Archiv für 22. Februar 2011

Noch ein Zivilcouragepreis

Nach Margot Käßmann wird jetzt auch Herr von und zu Guttenberg als Kandidat für einen Zivilcouragepreis gehandelt, nach dem er erklärt hatte, er würde nun, nachdem er erwischt worden sei, vom Professorentitel zurücktreten. Das ist wirklich beispielhaft und inspirierend. Schulen und Universitäten werden nun um den Namen Guttenberg wetteifern. Anne Frank – zieh Dich warm an.

Preis für Zivilcourage

Schleswig, 17. Februar. (1864) Die Lazaretheinrichtung kommt hier jetzt in das gehörige Geleise, da alle hier befindlichen Lazarethe unter ein Comité gestellt sind dessen Versammlungen der dirigierende k. k. Oberarzt sowohl als auch der Vertreter der österreichischen Kommandantur beiwohnen. Den Hauptimpuls für diese einheitliche Leitung hat wohl Madame Arnemann gegeben, die, nachdem sie zu gleichem Zwecke die Lazarethe in Kiel und Eckernförde besucht hat, seit einigen Tagen hier ist. Das Hauptverdienst dieser würdigen Dame aber ist, daß sie auch zugleich, wie es scheint, zum Centralpunkt der vielen in Hamburg und den Herzogtümern entstandenen Hülfsvereine sich gemacht und auf diese Weise es ermöglicht hat, daß deren Tätigkeit ineinander greift. – Einer der österreichischen Standesherren, die hieherkamen, um Verwundete von hier nach Böhmen zu holen, wohnte heute der Versammlung des Lazarethecomité bei und war erstaunt über die Umsicht und Sicherheit, mit der letzteres verfährt und die eben nur dadurch erklärlich ist , daß die Mitglieder desselben schon im ersten Kriege gegen Dänemark dieselben Functionen auf sich genommen hatten. – Die vielen barmherzigen Schwestern und Diaconissinnen haben sich über sämmtliche Lazarethe verteilt. Auch 3 Damen aus Altona befinden sich als Pflegerinnen hier. *Wiener Zeitung 22.02.1864*

(Ueber die Einrichtungen und den Geist des preußischen Heeres) äußert sich ein nicht preußischer Offizier, welcher bei den verschiedensten europäischen Armeen als Freiwilliger viele Feldzüge mitgemacht und also eine reiche Erfahrung gesammelt hat, in einem Briefe an eine liberale Zeitung folgendermaßen: »Da Tausende von Familien, deren Angehörige jetzt, getreu ihrer Soldatenpflicht, im fernen Norden für deutsches Recht und deutsche Sitte gegen dänischen Uebermuth kämpfen, vielleicht diese Zeilen lesen werden, so können wir ihnen die beruhigende Versicherung geben, daß wir noch bei keinem Heere der Welt und in keinem Kriege Feld-Lazarethe gesehen haben, die so musterhaft eingerichtet sind und in denen die Soldaten, so weit dies überhaupt im Felde möglich ist, so vortrefflich verpflegt werden, als dies jetzt in den preußischen Lazarethen von Kiel, Altona, Flensburg, Schleswig, Apenrade, Hadersleben, Kolding und andern Orten geschieht. Was die preußischen Militair-Lazarethe so ausgezeichnet macht, sind die ordentliche, streng rechtliche Verwaltung, die gut ausgebildeten, in der nöthigen strengen Disziplin erhaltenen Krankenwärter, und die sehr vielen wissenschaftlich gebildeten und vom regen Eifer beseelten Militairärzte aller Grade. Besonders hinsichtlich dieser sehr großen Zahl tüchtiger Militairärzte steht die preußische Arme hoch über allen andern deutschen Truppen und über dem österreichischen, französischen und gar englischen Heere, welches in dieser Hinsicht, wie überhaupt hinsichtlich seiner ganzen inneren Einrichtungen entschieden den niedrigsten Rang einnimmt. Der treffliche Grundsatz der allgemeinen Wehrpflicht in Preußen, welcher sich überhaupt in diesem Feldzuge so musterhaft bewährt, trägt ungemein viel dazu bei, die preußische Armee mit dieser hinreichenden Zahl wissenschaftlich gebildeter Aerzte selbst in den untersten Graden zu versehen.

Aber bei aller noch so geregelten Verwaltung und dem hinreichenden Bedarf noch so tüchtiger Aerzte würden die Lazarethe lange nicht so gut eingerichtet sein, wenn nicht die allgemeine Unterstützung aller Stände, nicht allein in Schleswig-Holstein, sondern auch in ganz Deutschland so Außerordentliches geleistet hätte. Den ersten Dank vor Allen verdienen die wirklich edlen Frauen und Männer, welche in wahrhaft frommer Selbstaufopferung hierher eilten, um das beschwerliche, ja sogar gefährliche und oft wirklich Ueberwindung erfordernde Amt von Krankenpflegerinnen und Wärtern mit unausgesetztem Eifer zu versehen. Es ist ungemein erfreulich, daß bei dieser Krankenpflege gar keine Spur von konfessionellem Hader zu finden ist und Katholiken wie Protestanten in wahrhaft christlicher Nächstenliebe zu wetteifern suchen. Die frommen Schwestern und Brüder aus den verschiedenen katholischen Orden wetteifern mit den protestantischen Diakonissen aus Kaiserswerth und Berlin, den Brüdern des Rauhen Hauses und den Johanniter-Ordensrittern, und sie alle, alle ohne Ausnahme haben den vollgültigsten Anspruch auf den innigsten Dank von Hunderten leidender Soldaten und deren Familien. (Und hier ist wieder typisch, wie dieser Bericht die aufopferungsvolle Liebe der, wie der Bundespräsident Wulff meint,  in Deutschland verwurzelten islamischen Verschleierten verschweigt. Eine Schande! Wo doch gerade die deutschen islamischen Traditionen von Nächstenliebe so viel Gutes vollbrachten.) Es ist aber auch wirklich rührend, mit welcher Verehrung alle Soldaten auf ihre Pflegerinnen blicken. Selbst der wildeste ungarische Husar, dessen drittes Wort sonst nur ein Fluch ist, wird sanft und mild wie ein junges Mädchen, wenn die ihn pflegende Diakonisse an sein Bett tritt, und die Zunge des frivolsten und spottlustigsten Berliners spricht nur gerührte Dankesworte aus gegen die barmherzige Schwester des katholischen Ordens, welche seine Pflege mit wahrhaft mütterlicher Sorgfalt versieht. Aber auch viele edle Frauen und Mädchen, namentlich aus Schleswig-Holstein, welche keinen besonderen geistlichen Genossenschaften angehören, nehmen sich der Krankenpflege mit musterhaftem Eifer und glücklichem Erfolge an. Besonders glänzt in dieser Hinsicht wieder der Name der Frau Mathilde Arnemann aus Altona, welche schon 1848–50 mit so aufopfernder Thätigkeit für die schleswig-holsteinische Armee sorgte und sich den innigsten Dank vieler Soldaten verdiente. Quelle.

Bild: Dankesgabe der Königinwitwe Elisabeth von Preußen 1869 „Königin Luise“. Goldfassung mit Fries aus Flussperlen, am verschraubten Deckel der Rückseite Widmungsgravur „Madam Arnemann in dankbarer Erinnerung ihrer Wohlthaten – Elisabeth – 16ter April 1869“ Quelle.


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