Archiv für 19. Oktober 2010

Aus unserer Kolonie

Autos in Deutsch-Ostafrika, titelt die Deutsch Ostafrikanische Zeitung vom 19.10.1910. (Kapstadt – Kairo, Autos für drahtlose Telegrafie in D. O. A.) Wie wir nach dem „Daily Expreß“ kürzlich wiedergaben, beabsichtigen einige englische Sportsleute, den Versuch zu machen, Afrika vom Kap bis zur Nilmündung im Kraftwagen zu durchfahren. Es würde das keineswegs die erste größere Reise eines Kraftfahrzeugs im dunklen Erdteil sein. Abgesehen von dem bereits bestehenden Kraftwagenverkehr in Britisch – Ostafrika und mißglückten Ansätzen in unserem Anteile sind besonders in Abessinien erfolgreiche Versuche gemacht worden. Der Deutsche Holtz hat in Abessinien den Engländer Bentley glatt geschlagen und die lebhafte Bewunderung des Kaisers Menelik gefunden. Die Ereignisse sind in dem Buche „Im Auto zu Kaiser Menelik“ (Vita Verlagshaus, Berlin) niedergelegt worden. In neuerer Zeit hat dann Oberleutnant Graetz, freilich nicht ohne erhebliche Pannen und dadurch bedingte Verzögerung, eine Fahrt durch Deutsch – Ostafrika und Englisch – Südafrika unternommen. Auch hierüber ist bericht abgelegt, und zwar in dem nahezu romantisch gehaltenen Werke „Im Auto quer durch Afrika“ (Gutenberg – Verlag, Berlin.)

Alle diese Fahrten dienten ebenso wie die geplante englische rein sportlichen Zwecken. Es wäre für die Verkehrsentwicklung der Kolonien und ebenso für das Kriegsministerium von größerer Bedeutung, wenn an Stelle des draufgängerischen Sports einmal wirkliche Zuverlässigkeitsfahrten unternommen würden, mit sorgfältiger Untersuchung der Verkehrstechnischen Verhältnisse. Ein solches Unternehmen würde auch Gelegenheit bieten, zugleich die Einwirkung des geologischen Untergrundes, der Witterungsverhältnisse usw. nach Gebühr zu berücksichtigen.

Bereits ehe von dem englischen Plane etwas laut geworden war, ist in Deutschland mit den planmäßigen Vorbereitungen zu einer Forschungsreise von Kairo nach Kapstadt begonnen worden. In Deutsch – Ostafrika sollen während 8 Monate Versuche über die Verkehrsmöglichkeiten an verschiedenen Karawanenstraßen unternommen werden. Zugleich aber wird der Kraftwagen, und das ist vielleicht der bemerkenswerteste Teil des Planes, Versuche mit drahtloser Telegraphie unternehmen. Im nächsten Frühjahr sind die beiden festen Stationen des Reichspostamtes in Buloba und Muansa fertig gestellt. Der Kraftwagen führt eine vollständige Einrichtung des Systems Telefunken mit sich und wird mit seinem 25 Meter hohen Fontanamast Funkenversuche bis zu 400 Kilometern und darüber machen können. Im Gegensatz zu den bisherigen Afrikafahrten werden sämtliche Teilnehmer als Wagenführer und Techniker ausgebildet, denn eine Fahrt von Herren, die selber mit ihrem Kraftwagen nicht vertraut sind, muß notwendig, wie die Erfahrung gezeigt hat, zu Mißgeschicken führen, welche eine technische Würdigung unmöglich machen.

Bild: Von der Straße auf die Schiene. Ringhofferscher Eisenbahnwaggon. Allgemeine – Automobil – Zeitung 16.10.1910 .

