin kommen? Mit Sicherheit!

Draußen ist es schon scheißkalt und die Heizperiode wird in diesem Jahr früher einsetzen als vielleicht im letzten. Doch fürchtet Euch nicht, das ist, wie der letzte Winter beweist, nur das sichere Zeichen, das sich die Erde erwärmt. Und das mit der kleinen Eiszeit und den Sonnenflecken, das vergessen wir besser. Jedenfalls bis zur nächsten Powerpointpräsentation, die uns erklärt, warum, menschengemacht, die Flecken auf der Sonne mal zu oder mal abnehmen.

Bild: Sonnenfleckengemachte Erdabkühlung? Der Maler hatte sicherlich Phantasie. Damals haben die Menschen einfach weniger ausgeatmet, also weniger CO2 produziert. Jawoll!

Polen und Bayern in Rußland

Es ist 1812. Der Kaiser von Frankreich hat nicht nur halb Europa erobert und sich zum Vasallen gemacht, er stiefelt auch gerade durch Russland. Da es damals noch keine Anwendungen für Elektrizität gab, außer, um tote Frösche mit den Beinen zucken zu lassen, kommen die Nachrichten per Pferd und 1/2 Monat später. In die WIENER ZEITUNG, das Zentralorgan des Hofes. Von der furchtbaren Flut, die im Lande Pakistan gewütet hat, hätten wir unter Umständen gar nicht erst erfahren,  und keine Heulsusenregierung könnte uns auffordern, den nachwachsenden Terroristen Golddukaten zu spenden. Das ist der Fluch der Technik und diesen zu beseitigen, daran arbeiten die GRÜNEN im Bunde mit der CDU. Ein Entsolidarisierungsprogramm sondergleichen.

Außerdem gab es weder Fernseher, noch Handy und also keine Möglichkeit, bewegungslos auf der Couch zu verharren, wer nicht arbeitete, mußte verhungern. Das war damals nicht zutiefst menschenverachtend, die Leute waren noch bei klarem Verstande, denn Wohltätigkeit war Privatangelegenheit.

129 Jahre später, 1941, stiefelte eine andere Armee nach Moskau und während kein Franzose beim Namen Napoleon schamvoll sein Haupt verhüllt, kratzen wir Deutschen uns 69 Jahre später immer noch die Augen aus und vergiessen heiße Tränen über unsere Schuld, dabei galt Napoleon schon immer als groß, als Teufel zwar oder Ungeheuer, aber immer als groß,  jedenfalls in der Darstellung der Franzosen. Kein Franzose jammert, ach, die Zehntausende der Opposition, die Hunderttausende in der Vende´, die Zehntausende Adelige, Priester und Reichen, ach, die Königsfamilie, ach, wie viele Staaten haben wir überfallen, unterjocht und ausgeplündert, die vielen Hunderttausende hingemordeter Bürger in Uniform,  ach, ach, ach! Im Gegenteil. Die feiern das, mit dem das begonnen hat. Und Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit waren nur der Vorwand fürs Massenmorden. Das war jetzt furchtbar geschichtsklitternd und relativierend, deshalb zum Artikel. (Die Schreibweise ist die Orginale.)

Kriegsschauplatz. Fünfzehnter (Französischer) Tages – Bericht von der grossen Armee. Stawkowo, den 27. August 1812. Der Division – General Zaianczef, Commandant einer pohlnischen Division, ist im Gefecht bey Smolensk verwundet worden. Das Betragen des Pohlnischen Corps zu Smolensk , hat die Russen, sonst gewohnt, die Pohlen zu verachten, in Erstaunen gesetzt. Sie waren über derselben Standhaftigkeit und überlegenen Muth, den sie bey dieser Gelegenheit entwickelten, ganz betroffen.

In dem Gefechte von Smolensk und von Walontina hat der Feind 20 getödtete, verwundete oder gefangene Generale und eine sehr große Menge Offiziere verloren. Die Anzahl der Todten, Gefangenen oder Verwundeten in diesen verschiedenen Treffen kann sich auf 25 bis 30,000 Mann belaufen. Am Tage nach dem Gefechte von Walontina gaben Se. Maj. dem 12. und 21. Linien – und dem 7. leichten Infanterie – Regimente eine gewisse Anzahl Dekorazionen der Ehrenlegion für die Capitaine, Lieutenante und Unterlieutenante, und für die Unteroffiziere und Soldaten. Die Wahlen dazu geschahen auf der Stelle in einem Kreise vor dem Kaiser, und  wurden durch den Jubel der Truppen bestätigt.

Die feindliche Armee hat beym Abmarsche die Brücken verbrannt, die Straßen verwüstet, um dadurch so viel wie möglich den Marsch der Französischen Armee aufzuhalten. Am 21. ging sie zu Slob – Puewa über den Dniepr zurück, von unserer Avantgarde stäts lebhaft verfolgt.

Die Handels – Magazine von Smolensk lagen alle an dem Dniepr in einer schönen Vorstadt: die Russen steckten dieselbe in Brand, um des einzigen Erfolges wegen, unseren Marsch um eine Stunde aufzuhalten. Nie  wurde ein Krieg mit mehr Unmenschlichkeit geführt. Die Russen behandeln ihr Vaterland, als ob sie in Feindes Land wären. Das Land ist schön und mit allem überflüssig versehen. Die Straßen sind prächtig.

Der Marschall, Herzog von Tarent, fährt fort, die Festung Dünaburg zu schleifen; Bauholz, Pallisaden, Blockhaustrümmer, die ungeheuer waren, dienten zu einem Freudenfeuer am 15. August.

