Archiv für 23. September 2010

Informationen hier!

Wer künftig Informationen erhalten möchte, wie am besten rassistische und faschistische Übergriffe geplant, durchgeführt und rechtlich abgewickelt werden, kann sich vertrauensvoll an das Innenministerium Sachsen-Anhalts wenden. Unbemerkt von der empörten Weltöffentlichkeit kennzeichneten zwei Angehörige der heranwachsenden Generation, im Beisein des Innenministers, die Zugangstüren, dort prangen nun Aufkleber mit dem dreisprachigen Hinweis, „Wir bieten Schutz und Informationen bei rassistischen und faschistischen Übergriffen!“  Bisher war dieser Schutz im Innenministerium nicht zu haben, Verfolgte, durch rassistisch oder faschistisch Übergreifende, standen enttäuscht und atemlos  vor verschlossenem Gebäude, während die Mitarbeiter feixend ihre Nasen an Fenster- und Türscheiben pressten, um ja nichts vom Blutbade, draußen vor den Toren, zu verpassen.

Damit, so Innenminister Hövelmann in einer der vielen Stellungnahmen, damit, werde Sachsen – Anhalt wieder zum Hort des Lichts, asylierte irakische Georgier, die künftig von Benzinkanisternazis bedroht würden, wie in Möhlau geschehen, könnten sich, sobald sie solch einen Aufkleber sehen und den Text lesen und verstünden, jederzeit in die Räume des Innenministeriums flüchten, natürlich innerhalb der Öffnungszeiten und nach vorheriger Terminabsprache. Das Innenministerium setze damit ein Beispiel für staatlich couragiertes Handeln, eine Aufkleberlandesverordnung, die Behörden und Privatpersonen verpflichtet, ihre Heime und Büros in der Zukunft als Zuflucht zu kennzeichnen, sei bereits in Vorbereitung. Schliesslich mache er das ja nicht zum Spaß, so Hövelmann.

Bild: Angehörige der jungen, heranwachsenden Generation verpflichten sich im Beisein des Genossen Hövelmann, fürderhin keine faschistisch oder rassistisch motivierten Übergriffe  zu unternehmen, die dem Ansehen des Innenministeriums und des Genossen Innenministers schaden könnten.

Verkehrskontrolle mit SEK

Der Aufruf, kultursensibel über unsere geliebten Zuwanderer zu schreiben, oder sich an die ISO – Norm des verantwortungsvollen Journalismus zu halten, wie es der Bundespräsident Wulff unlängst forderte, hat sich noch nicht bis in den letzten Winkel jeder Zeitungsredaktion herumgesprochen, hier berichtet DER TAGESSPIEGEL mit zitternder Stimme vom Wiederholungstäter Abdallah Abou-C, Mitglied eines  bekannten libanesischen Familienclans, der als Intensivtäter und für bewaffnet und gefährlich gilt, also dafür bekannt ist, daß er sich in die Begehung von Verbrechen und Straftaten so richtig hineinkniet, und der die Zeit, bis zur Verhandlung vor Gericht mit der Begehung weiterer Straftaten verbringt.

So ein Artikel, würde Erdogans Architektin sagen, ist überhaupt nicht hilfreich, denn der Leser fragt sich, wodurch ist dieser libanesische Familienclan bekannt, was tut der hier und warum lebt der  nicht im Libanon und vor allem, warum ist dieser Abdallah Abou-C nicht längst auf dem Weg dorthin? Unziemliche Gedanken, die einem da durch den Kopf schiessen und was gibt es gefährlicheres als Leute, die sich Gedanken machen? Natürlich macht dieser bekannte libanesische Familienclan das Leben der Berliner bunter und auch auf  Abdallah Abou-C würden sie keineswegs verzichten wollen, da sei Maria Böhmer (CDU) vor.

Warum ist Abschieben keine Lösung?

klerikale Antidemokraten

In Leipzig, so schreibt die LEIPZIGER VOLKSZEITUNG, hat eine „Privatperson“ eine vierte Demonstration beim Ordnungsamt angemeldet, die durch den links-alternativen Stadtteil Connewitz führen soll. Unter dem Motto „Gegen linksradikale Hetze durch Roter Stern Leipzig“ ist ein Marsch von der Connewitzer Straße, über Zwickauer-, Bornaische- und Karl-Liebknecht-Straße bis zum Martin-Luther-Ring geplant. Das bestätigte der Ordnungsamtsleiter Helmut Loris am Dienstagvormittag gegenüber LVZ-Online. Roter Stern ist ein Fußball-Klub, der sich explizit als „antifaschistisch“ versteht. … Gegen die Aufzüge der Rechtsextremen regt sich massiver Widerstand: So planen nahezu alle Kirchgemeinden der Stadt nach Loris‘ Angaben Mahnwachen.

Ob dadurch die Mitglieder der christlichen Kirchen, die gegen die Grundrechte, wie Versammlungs- oder Meinungsfreiheit, mahnend wachen werden, wir wissen ja, wohin es führt, wenn jeder kulturunsensibel einfach so sagt was er denkt oder eben mal, in unverschämtem Mißbrauch der Demokratie eine Demonstration anmeldet, jetzt eher ins Paradies eingelassen werden, an das von ihnen sowieso niemand mehr glaubt, die Kirchenhäuserverwalter schon gar nicht, das bleibt nur zu hoffen.


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