Das war damals deutsche Spitzentechnologie, während heute unsere Spitzen herumreisen und in aufstrebenden Staaten dieser Erde verquaste, krude und wenig hilfreiche Klimawandelideologien zu verkaufen versuchen, die Länder wie Indien oder China daran hindern sollen, den Wohlstand Europas zu erreichen. Dieser kam ja nicht über Nacht sondern wurde hart erforscht und erarbeitet, und der es uns heute ermöglicht, mitten in der Nacht an den Kühlschrank zu gehen, wo wie ein Wunder ein Lichtlein aufleuchtet, das uns die dort gelagerten Lebensmittel erhellt, die quasi rufen: „Iss uns!“

 

Das Albernheits – Gen

Zu keiner Zeit waren die Sicherung des Territoriums und die Regulierung von Zuwanderung trivial. Die um diese Fragen entstehenden Verwicklungen bedrohten Staaten und Gesellschaften häufig im Kern und prägten sie tief, und immer waren sie begleitet von blutigen Orgien und Gewalt. In deutschen Medien wird dies häufig ausgeblendet. Zuwanderungsfragen werden dort oft mit mahnend erhobenem Zeigefinger behandelt und mit einer Attitüde, die wohl am treffensten charakterisiert wird durch das Sprüchlein : „Piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb“. Dieser Ansatz ist so unhistorisch wie albern. Umso bedauerlicher ist es, daß sich die deutsche politische Klasse ihre Haltung zu Migrationsfragen weitgehend  von Stimmen aus den  Medien diktieren lässt. Sie läuft damit Gefahr, sich sowohl vom Kern der Probleme wie auch vom Volk zu entfernen. … Die großen Wanderungsbewegungen verliefen selten unblutig, es sei denn, die Einwanderer ließen sich auf unbesiedeltem Terrain nieder, Das ist infolge des rapiden Bevölkerungswachstums nicht mehr möglich. Heute würde sich an den Bevölkerungsproblemen Afrikas oder des Nahen Ostens vermutlich nicht einmal das geringste ändern, wenn Europa 100 oder 200 Millionen Zuwanderer aufnähme. „Das Schlüsselproblem für die Zukunft bleibt die Vermehrung des Menschen. Wenn der Weltfriede nicht gestört werden soll, muß jedes Volk seine Bevölkerung auf die Tragfähigkeit seines Landes abstimmen. In einer übervölkerten Welt darf Vermehrung kein Argument für Landnahme sein.“ 1 Dieser richtigen Feststellung von Irenäus Eibl-Eibesfeldt ist eine weitere hinzuzufügen: Auch die natürliche Bevölkerungsabnahme in einem Land oder einer Gruppe von Ländern darf kein Grund zur moralischen oder politischen Rechtfertigung von Immigration oder Landnahme sein. Das Territorialprinzip ist unantastbarer Bestandteil staatlicher Souveränität, seine Beachtung hat eine friedensstiftende Funktion. Thilo Sarrazin, „Deutschland schafft sich ab.“

Inzwischen ist die deutsche politische Klasse in Zuwanderungsfragen so weit vom Volke entfernt, wie die Erde vom nächsten Sonnensystem. Übertroffen wird sie dadurch nur noch vom deutschen Qualitätsjournalismus.(Unterstreichung durch den Blog – Wart)

Südländer in Frankreich

 

Frankreich überfällt Deutschland

50 Tage Krieg im Westen, Kein Franzose hat den Westwall erreicht, so titeln die WIENER NEUESTEN NACHRICHTEN am 19. Oktober 1939, noch bevor Hitlers Armeen dazu kommen, ihren Fuß im Jahre 1940 auf französischen Boden zu setzen, womit sie das hilfs – und kampfbereite Frankreich urplötzlich überfallen, das den Polenfeldzug über gemütlich in seiner Maginot – Linie hockte und zusah, wie der Verbündete, den es zum Kriege ermutigt hatte, zerschlagen wurde. Aber war das wirklich so? Die Zeitung listet die übermenschlichen Anstrengungen Frankreichs für seine Leser auf.

Kurze hartnäckige Kämpfe im Westen. Letzte Feindnachhuten geworfen. Überblick über die Ereignisse an der Westfront seit Kriegsbeginn. Berlin, 19.10. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Zwischen der Saar und der Straße Hornbach-Bitsch warfen unsere Truppen die noch auf deutschem Boden feindlichen feindlichen Nachhuten nach kurzem hartnäckigen Kampf auf und über die Grenze zurück. An den übrigen Abschnitten der Westfront nur örtliche Artillerie – und Spähtrupptätigkeit. An einigen Stellen ist die Fühlung mit dem Feind verlorengegangen, da unsere Gefechtsvorposten die französische Grenze nicht überschritten haben. Damit kann der erste Abschnitt der Kampfhandlungen im Westen – hervorgegangen aus der Initiative der Franzosen – als abgeschlossen betrachtet und folgender Überblick über die Ereignisse an der Westfront seit Beginn des Krieges gegeben werden:

