Archiv für 8. Oktober 2010

Fehlendes Intelligenz – Gen

Stephan Kramer, Holocaustüberlebender aus Passion, verteidigte die Aussage des Bundespräsidenten Wulff, Muslime hätten  1989 die Deutsche Einheit herbeigeführt. Wulffs Rede, aus Anlaß dieses Jahrestages, hatte einige Verwirrung bei den Leipzigern und Dresdnern hervorgerufen, die sich nach dem abendlichen Fernsehkonsum aber wieder legte. Seit Jahren ist es Unterrichtsstoff, daß Türken Deutschland nach dem Kriege aufgebaut hätten, worunter die meisten Muslime gewesen seien, so wäre es auch billig, die Deutsche Einheit den wackeren Muslimen zuzuschustern. Kramer, lobte Wulff. Er habe Flagge gezeigt, obwohl die Empörung abzusehen gewesen sei. Die hierzulande lebenden Muslime seien Teil unserer Gesellschaft, sagte er der Nachrichtenagentur dapd. „Daher gehört natürlich auch ihre Religion in dieses Land. “ Schließlich sei das Recht auf freie Religionsausübung im Grundgesetz verankert. Dazu gehörten unzweifelhaft ihre Bräuche, jüdische Schüler wegen der unsagbaren Verbrechen Israels zu prügeln, Rabbis, die böse gucken, ein Messer in den Geldwanst zu stechen, Hakenkreuze an Synagogen zu schmieren, um ihren Abscheu auszudrücken, jüdische Tanzgruppen mit Steinen zu beschmeissen und deutsche Polizisten zu nötigen, Israelfahnen aus Privatwohnungen zu entfernen. Gegen Verfassungsfeinde aber müsse mit aller Härte vorgegangen werden – egal, ob sie in die Kirche, die Moschee oder die Synagoge gingen. Den Vorwurf, Stephan Kramer arbeite beschleunigt auf einen neuen deutschen Antisemitismus hin, wies Stephan Kramer empört zurück. Schliesslich wäre er selber Holocaustopfer, durch Beitritt zum Judentum, und solche Judenverfolgungen durch Deutsche, dürften sich nicht wiederholen. Er vertraue da voll und ganz auf den Islam. Der weiß, was er tut.

Unsere Menschen sind aufgebracht

 

Das auch noch

Falsches Bauern – Gen. 2500 Traktoren stehen still. Die sowjetrussische Mißwirtschaft. Moskau, 6. Oktober. (1936) In der Moskauer Presse mehren sich täglich die alarmierenden Berichte aus dem Lande, die von einer völlig unzureichenden Herbstbearbeitung der Felder sprechen und die Katastrophe einer neuen Hungersnot im nächsten Jahr ankündigen. Nach der „Prawda“ ist das Gebiet der südlichen Ukraine besonders bedroht. Obwohl dieses Gebiet von heißen transalpinischen Winden schon manchen Schaden erlitten haben, täten die Bauern nichts, um diese Wirkungen durch gute Bodenbearbeitung im Herbst abzuschwächen. Im Gegenteil, man habe den Eindruck, als ob der Bauer nach der Ernte auf dem Felde nichts mehr tun wolle. Das Gebiet verfüge über 2500 Traktoren. Aber diese Maschinen ständen still. Die Zeit, in der die Arbeit werde aufhören müssen, komme mit Riesenschritten heran. Der Regierungsplan der Herbstbestellung sei nur zu 18 und in manchen Gebieten sogar nur zu 2 oder 3 Prozent durchgeführt. FREIBURGER ZEITUNG. 8. 10. 1936.

