Ist Herr von Guttenberg überhaupt menschlich?

Nach den Plagiaten, die eifrige Menschen in der Doktorarbeit des Kriegsministers zu erkennen glauben, wer von uns hat denn nicht schon schamlos „der, die , das, und, oder“ usw. benutzt, ohne sich um den Urheber zu kümmern oder Fußnoten zu setzen, muß man sich dennoch fragen, was ist an diesem Wesen überhaupt echt und, ist er wenigstens ein Mensch? Dieser Film geht mit wissenschaftlicher Präzision dem Phänomen nach, das hinter der Maske Mensch Guttenberg stecken könnte.

14 Responses to “Ist Herr von Guttenberg überhaupt menschlich?”


  1. 1 Prosemit 21. Februar 2011 um 07:55

    Ein zutiefst menschlicher Hochstapler. Er hat die volle Sympathie von Mutti. Sie weiß genau, wie es ist. Unser aller geliebter Irrtum im KanzlerInnenAmt.

  2. 2 Prosemit 21. Februar 2011 um 08:05

    Aus einem FOCUS Bericht über Verdun :

    Er richtete eine Nachschubroute ein, über die pro Tag 3500 Lastwagen 2000 Tonnen Material in die Stadt brachten. „La voie Sacrée“ – Leidensweg wurde diese Straße bald genannt.

    http://www.focus.de/wissen/bildung/Geschichte/tid-21414/verdun-strategie-des-ausblutens_aid_601318.html

    Wie üblich schwafelt jemand, der nicht in der Lage ist, überhaupt die Quellen zu lesen.

    „La voie Sacrée“ ist die geheiligte Strasse, der Nachschubweg von Bar-le-Duc nach Verdun. Im Übrigen die einzige französische Strasse, die zur Bezeichnung keine Strassenummer trägt – es ist in Frankreich eine einzigartige Auszeichnung. (Es wäre die RD1916). Entlang der ganzen Strasse sind die bekannten Meilensteine mit Voie Sacrée gezeichnet.

    Der Name kommt vom Schriftsteller Maurice Barrès, der sie in Anhlehnung an die römische Triumpfstrasse Via Sacra so nannte.

    Nichts mit „Leidensweg“ – Schwafelei eines, der weder Geschichte noch den französischen Lokalpatriotismus kennt – aber das klassiche Gutmenschetum durchtriefen lässt.

  3. 3 Prosemit 21. Februar 2011 um 08:15

    Entschuldigung, daß ich mich mit diesem Off Topic aufgeregt habe, es steckt mehr dahinter.

    Egal zu welchem Thema ich etwas in der Presse lese – in den Themen, in denen ich mich belesen fühle, erkenne ich überall die Handschrift von Leuten, die nicht einmal eine oberflächliche Ahnung von dem haben, was sie schreiben. Null Recherche, keiner Abgleich irgendwelcher leicht zugänglicher Informationen, Geschwafel. Und leider denken viele Leute, daß es wohl recherchiert sei, wenn jemand etwas in den MSM schreibt.

  4. 4 hart vom stein 21. Februar 2011 um 10:12

    „Suchet, so werdet ihr finden,“ steht geschrieben. Wer nichts sucht, wird auch nichts finden. Bei ihm hat man gesucht und deshalb auch gefunden. Vielleicht sollte man auch bei anderen Politikern suchen. Ich bin sicher, es ließe sich einiges finden, wie vermutlich bei uns allen.

  5. 5 Prosemit 21. Februar 2011 um 10:28

    hart vom stein 21. Februar 2011 um 10:12

    „Suchet, so werdet ihr finden,“ steht geschrieben.

    Ja, es lohnt sich zu suchen. Nach den verschollenen Dissertationen dieses Mannes. Er zeigt in diesem bahnbrechenden Werk so viel Routine im Abfassen von Dissertationen zu durchaus komplexen Themen, daß man annehmen müsste, er habe schon zwanzig ähnliche Dissertationen vorher geschrieben. Wo sind sie zu finden, diese Jugendarbeiten unserem GröVaZ?

  6. 6 Sophist X 21. Februar 2011 um 12:11

    Ich bin wirklich froh, dass dieses dreiste Plagiat zur Aufklärung kam und habe mir soeben und spontan ein paar Gedanken über die Menschen gemacht, die zur Aufklärung beitrugen. Aber auch nur derjenige, der, selbst aufgeklärt, sich nicht vor Schatten fürchtet, zugleich aber ein wohldiszipliniertes zahlreiches Heer zum Bürgen der öffentlichen Ruhe zur Hand hat, kann das sagen, was ein Freistaat nicht wagen darf: räsonniert, soviel ihr wollt, und worüber ihr wollt; nur gehorcht! So zeigt sich hier ein befremdlicher, nicht erwarteter Gang menschlicher Dinge; so wie auch sonst, wenn man ihn im Großen betrachtet, darin fast alles paradox ist. Ein größerer Grad bürgerlicher Freiheit scheint der Freiheit des Geistes des Volks vorteilhaft und setzt ihr doch unübersteigliche Schranken; ein Grad weniger von jener verschafft hingegen diesem Raum, sich nach allem seinem Vermögen auszubreiten. Wenn denn die Natur unter dieser harten Hülle den Keim, für den sie am zärtlichsten sorgt, nämlich den Hang und Beruf zum freien Denken, ausgewickelt hat: so wirkt dieser allmählig zurück auf die Sinnesart des Volks (wodurch dieses der Freiheit zu handeln nach und nach fähiger wird) und endlich auch sogar auf die Grundsätze der Regierung, die es ihr selbst zuträglich findet, den Menschen, der nun mehr als Maschine ist, seiner Würde gemäß zu behandeln.

