Modeskandale

In Wien führte das Erscheinen von Damen im Hosenrock wiederholt zu Ausschreitungen seitens junger Burschen. (Und nein, das ist kein Beleg, dafür, daß der Islam seit 1911 zu Deutschland gehört, Bundespräsident Wulff! ) Mehrfach mußten Damen vor der Menge in Geschäfte flüchten, wenn sie den Hosenrock auch nicht trugen. In einer Privat – Mädchenschule wurde eine Schülerin im Hosenrock vom Direktor aufgefordert, das Haus zu verlassen und „in anständiger Kleidung“ wiederzukommen.

Der Hosenrock und der Humpelrock standen in Nottingham unter der Anklage, die englische Textil – Industrie in empfindlicher Weise zu schädigen. Diese Anklage wurde auf einer Versammlung, die die Handelskammer in Nottingham  einberufen hatte, erhoben. Eine Resolution, die einer demnächst stattfindenden Tagung der Handelskammern in London unterbreitet werden soll, wurde in dem Sinne formuliert, daß die extravagante Laune der Pariser Mode die englische Textil – Industrie in bedauerlicher Weise beeinträchtige und es wäre daher am Platze, daß geeignete Persönlichkeiten der englischen Gesellschaft die Füherung der englischen Mode übernehmen würden, oder daß dieselbe im Einklang mit den Erfordernissen Englands stehen könnte, die, wenn der Modeeinfluß von Paris ausgehe, eben keine Berücksichtigung, sondern nur Schädigung erfahren. Bekanntlich schlisst der Humpelrock ebenso wie der Hosenrock den Gebrauch von Unterröcken fast aus, so daß tatsächlich, wenn Humpel – und Hosenrock größere Verbreitung fänden, gewisse Industrien lahmgelegt werden würden. Nach reiflicher Diskussion wurde beschlossen, die Resolution den Vereinigten Londoner Handelskammern nicht vorzulegen. Einer der Redner hatte nämlich ausgeführt, daß man sich dadurch lächerlich machen könnte. *Freiburger Zeitung 10.03.1911*

Der Hosenrockrummel. Die großen Kinder haben ein neues Spielzeug: den Hosenrock. Es ist einfach unglaublich, welchen Rummel das Erscheinen der Jupe Culotte in fast allen Hauptstädten des Kontinents hervorgerufen hat. Die Solidarität der „Erwachsenen“ und der „Kultivierten“, die bei dieser Gelegenheit bekundet wurde,  wäre wahrhaftig einer besseren Sache würdig gewesen. Allen Ernstes gesprochen: es ist wahrlich kein Grund, daß man sich aufregt. Der Hosenrock ist so geschmacklos, daß er niemals und nirgends durchdringen wird, denn einerseits stört er den natürlichen edlen Fluß der Linien, wirkt also unkünstlerisch, andererseits bedeutet er einen so grotesken Ausfall der Mode, stellt eine derartige Perversion des in westlichen Klimaten großgezogenen Geschmacks dar, daß unsere Frauen und Mädchen sich wohl schwerlich entschließen werden, die neue Mode mitzumachen. Bisher sah man denn auch nur Reklamehosenröcke. Das Theater wollte sich die neue Sensation natürlich nicht entgehen lassen. Und die Mädchen, die sich in diesem deformierenden Kleid zeigten, waren immer nur Angestellte großer Modehäuser, die sich gegen gute Bezahlung belästigen und insultieren lassen mußten, um ihrem Hause eine nicht gerade geschmackvolle Reklame zu machen. Unser Titelbild veranschaulicht zwei Hosenrockmädchen auf der Ringstraße. Wir sehen die bedrängende Menge, und sehen, wie der Wachmann den Mädchen den Weg bahnen muß, damit sie vorwärts kommen.

Hoffentlich gelangt man bald allerorts zur Einsicht, daß die Sache wirklich nicht der Aufregung wert ist.   *Wiener Bilder 15.03.1911* Bilder: Titelbild der Wiener Bilder. Schauspielerinnen der Wiener Theater in neuer Mode.

4 Responses to “Modeskandale”


  1. 1 Sophist X 10. März 2011 um 06:35

    Ich kann mir vorstellen, wie sich die Vorfahren Präsident Wulffs und Claudia Roths damals wünschten, die Schutzleute würden sich der islamischen Wurzeln unserer Kultur besinnen und diese Weiber in ihren sittenlosen Aufzügen entweder auspeitschen oder wenigstens der johlenden Menge überlassen.

  2. 2 Karl Eduard 10. März 2011 um 06:45

    Die genannten Wurzeln sind unverkennbar.

  3. 3 Prosemit 10. März 2011 um 07:27

    Wenn man die Kleidung des Fin de Siècle betrachtet, dann ist der Schritt zur Reformkleidung – über den Hosenrock – fast zwangsläufig. So wie man auch den Mohammedanismus als Pendel zur anderen Seite unserer libertären Gesellschaft sehen kann.

  4. 4 Damian Zoys 10. März 2011 um 08:16

    Der Hosenanzug, schon damals eine Perversion des Geschmacks, industrieschädlich und den edlen Fluß der Linien unterbrechend. Warum hat man nichts daraus gelernt und ihn, den Hosenanzug, auch noch ins Kanzler_Innenamt gehoben? Schon damals zeigten sich seine Trägerinnen offensichtlich charakterschwach und der Korrumpierung offen. Völker, hört die Signale!


Comments are currently closed.



März 2011
M D M D F S S
« Feb   Apr »
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  

Blog Stats

  • 2.183.815 hits

Archiv


%d Bloggern gefällt das: