Archiv für 18. Februar 2011

Der Föhrer kommt!

Alle Herzen sind frei, alle Muezzine rufen glockenhell, der Föhrer des großtörkischen Volkes besucht wieder einmal das in Deutschland gefangene törkische Volk, um ihm Mut zu spönden, und es aufzurufen, noch etwas auszuharren, denn die Stunde, da sich die deutschen Kerkertören öffnen wörden, für seine geknöchteten törkischen Landsleute, ist nicht mehr ferne.  Viele Jahrzöhnte schon, da die Deutschen mit List und Geld wackere Törken nach Deutschland lockten, und Arbeit, sehnen sich die unterdröckten törkischen Männer, Greise, Kinder und Frauen nach der Heimat, vielen Demötigungen mußten sie seither erfahren und unerhörte Menschenrechtsverletzungen, wie das Ansinnen der Assimilation in das deutsche Volk, Deutsch zu lernen, ihre Öxistenz mit eigener Arbeit zu bestreiten und ihre Jogendlöchen und Könder anzuhalten, vom Berauben oder dem ins Koma treten Deutscher abzulassen. Diesem nun haben sie wacker wöderstanden und so können sich die Volkstörken in den von den Deutschen besetzten Gebieten auf ein Wiedersöhen mit dem Föhrer Erdogan freuen. Spötestens am 27. Februar. Wenn ganz Deutschland jobelt: „Heil, mein Erdogan, heil!“

Südländer heißen jetzt Osteuropäer

„Es laufen umfangreiche Fahndungsmaßnahmen. Bisher wissen wir, dass die Täter 1,75 bis 1,80 Meter groß sind, schwarz bekleidet waren und nach dem äußeren Erscheinungsbild Osteuropäer sind“, so Albrecht. Ein weiterer Schritt, um die unsensible Berichterstattung über Menschen, die nur am privaten Reichtum von Eigenheimbesitzern teilhaben wollen,  abzubauen.

 

Amerika verschenkt Deutschland

Am 18.02.1919 gibt es immer noch keinen Friedensschluß mit der Entente, obwohl die deutschen Truppen im Westen ihre Stellungen geräumt haben und demobilisierten, weil Deutschland da schon von seinen Freunden umzingelt ist, also keine Wehrmacht mehr braucht. So können andere Staaten Deutschland diktieren, es ist fast so harmonisch wie in der Europäischen Union.

Zum neuen Waffenstillstandsabkommen. Wir hatten uns bekanntlich verpflichtet, im Osten unsere Truppen hinter die Grenzen von 1914 zurückzunehmen. Das neue Waffenstillstandsabkommen, zu dessen Annahme die deutsche Regierung gezwungen zu sein glaubte, verlangt nun, daß wir sie, wie die Karte zeigt, hinter eine Linie zurücknehmen, die die ganze Provinz Posen, bis auf einen schmalen Randstreifen, der polnischen Bandenherrschaft ausliefert. Wilsonsons 13. Punkt fordert für die Polen alles Gebiet, das von „unstreitig polnischer Bevölkerung“ bewohnt ist. Innerhalb jener Demarkationslinie ist, einschließlich der Hauptstadt Posen, noch sehr viel streitig.  Darum soll dieses Gebiet den Polen zur ungestörten Bearbeitung überantwortet werden, so wie die Franzosen, unter Mißbrauch der geschlossenen Verträge, Elsaß – Lothringen bearbeiten.

Was heute noch strittig ist, soll bis zum Friedensschluß unstreitig polonisiert sein. „Wir haben uns bereit erklärt, alle unzweifelhaft polnischen Besiedlungsgebiete unseres Reiches mit dem polnischen Staate verbinden zu lassen. Wir wollen das Versprechen halten. Welche Gebiete unter dem 13.  Punkte von Wilsons Programm fallen, ist strittig. Eine unparteiische Instanz mag darüber entscheiden. Bis sie entschieden ist, gehören diese  Gebiete zum Reiche. Niemand ist befugt, in ihnen Hoheitsrechte auszuüben als der preußische Staat und die Reichsregierung.“ So erklärte Graf Brockdorff – Rantzau unter allseitiger Zustimmung am Freitag in der Nationalversammlung. Und am Sonntag wurde das unerhörte Verlangen der Feinde angenommen. *Freiburger Zeitung, Dienstag 18.02.1911*

Die Polen pfeifen auf den Waffenstillstand. Hier wird der geschulte Jurist und Völkerkundler sagen, das ist nur gerecht, wegen Auschwitz und daß Deutschland Polen überfallen hat, aber, gemach, gemach, das mit dem Überfall war 20 Jahre später, drei Jahre zuvor hatten der deutsche und der österreichische Kaiser überhaupt den polnischen Staat erst wiedererrichtet, auf dem von zaristischer Herrschaft befreiten Gebiet. Der Autor findet aber, solche Feinheiten kann man getrost ignorieren, wenn sie nicht ins Geschichtsbild passen. Rawitsch, 17. Febr. (W.T.B.) Die Polen binden sich nicht an die Waffenstillstandsbedingungen. Der Volksrat zu Rawitsch teilt mit, trotzdem um 05. Uhr nachmittags der Waffenstillstand begonnen hat, unternehmen die Polen seit den Abendstunden heftige Angriffe gegen Sarne, Friedrichsweiler, Laszyn, Konarczewo, wobei sie starke Artillerie verwenden. *Freiburger Zeitung, Dienstag, 18.02.1919*  Bild: Die Weimarer Nationalversammlung. Präsident Ebert hält die Eröffnungsrede.

 

Freiheit heisst der Nikolaus

Daß Deutschland von seinen klügsten Köpfen vertreten wird, beweist Außenminister Guido Westerwelle:  Die Demokratie wird sich nur entwickeln können, wenn die Freiheit auch Wohlstand bringt. Anderenfalls könnten sogar radikale Kräfte Nutznießer des demokratischen Aufbruchs werden. Anscheinend glaubt dieser Mann, die Freiheit wäre eine Art Nikolaus, die mit einem Sack Wohlstand daherkommt, den sie den um den Freiheitsbaum tanzenden Sansculotten vor die Füße  schüttet und schon erblüht das Schlaraffenland, und die, die gerade noch mit Steinen warfen, weil sie wegen Brotknappheit Kuchen zu essen gezwungen waren, gehen gemeinsam ins Demokriekasperletheater, um dort die Gastvorstellung deutscher Parlamentarier und Medienvertreter in dem Stück „Des Kaisers neue Kleider“ anzuschauen.


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