Archiv für 5. Oktober 2010

Dies und das

Hochzeitsreise im Ballon. Auch die Vergnügungen passen sich den veränderten Verhältnissen an. Das Neueste ist wohl eine Hochzeitsreise im Ballon, was wohl andeuten soll: Die Neuvermählten – und dies soll vorkommen – schwebten in höheren Regionen. Es ist im Eisenburger Komitat nicht der erste Fall, daß eine Hochzeitsreise in den Lüften unternommen wird. Der bekannte Avitor Oberleutnant Blaschke stieg in Basbar mit seiner ihm angetrauten jungen Frau in den Aeroplan, um nach Wien zu fliegen. Eine zweite Hochzeitsreise mittels Militärballon wurde vor einigen Tagen hier in Wien angetreten. Ursprünglich war als Reiseziel Venedig in Aussicht genommen, allein das neuvermählte Paar mußte im Eisenburger Komitat in dem Dorfe Csempiszkapascsi landen. In dem Ballon „Exzelsior“, der im Hotter von Csempiszkapascsi niederging, befanden sich Hauptmann Hoffrey, Leutnant Hauer und seine junge Gattin (die man alle auf unserem Bilde sieht), mit der er am 25. v. M. (1913) im Schlosse zu Pisztely den Ehebund schloß. Nach dem Diner begab sich das neuvermählte Paar nach Wien und dort erfolgte am nächsten Tage vom Prater aus um 10 Uhr 10 Minuten vormittags der Aufstieg. Es war 1 Uhr 20 Minuten, als sie beim genannten Dorfe zu landen genötigt waren. Sie hatten im dichten Nebel die Richtung verfehlt. WIENER BILDER.

Ein Wunder, daß die Luftfahrt bei so viel Fehlschlägen überhaupt vorangetrieben wurde. Natürlich konnte sich damals nicht jedermann eine Ballonfahrt leisten. Nur die Militärs und die Begüterten. Erst im ersten Arbeiter – und Bauernstaat auf deutschem Boden, der Deutschen Demokratischen Republik, deren Geburtstag wir in zwei Tagen festlich begehen werden, ermöglichte DIE PARTEI jedem Arbeiter, Bauern, jedem Mitglied einer handwerklichen Produktionsgenossenschaft, jedem Angehörigem der werktätigen Intelligenz, den Veteranen der Arbeit und den Angehörigen der heranwachsenden jungen Timur – Generation ihr sozialistisches Heimatland aus der Höhe, von einer Ballongondel aus, zu  betrachten.

Die größte Talsperre Europas. Die moderne Technik bietet Leistungen, die ans Wunderbare grenzen. Ein bauliches Riesenwerk, die Talsperre von Malter, wurde am 27. v. M. in Gegenwart des Königs Friedrich August von Sachsen feierlich eingeweiht. Von den gewaltigen Dimensionen der Talsperre Malter kann man sich nur einen Begriff machen, wenn man in Betracht zieht, daß der obere Rand der Sperre, der zugleich als Fahrstraße eingerichtet ist, eine Länge von 164 Meter hat, und daß das Staubecken bei vollständiger Füllung einen Inhalt von neun Millionen Raummetern aufweisen kann. Das Wasser wird zur Erzeugung von Elektrizität benutzt.

Unglaublich, dieser Leichtsinnn und diese Fahrlässigkeit! Da soll eine Anlage mehrere Millionen Liter Wasser aufbewahren, wo die Tatsache erwiesen ist, daß jährlich Tausende im Wasser sterben. Und Elektrizität soll sie liefern! An der man auch sterben kann. Nachrichten liest man fast täglich, über Todesfälle mit Elektrizität oder durch Überschwemmungen. Heute hat so ein Bauwerk zum Glück keine Möglichkeit mehr über das Planungsstadium hinauszukommen, denn zahlreiche Bürgerinitiativen protestieren dagegen. Strom und Wasser sind tödlich für den Menschen, das ist längst erwiesen und hat Eingang gefunden, in die deutsche Wissenschaft. Gefährliche offene Gewässer werden abgedeckt oder nach Möglichkeit unter die Erde verpresst. Nur das Allernotwendigste an Wasser wird dem Menschen zugeführt, der doch so einiges von der tödlichen Flüssigkeit in sich trägt. Längst liegen Gutachten vor, die beweisen, wie wohltuend Kerzen, Petroleum oder Kienspanlichter für die Augen sind und Kühlschränke werden wieder mit naturbelassenen Methoden betrieben, in dem im Winter Eisblöcke aus Seen und Überschwemmungsgebieten geschnitten werden. Nur die Zähne der Leute sehen etwas faulig aus aber den Preis zahlen wir gerne. Immerhin geht es um die Zukunft der Kinder.


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