Der Fürst v. Schwarzenberg meldet aus Oziati vom 17., daß seine Avantgarde den Feind auf der Straße von Diwin verfolgt, ihm einige hundert Gefangene abgenommen, und dieselben genöthigt hat, seine Gepäcke zu verbrennen.

Indessen gelang es dem die Avantgarde kommandirenden General Bianchi  800 Wagen mit Gepäck wegzunehmen, welche der Feind weder fortbringen, noch verbrennen konnte. Die Russische Armee des Generals Tormaßow hat beynahe alles Gepäck verloren.

Das Belagerungsgeschütz hat sich von Tilsit aus in Bewegung gesetzt, um an die Düna vorzurücken.

Der General St. Cyr hat an der Dryßa Posto. gefaßt. Die Unordnung des Feindes war am 18. in dem Gefechte von Polotsk vollkommen. Der brave bayrische General Deroi wurde in einem Alter von 71 Jahren und nach beinahe sechzigjähriger Dienstzeit auf dem Felde der Ehre verwundet. Se. Maj. hat ihn zum Reichsgrafen mit einer Dotazion von 30,000 Franken Einkünften ernannt. Da das Bayerische Corps sich mit vieler Tapferkeit betragen hat, so haben Se. Maj. demselben Belohnungen und Orden verliehen.

Der Feind gab vor, sich bei Dorogobuz zu halten. Er hatte seiner Gewohnheit nach Erde ausgegraben und Batterien aufgeworfen; als die Armee sich in Schlachtordnung zeigte, rückte der Kaiser gegen sie an; allein der feindliche General besann sich eines andern, ließ zum Rückzug blasen, und verließ die aus 10,000 Seelen bestehende Stadt Dorogobuz . Das Hauptquartier war am 26. in dieser Stadt. Am 27. befand sich dasselbe zu Slawkowo. Die Avantgarde steht zu Wjasma.

Der Vize – König befindet sich auf dem linken Flügel, 2 Meilen von der Landstraße; der Fürst von Eckmühl auf der Landstraße, der Fürst Poniatowski auf dem linken Ufer der Osma.

Die Einnahme von Smolensk scheint auf den Geist der Russen einen nachtheiligen Effekt zu machen. Sie nennen diese Stadt Smolensk die Heilige;  Smolensk die Starke; den Schlüssel von Moskau, und geben ihr viele andere  Volksbenennungen. Wer Smolensk hat, sagen die Bauern, hat Moskau.

Die Hitze ist außerordentlich; es hat seit einem Monate nicht geregnet.

Der Herzog von Belluno ist mit den 30,000 Mann starken neunten Corps von Tilsit nach Wilna aufgebrochen, um die Reserve zu bilden.

Nach weiteren vorläufig eingetroffenen Berichten war das kaiserl. Hauptquartier am 28. Aug. zu Semlewo, und der linke Flügel der Französischen Armee geführt von dem Vize – Könige von Italien, zog seitwärts über Konußtino nach Rowoe, der rechte aber ebenso unter dem Fürsten Poniatowski über Wolofzok nach Slukniw. Im Centrum hatte der Kaiser das Corps des Königs von Neapel, die Divisionen der Marschälle  d´Avoust und Ney, und die Garderegimenter. Die Avantgarde war den ganzen Tag mit dem Russischen Nachtrabe im Gefecht.

Am 29. Aug. mit Tagesanbruch, rückte die Französische Armee in Wiasma ein. Der Feind hatte die Brücke abgebrochen und die Stadt auf mehreren Seiten in Brand gesteckt. Der Kaiser nahm sein Quartier in einem Schlosse, eine Stunde von Wiasma.

Am 30. wurde es in die Stadt selbst verlegt, die Einwohner meldeten, das Ober – Kommando der Russischen Armee sey dem General Kutusow übertragen worden.

Den 31. Aug. rückte das kaiserl. Hauptquartier nach Welitschewo, und den 1. Sept. nach Gzatsk vor. Der König von Neapel war 10 Werste weiter vorwärts. Es wurde täglich geplänkelt. Der Kaiser ließ aber nun die Armee durch einige Tage ausruhen, um sie so zu dem Treffen vorzubereiten, welches bevorstand, in dem sich die Russen mit mit ganzer Macht bei Mozaisk, an der Moskwa, in einer vortheilhaft verschanzten Stellung sich sammelten.

Der Angriff ist wirklich am 5. September erfolgt. Der Kaiser war am Nachmittag bey Borodino, in der Nähe von Mozaisk, angekommen, wo die Russische Armee aufgestellt war. Der Kaiser ließ sogleich eine sehr starke Redoute, welche als der Schlüssel der Position anzusehen war, bestürmen, und sammt aller Geschütze einnehmen. Mehrere rasche Angriffe der Cavallerie, von dem Könige von Neapel geführt, unterstützen die Unternehmung. Am 6. blieben die Russen in ihrer vortheilhaften Stellung; der Kaiser ließ dieselbe genau rekognoszieren, und alles zu einer Hauptschlacht vorkehren. Diese hat am 7. frühe um 5 Uhr ihren Anfang genommen, und ein Nachmittags um 3 Uhr vom Schlachtfelde abgesandter Kurier hat die offizielle Anzeige gebracht, daß die Russische Armee eine gänzliche Niederlage erlitten hat, in vollem Rückzuge, und der Kaiser mit seiner Armee in derselben Verfolgung begriffen war. … WIENER ZEITUNG, 23. September 1812.

Immer mit der Kamera dabei

Stalin ließ diesen Film 1943 drehen. Inzwischen hatte er die russischen alten Militärführer  wieder als Vorbilder ausgegraben. Suworow, Kutusow u.a.. Entsprechend benannte Orden gab es.


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