Das Verbrechen schläft nie

Die Polizei schon.  Freitag nach Eins, macht jeder Seins und, hast Du nicht die Hubschrauber gehört? Welche Hubschrauber? Na, die Hubschrauber doch, die nach 13.00 Uhr das Heu für die Ochsen abwerfen, die jetzt noch arbeiten. Die gibt es in den Dienststellen der sachsen-anhaltinischen Polizei nicht, wenn Feierabend ist, dann fährt der Bergmann aus dem Schacht und der Schutzmann löscht das Lichtlein aus, mag da durchs Fax kommen, was da will. Und sei es ein Bekennerbrief zu einem terroristischen Anschlag, der zuvor noch schnell geschickt wird, um den islamischen Terror nicht zu diskreditieren oder die  Absage einer Demonstration.

Die NPD, die der neue oberste Holocaustüberlebende Graumann völlig demokratisch verbieten lassen will, weil, irgendwas muß ja verboten werden, vom Zentralrat der mahnenden Zeigefinger, hatte für Samstag in Halberstadt, Standort der beliebten DDR- Konserven und Wurstwarenproduktion,   eine Demonstration angekündigt, die aber erst abgesagt wurde, als in den Polizeidienststellen längst über allen Wipfeln kein Hauch mehr zu spüren war. „S´ist Feieramd, das Tagwerk ist vollbracht.“

Demzufolge, und, weil zwischen Verbrechen und politischer Polizeiführung  in Sachsen – Anhalt Konsens herrscht, daß das Wochenende heilig ist, zumindest in der Verwaltung, standen 400 Beamte – andere Quellen sprechen von 600, in Halberstadt, um die NPD vor den Gegendemonstranten zu schützen, nur die kam nicht. Die NPD. Erst NPD-Landeschef Matthias Heyder klärte die frierenden Hundertschaften darüber auf, dass es gar keine Demo geben werde.   Mancher mag da schon den berühmten Satz des Marschall Wellington vor sich hingemurmelt haben, von der Nacht, die da kommen möge oder den Preußen. Aber wenigstens waren die Gegendemonstranten angetreten. 50 an der Zahl. So kann man eigentlich nicht sagen, daß sich die Beamten völlig umsonst kalte Nasen, Ohren und Füße holten, wo es galt, das demokratische Grundrecht der Gewerkschafter, sich friedlich zu versammeln, zu verteidigen.

Nun, hier kam nur die NPD nicht. Was an sich schon eine Unverschämtheit ist, wofür sie auch bezahlen sollte, trotz Absage ihrer Demonstration. Schließlich ist eine Gegendemonstration Zivilcouragierter nur wirksam, wenn das Ziel ihres Mutes auch anwesend ist. Wir möchten uns aber gar nicht vorstellen, was passieren würde, würden die angekündigten Weihnachtsmarktterroristen nicht kommen und ihren Besuch per Fax absagen oder gar ankündigen. Und das nach 18.00 Uhr, wenn die Heinzelmännchen damit beginnen, die ungelösten Fälle zu bearbeiten.  Am nächsten Tag liegen dann die Opfer der Tannenbaumphobie in ihrem Blute oder sonstwo herum und Schlimmes hätte verhindert werden können, nur war eben keiner mehr da, um ein simples Fax zu lesen. Da ist es schon richtig, daß die NPD für die Kosten des unnötigen Polizeieinsatzes aufkommen muß, die Wirkung auf die Nadelbaumbomber dürfte eine abschreckende sein. Die werden sich eine Terminverschiebung dann dreimal überlegen.

Wen die Gegendemonstranten aber nun mangels NPD – Demonstranten mit Steinen beworfen haben, und ob sie überhaupt mit Steinen warfen, wie man es doch von ihnen gewöhnt ist, liebe Kinder, das ist eine andere Geschichte.

Ein jeder legt sein Werkzeug hin

1 Response to “Das Verbrechen schläft nie”


  1. 1 Pegnitzstrom 29. November 2010 um 10:12

    Tja, lieber Karl Eduard,
    diese Republik läßt sich von Satire nicht übertreffen. Hier nimmt man das Leben und den Kampf gegen die Übel dieser Welt sehr ernst.


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