Schwere Explosionskatastrophe in Newyork

Newyork, 1.Februar. Als eine größere Menge Dynamit von der Wasserseite von Jersey City aus einem Güterwagen auf ein Boot umgeladen wurde, erfolgte eine furchtbare Explosion, die einem Erdbeben gleich das Finanzviertel und das Wolkenkratzerviertel Newyorks erschütterte und in weitester Umgebung die Gebäude erzittern machte. Die Baulichkeiten auf der Einwandererinsel wurden beschädigt. Die größte Panik entstand in der unteren Stadt. Minutenlang stockte der Geschäftsverkehr an der Börse und in den Banken. Tausende von Fensterscheiben wurden durch den Luftdruck zerstört. Die Zahl der Getöteten wird bisher auf 10 bis 25 geschätzt. Verschiedene Personen wurden in den Hudson geschleudert. Der Schauplatz der Explosion bietet ein Bild der Verwüstung.

Newyork, 1.Februar. Durch die Dynamitexplosion im Hafen sind zahlreiche Personen auf den Fährbotten verletzt. Das Boot, in das das Dynamit verladen wurde und ein anderes wurden zerstört. Aus den Wolkenkratzern stürzten die Menschen auf die Straßen, die bald unpassierbar wurden. Es sind die wildesten Gerüchte im Umlauf. Die Krankenhäuser von Jersey City sind überfüllt.

Newyork, 2.Februar. (F. F.) Die Explosion hat geradezu furchtbare Verheerungen angerichtet. Der Hudson ist meilenweit mit Schiffstrümmern bedeckt, eiserne Dampfer wurden buchstäblich aus dem Wasser in die Luft geschleudert und in Stücke zerrissen. Der Zentralfrachbahnhof ist total zerstört, und der gesamte Güterverkehr stockt. In der Stadt glaubte man zuerst an ein Attentat auf den Bürgermeister oder die Börse; allenthalben hat sich der Bewohner die größte Erregung bemächtigt. Die Explosion ist die größte, die je in diesem Landesteile sich ereignet hat. Die Detonation wirkte wie ein Erdbeben. Ein Friseur, der gerade einen Kunden rasierte, durchschnitt diesem im Schrecken den Hals. Da gerade Mittag war und die Fabriken Pause machten, wurden viele Arbeiterinnen vor Schrecken von Schreikämpfen befallen.

Newyork, 2.Februar. (W. T.-B) Über die mutmaßliche Ursache der Katastrophe wird gemeldet: Etwa 100 polnische Arbeiter waren damit beschäftigt, Dynamit von einem Bahnwagen in ein Boot zu laden, als die Explosion erfolgte, Die Leute, die beim Ausladen beschäftigt waren, ließen die 50 Pfund schweren Dynamitkisten eine schiefe Ebene herabgleiten, an deren Seiten Arbeiter aufgestellt waren, um die gleitenden Kisten zu lenken und ein seitliches Abrutschen zu verhindern. Wahrscheinlich hat nun einer der Leute die Kiste fallen lassen, die dann explodierte. *Freiburger Zeitung 2.2.1911*

Bild: So stellte sich der Zeichner der Wiener Bilder die Katastrophe vor, ein Glück, daß es damals noch kein Fernsehen gab, wir hätten sonst eine 24 – stündige Liveschaltung vom Ort des Geschehens, die immer wieder rauchende Trümmer, hektisch eilende Rettungskräfte, besorgte Politiker und schreikrämpfige Frauen zeigen würde. Das wäre aber noch nicht das Schlimmste! Frau Maria Böhmer, CDU,  hätte wachsam in die Kameras gefragt, ob Migranten betroffen wären – ja, waren sie – und die üblichen Verbandsvertreter der üblichen Verdächtigen würden sich beeilen zu versichern, daß die Attentäter den Islam nur nicht verstanden hätten, noch ehe die Ursache der Explosion ermittelt worden wäre. Und die Deutschen müssten nun noch mehr Moscheen bauen, um solches in Deutschland zu verhindern.

Die altkluge deutsche Kanzlerin salbaderte mahnende Worte in Richtung Amerika wegen des fehlenden Arbeitsschutzes und fehlender Sicherheitsmaßnahmen und forderte den Newyorker Bürgermeister auf, sich nun endlich zu Werten wie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu bekennen, zu all dem, auf das die Bundesregierung im Inneren gerne verzichtet. Außerdem wären wir nun alle Amerikaner. Ob uns das dann davor geschützt hätte, daß Amerika im Ersten Weltkrieg an die Seite der Gegner Deutschlands tritt, das können wir wohl bezweifeln.

 

4 Antworten to “Schwere Explosionskatastrophe in Newyork”


  1. 1 Prosemit 2. Februar 2011 um 06:57

    Die altkluge deutsche Kanzlerin salbaderte mahnende Worte in Richtung Amerika wegen des fehlenden Arbeitsschutzes und fehlender Sicherheitsmaßnahmen und forderte den Newyorker Bürgermeister auf, sich nun endlich zu Werten wie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu bekennen,

    Ja, das ist Mutti wie sie leibt und lebt. Der Traum der überforderten Hausfrau im Staatsamt.

  2. 2 ostseestadion 2. Februar 2011 um 07:10

    ohne Antidiskriminierungsgesetz, Genderbeauftragten und Quote musste es ja so kommen …

  3. 3 Karl Eduard 2. Februar 2011 um 07:17

    Ich wette, es waren nicht mal 50 Frau_innen unter den polnischen Dynamitkistenschlepper_innen. Zum Glück gab es dann die Emanzipation und heute schleppen die Frau_innen die Kist_innen voller Dynamit und Männer fallen kreischend in Ohnmacht zur Mittagspause.

  4. 4 ostseestadion 2. Februar 2011 um 09:02

    Unbestätigten Gerüchten zu Folge sollen im Internet hinter vorgehaltener Hand Geschichten kursieren, daß die Pol_Innen und Polen angeblich vor dem Be und Entladen nicht mal eine Gleichstellungsbeauftragte_In gewählt haben sollen.
    Unvorstellbarer Quatsch. Bei aller Liebe, aber das ist doch nun wirklich an den Haaren herbeigezogen.


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