Kaufmannsfeindliche Propaganda …  Über die Ursache für das Überhandnehmen weiblicher Berufstätiger im Einzelhandel berichtet der „Pressedienst des Einzelhandels“, wobei er u. a. auf ein psychologisches Moment eingeht. In der Öffentlichkeit und auch in den Kreisen der Jugend habe eine zum Teil kaufmannsfeindliche Propaganda um sich gegriffen. Die Begriffe „händlerischer Geist“ und „Spekulantentum“ seien in gedankenloser Übertragung auch auf das deutsche Kaufmannstum angewandt worden. Bei manchen der Tüchtigen und für den Kaufmannsberuf gut veranlagten Jungen hätten sich dadurch Widerstände gegen die Wahl dieser Berufslaufbahn ergeben. …  FREIBURGER ZEITUNG. 8. 10. 1936.

Winterurlaub ist auch Autobahn …  Seit dem Bestehen NSG „Kraft durch Freude“ ist der Winterurlaub kein Vorrecht bestimmter Schichten unseres Volkes mehr. Die Schönheiten der Winterlandschaft und die gesundheitlichen Vorzüge sollen allen Deutschen zugute kommen …FREIBURGER ZEITUNG. 8. 10. 1936.

Polen trampeln sich gegenseitig tot. Polen ohne Raum.  Warschau, 8. Oktober. Durch die Erklärungen der polnischen Vertreter in den Genfer Ausschußsitzungen des Völkerbundes sei, wie die halbamtliche Agentur Iskra schreibt, das Problem des polnischen  Bevölkerungsüberschusses grundsätzlich dargestellt worden. Die jüdische Emigration, die als internationale Frage dem Völkerbund vorgelegt wurde, müsse eine Lösung finden in der Zusammenarbeit der wirtschaftlichen und finanziellen Faktoren des Auslandes, wobei den Juden selbst eine erhebliche Rolle zufallen müsse. Man müsse die Prüfung der Möglichkeit einer jüdischen Ansiedlung auch außerhalb Palästinas fordern und zwar hinsichtlich der Feststellung neuer für die jüdische Siedlung geeigneter Territorien wie hinsichtlich der Aufbringung der notwendigen finanziellen Mittel. Polen, das mit großen Schwierigkeiten die bisherigen Kosten der jüdischen Auswanderung nach Palästina getragen habe, stelle diese Mittel nicht länger bereit. Sie müßten durch die ausländische und insbesondere die jüdische Finanzwelt im eigenen wirtschaftlichen Interesse gestellt werden, wie auch im Interesse der armen jüdischen Bevölkerung, die in dem übervölkerten Polen ersticke. … .FREIBURGER ZEITUNG. 8. 10. 1936.

Sieg der sozialistischen Rechtspflege. Neue Volksgerichte in Madrid. London, 7. Oktober. Nach einer Meldung aus Madrid wurden dort zehn neue Volksgerichte eingesetzt, die die Aufgabe haben, die schleunige Aburteilung von achttausend politischen Häftlingen vorzunehmen, die sich in den Madrider Gefängnissen befinden. DAS KLEINE BLATT 08.10.1936.

Schwalben reisen im Flugzeug. Graz, 7. Oktober. Auf veranlassung des Grazer Tierschutzvereins wurden heute etwa dreihundert Schwalben, die auf ihrem Flug nach dem Süden durch unerwartet frühen Kälteeinbruch und Schneefall überrascht worden waren und sich ganz erschöpft auf dem Gesimse des neuen Postgebäudes sowie auf den benachbarten Häusern dicht aneinandergedrängt niedergelassen hatten, durch die Feuerwehr heruntergeholt. Sie werden mittels Flugzeuges weiterbefördert. Vor fünf Jahren wurden bekanntlich auch Schwalben, die von dem frühen Winter überrascht worden sind, im Flugzeug nach Süden gebracht. DAS KLEINE BLATT 08.10.1936.

Bild: Aus dem Artikel der WIENER BILDER 4.10.1936. „Ein Zigeunerkönig wird begraben“. Bildunterschrift: Ein Idyll von dem auf dem St. Pöltener Sportplatz errichteten Zigeunerlager. Ob die St. Pöltener das auch so gesehen haben, darf bezweifelt werden.


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