Archiv für 23. Oktober 2010

Editha kehrt heim ins Reich

Blut und Boden, Knochen und Asche, ein Volk, eine Stadt, eine Herrschergemahlin. Halb Magdeburg kniete unlängst am offenen Sarkophag der Königin der Herzen nieder. Editha, die Frau Otto des I., oder irgend eines anderen Herrschers, wer weiß schon genau Dichtung und Wahrheit zu unterscheiden, kehrte nach einer Kur in den Magdeburger Dom zurück und die Stadt ist im Freudentaumel. Jemand anbeten zu können, in unserer aufgeklärten Zeit, ist , was den Magdeburgern gefehlt hat. Editha, so wurde von der damaligen Presse überliefert, hatte als hochgestellte Persönlichkeit engen Kontakt zum Volk, sie verkörperte die heutige Sozialhilfe, die Tafeln, die Kleiderausgabe des Roten Kreuzes, die Wohlfühlorganisationen, die alle vom Steuerzahler leben, in einer einzigen Person, kein Wunder, daß ihr die Herzen der Magdeburger zufliegen, im Gegensatz zur amtierenden Bundeskanzlerin, aber die ist ja auch noch nicht tot und skelettiert. Sie muß sich also noch etwas gedulden. Und wir auch. Leider.

Und auch Wunder geschahen sogleich. „Als der Transport mit den Gebeinen in der neuen Sargkiste am Vormittag ankam, war ich gerade dabei, den Kilianaltar herzurichten“, sagt Merker. Der dem Lieblingsheiligen Edithas geweihte Altar befindet sich an der Stirnseite des Doms, unmittelbar vor dem Sandsteinsarkophag, in den die sterblichen Überreste Edithas gestern erneut gebettet wurden. „Ich konnte den Sarg mit Edithas Gebeinen fast berühren.“ Worauf sie ihre AOK – Krücken fortwarf, zur nächsten Lotto – Annahme – Stelle eilte und auch den Hauptgewinn gewann, wir hier gönnen es aus ganzer Seele.

Editha wird auch tot künftig so viel Gutes für Magdeburg tun. Nicht nur, daß sie das Christen- und Judentum, den Islam  und den Marxismus – Leninismus als Religion ablösen wird, wenn die Menschen an ihr Grab pilgern, sie wird auch im kommenden und den folgenden klimawarmen Wintern Magdeburg mit Energie versorgen. Die Bedeutung Edithas für die Stadt Magdeburg an der Seite Ottos I. würdigte Oberbürgermeister Lutz Trümper. Allen Magdeburgern sei heute warm ums Herz, so das Stadtoberhaupt, auch wenn man bei den winterlichen Temperaturen im Dom kalte Hände und Füße habe. Und in Zeiten merkelscher Energieverteuerungspolitik wäre das ganz, ganz wichtig, daß wenigstens das Herz warm ist, wenn auch die Hände und Füße frieren, im Märchen vom Mädchen mit den Schwefelhölzern hat das ja auch geklappt. Halle wird davon übrigens nicht profitieren können, die haben ihre eigenen Heiligen.

Cholera in Haiti

Nach dem merkelgemachten Erdbeben und den merkelgemachten Tropenstürmen nun das: während das brave haitianische Volk seit einem Jahr auf den Trümmern seiner Häuser sitzt und darauf wartet, daß sie sich durch intensives Voodoo über Nacht selber heilen, indess die Weltgemeinschaft zuschaut und nur ab und zu Essen abwirft, kommt über die Ärmsten der Armen neues Ungemach, das ursächlich damit zusammenhängt, daß die Weltgemeinschaft weder die Kanalisation noch die Trinkwasserversorgung auf Haiti repariert hat, weil die Weltgemeinschaft das immer tut. So sollen diese fleißigen, farbigen Menschen nicht nur mit Hilfe der amerikanischen Geo – Waffe ausgerottet werden, um den freigewordenen Platz dann mit jüdischen Siedlern zu füllen,  sondern auch durch Krankheit. Gibt es einen eindeutigeren Beweis, wie sehr wir Haitianer in Deutschland für unseren technischen Fortschritt benötigen? Ich meine : nein!

Merkelgemachtes Elend – die Welt ist empört

Die Internationale erkämpft das Menschenrecht

auch für Karen Stone, die tapfere Engländerin, die mit Geld und einem Intendantenplatz am Magdeburger Theater nach Deutschland, unters Nazi – Joch, gepresst wurde, wo sie den Anfeindungen durch Deutsche ausgesetzt war, von denen es in Magdeburg anscheinend nur so wimmelt, hätte sie das gewußt, als sie den Blutpakt unterschrieb, der sie seither zwingt, in dieser Nazi – Stadt auszuharren, sie hätte niemals den Kanal überquert, der die demokratischere Welt von den Hunnen trennt. Seither wurde ihr der Scheinprozess gemacht, in dem es nur noch darum ging, die Antifaschist_innen und Antifaschisten der ganzen Welt zu demütigen, unzählige Solidaritätsaktionen wurden bis dahin auf den Weg gebracht, Angehörige der Pionierorganisationen schrieben im Unterricht Protestkarten an den Magdeburger Oberbürgermeister und den Menschenrechtsrat der UNO, Mitglieder der Freien Deutschen Jugend schwören öffentlich in bewegenden Zeremonien, stets so treu und kühn zu sein, wie Genossin Stone, und mehrere Straßen und Plätze harren ihrer Umbenennung in Zukunft, das konnte nicht folgenlos bleiben.

Wie die Volksstimme in einer Schnuppermeldung verlautbart, kommt Genossin Stone, die nimmermüde Kämpferin gegen die Nazi – Stadt Magdeburg, mit einer Buße von 2500 € davon, die sie PETA, Verwaltungsbeamten in Not e.V. (VIN), dem Bündnis für Demokratie und Toleranz oder einem anderen gemeinnützigen Verein, wie der ROTEN HILFE zahlen kann. Wenn Klaus Peymann im Jahr mit 200 000 € Intendantengehalt abgespeist wird, dürfte Frau Stone nicht wesentlich mehr Hunger leiden, 2500 €, das geht an die Substanz, so will der Staat die physische Existenz von Menschen vernichten.

Aber, Genossen, Solidarität geht weiter, und schon bald werden Spendenaufrufe ergehen müssen, um Frau Karen Stone unsere Liebe zu beweisen, ihr, die sie überhaupt erst das Theater nach Magdeburg gebracht hat, wo Deutsche gar nicht fähig sind, Intendanten hervorzubringen, deren Stücke die Deutschen nicht mehr sehen wollen, weil es nicht mehr um Autoren und Stück geht, sondern nur noch um die Selbstverwirklichung von Regisseuren und Intendanten. Ob die Gefangenschaft der mutigen Karen Stone in Deutschland auch enden darf und sie heimkehren kann, ins gute, alte England, und ob sie das überhaupt will, das erfahren wir aus der Printausgabe.


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