  7. 7 Sophist X 21. Februar 2011 um 12:17

    Vielleicht lassen sich meine klugen Worte noch so zusammenfassen: I kant get no satisfaction.

  8. 8 hart vom stein 21. Februar 2011 um 12:23

    Manche „Jugendarbeiten“ muß man gar nicht suchen, sie sind in der Öffentlichkeit längst bekannt. Etwa die Arbeit als Staasispitzel, oder das Zusammenschlagen von Polizisten, oder die Huldigung von Massenmördern wie Mao und Pol Pot. Alle diese „Jugendarbeiten“ sind bekannt, haben nicht geschadet, einige „Jugendarbeiter“ sind in höchste Staatsämter gelangt und genießen höchstes Ansehen in der Gesellschaft. In diesen Gesamtkontext gehört für mich das in Rede stehende Thema.

  9. 9 netzwerkrecherche 21. Februar 2011 um 14:28

    Es ist doch an Dreistigkeit kaum zu überbieten, schon in der Eibnleitung zur Doktorarbeit einen fremden Zeitungsartikel 1 zu 1 zu übernehmen. Aber man sollte Gutti keinen Vorwurf machen – der hat seinem Ghostwriter eben vertraut.

  10. 10 Prosemit 21. Februar 2011 um 15:44

    Es kommt Bewegung in die Sache :

    Landau sieht offenbar auch die Möglichkeit eines Ghostwriters: Er könne sich relativ schwer vorstellen, dass zu Guttenberg vorsätzlich plagiiert habe, sagte er. Wenn es aber kein Vorsatz sei, müsse jemand anderes die Arbeit angefertigt haben. Zu Guttenberg habe dann ein falsches Ehrenwort gegeben.

    http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,746809,00.html

  11. 11 Prosemit 21. Februar 2011 um 16:45

    Häää???

    Auch Bundeskanzlerin Merkel hat Guttenberg demonstrativ den Rücken gestärkt. Zugleich deutete sie am Montag erstmals an, dass sie an dem Minister auch festhalten würde, sollte ihm der Doktortitel wegen der Plagiatsvorwürfe aberkannt werden. „Ich stehe zu der Person und der Arbeit, die er macht“, sagte Merkel nach der CDU-Präsidiumssitzung in Berlin. Für sie sei allein seine Arbeit als Verteidigungsminister entscheidend, und die mache er „hervorragend“. Sie habe ihn nicht als wissenschaftlichen Assistenten oder einen Inhaber eines Doktortitels berufen.

    Ein überführter Betrüger ist der unfähigen Hausfrau egal, oder hat sie sehr viel Verständnis für überführte und noch nicht überführte Betrüger, sie, die IM Erika?

    http://www.focus.de/politik/deutschland/plagiatsvorwuerfe-gabriel-vergleicht-guttenberg-mit-berlusconi_aid_602116.html

  12. 12 vitzliputzli 21. Februar 2011 um 20:08

    @ prosemit

    „Auch Bundeskanzlerin Merkel hat Guttenberg demonstrativ den Rücken gestärkt.“

    Sie hat doch recht. der hehler ist schlimmer als der stehler. und die regierungen in bund und land kaufen wie gewerbsmäßige hehler massiv gestohlene bankdaten zur finanziellen ausbeutung und da soll ein kleiner, fast unschuldiger wissenschaftsdieb hängen?

    zuvor müssten doch logischerweise die schlimmeren hehler zurücktreten. deutschland wäre regierungslos.

    das kann erika, die dissertationsverlustige füßigerin, nicht verantworten.

  13. 13 Prosemit 21. Februar 2011 um 20:15

    Guttenberg sagte am Montagabend bei einer Wahlveranstaltung im hessischen Kelkheim:. „Ich habe mich am Wochenende nochmals mit meiner Doktorarbeit beschäftigt und es war richtig, dass ich gesagt habe, dass ich den Doktortitel nicht mehr führen werde.“

    Ich wette, das ist das erste Mal, daß er seine eigene Doktorarbeit gelesen hat.

    So viel Geld gezahlt und nun doch ohne Dr. als Namenszusatz. Für mich ist er eröedigt.

    http://www.focus.de/politik/deutschland/plagiataffaere-guttenberg-verzichtet-dauerhaft-auf-doktortitel_aid_602194.html

  14. 14 netzwerkrecherche 21. Februar 2011 um 20:54

    Ich wette, das ist das erste Mal, daß er seine eigene Doktorarbeit gelesen hat.

    Er wird das Thema der Arbeit vorgegeben haben. Diese Arbeit wird er nach ihrer Fertigstellung durch den Ghostwriter schon gelesen haben, denn er mußte sie auch mündlich verteidigen.

    Guttenberg räumte erneut Fehler ein: „Ich habe Fehler gemacht, ich habe sie nicht bewusst gemacht.“ Auch „Peinliches“ sei dabei passiert, räumte der Minister ein und verwies auf nicht ausgewiesene Zitate aus der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ in der Einleitung seiner Promotionsarbeit.

    Tja, und der Ghostwriter, der sich die Arbeit allzu leicht gemacht hat, wird keine Aufträge mehr erhalten. An den denkt niemand!


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