Mit dem Beginn der Operationen in Polen wurden auch unsere Grenzbefestigungen im Westen durch starke Kräfte besetzt. Am 9. September eröffneten die Franzosen die Feindseligkeiten und überschritten mit Spähtrupps an verschiedenen Stellen zwischen Luxemburg und dem Rhein westlich Karlsruhe die deutsche Grenze. Seit dieser Zeit haben an der ganzen Westfront an keiner Stelle ernsthafte Kampfhandlungen stattgefunden. Die rein örtlichen Kämpfe spielten sich in einem flachen, nahe der französischen Grenze liegenden Streifen im Vorfeld unseres Westwalles ab. Von einer einzigen Ausnahme abgesehen, führten diese Kämpfe auf beiden Seiten nur kleine Verbände, meist unter Kompaniestärke. Besetzt wurde von den Franzosen im Laufe des Monats September lediglich: 1. Einige nahe der französischen Grenze gelegene deutsche Ortschaften zwischen der luxemburgischen Grenze und Saarlautern; das südwestlich Saarbrücken gelegene, nach Frankreich vorspringende Waldgebiet „der Warndt“ und 3. der ebenfalls vorspringende Gebietsteil südostwärts Saarbrücken zwischen Saar und Pfälzerwald. Nur in den beiden zuletzt genannten  Gebietsteilen, die von uns planmäßig geräumt waren, hat sich der Feind unter erheblichen Verlusten in einer Tiefe von 3 – 5 Kilometer auf deutschem Boden festgesetzt. Das ganze übrige deutsche Gebiet vor dem Westwall blieb frei vom Feinde.

An keiner Stelle sind französische Kräfte auch nur in die Nähe des Westwalles gekommen, außer dort, wo der Westwall, wie bei Saarbrücken, in unmittelbarer Nähe der Grenze verläuft. Dieser geringen infanteristischen Gefechtstätigkeit entsprach auch das Artilleriefeuer. Es beschränkte sich, von der Unternehmung kleinerer Stoßtrupps abgesehen, auf Störungsfeuer gegen Geländepunkte im Vorfeld unserer Befestigungen. In einem einzigen Fall wurde ein Bunker in der Nähe von Saarbrücken mit 80 Schuß mittleren Kalibers ohne jeden Erfolg beschossen. Im Oberrhein von Karlsruhe bis Basel herrscht seit Kriegsbeginn völlige, fast friedensmäßige Ruhe.

Diesen von französischer Seite als großen Erfolg und wirksame Unterstützung der Polen hingestellten Geländegewinn hat der Feind zwischen der luxemburgischen Grenze und dem Warndt sowie zwischen der Saar und dem Pfälzerwald freiwillig wieder aufgegeben und ist, von unseren daraufhin energisch nachstoßenden Truppen bedrängt, bis dicht an und über die französische Grenze zurückgegangen.

Die Luftkriegsführung an der Westfront ging bisher über Aufklärungstätigkeit sowie Jagd – und Flakabwehr auf beiden Seiten nicht hinaus. Bombenangriffe fanden nicht statt. Der wirkungsvollen deutschen Abwehr durch Jäger und Flak sind seit Kriegsbeginn an der Westfront 60 feindliche Flugzeuge, darunter 12 britische erlegen. Die feindlichen Flugzeugverluste im Inneren Deutschlands und im Küstenvorfeld sind in diesen Zahlen nicht enthalten.

Die deutschen Gesamtverluste durch feindliche Einwirkung an der Westfront betragen seit Kriegsbeginn bis zum 17. Oktober 196 Tote, 356 Verwundete und 114 Vermißte sowie insgesamt 11 Flugzeuge. Dem gegenüber wurden bis 18. Oktober allein 25 französische Offiziere und 664 Unteroffiziere und Mannschaften als Gefangene eingebracht. An der 174 Kilometer langen Oberrhein – Front wurde nur ein Mann durch einen gelegentlich eines Flakabschusses herabfallenden Granatsplitter verwundet. Britische Truppen konnten bisher in der vorderen Linie der Westfront nirgends festgestellt werden.

1939 Jewish Life in Bialystok



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