Libyen, Libyen, Libyen

Kriegslüsterne Tattergreise, die sich dadurch auszeichnen, daß sie Reportagen über ihre Restaurantbesuche drehen lassen, Journalisten, die wahrscheinlich aus Gewissensgründen nie eine Waffe anrührten, brutale Schlägertypen, die das deutsche Volk deshalb zum Aussenminister machte, sie alle eint die Sehnsucht, andere Leute totschlagen zu lassen und keine Parole ist ihnen deshalb unwert genug, um nicht gebraucht zu werden. Neben Fukushima zittert der Medienwald auch darum, was aus den libyschen Banditen wird, die sich mit anderen Banditen darum streiten, wer der neue Gangsterboss sein darf, deshalb muß sich Deutschland militärisch dort einmischen, tönt zum Beispiel Herr Broder, ob der jemals eine Kaserne von innen gesehen hat oder die Eskaladierwand bezwungen, das darf bezweifelt werden. Das libysche Volk löscht sich gerade gegenseitig aus, und was uns nicht traurig stimmen sollte, beim deutschen, was die Welt sogar besser machen könnte, wie Herr Broder nicht müde wird, bei verschiedener Gelegenheit zu wiederholen, in Libyen darf das nicht geschehen, deshalb – Volk ans Gewehr, da hallt ein Ruf wie Donnerhall, zu den Waffen, zu den Waffen,  und am deutschen Wesen muß in solchen Fällen die Welt genesen, die gesundet sowieso schon daran, daß Leute wegen des Biosprits nichts auf dem Teller und zu essen haben, warum also nicht auch ein paar Libyer totschiessen lassen, um Menschen zu schützen, denn das sind die Soldaten des Schmierendiktators nicht.

In Fragen des Sudan und der täglichen Menschenrechtsverletzungen, was wie ein Hohn klingt, wo arabische Reiterhorden andere Menschen regelmäßig umbringen und das seit Jahren und Jahrzehnten, und völlig unbeeinträchtigt von französischen und amerikanischen Kampfjets, da schaut die Koalition der Empörungswilligen bedauerlicherweise zu. Kann sein, es liegt daran, daß die Araber keine Panzer, Flugzeuge oder Artillerie einsetzen, bei ihrer Menschenjagd, kann aber auch sein, daß es eben um etwas völlig anderes geht, als Menschenrechte, Freiheit und Demokratie, denn die sollten doch wohl überall gleichwertig sein. Oder nicht?

Sudan? War da etwas?

 

7 Responses to “Libyen, Libyen, Libyen”


  1. 1 vitzliputzli 25. März 2011 um 03:26

    broder geht mir zunehmend auf den sack. und dabei war die ausgangsbasis schon sehr hoch.

    es ist mir immer wieder ein rätsel, was für figuren die konservative opposition heilig spricht: Guttenberg, Fleischhauer, Heisig, Broder…

    Die Helden sind nun mal: Wilders, Sarrazin und Heinsohn.

    naja … es wird ein langer Marsch …

  2. 2 Karl Eduard 25. März 2011 um 04:39

    Von Zeit zu Zeit seh ich den Alten gern … .

  3. 3 hart vom stein 25. März 2011 um 06:36

    „…so menschlich mit dem Teufel selbst zu sprechen.“

  4. 4 Sophist X 25. März 2011 um 07:50

    Wir dürfen nicht vergessen, dass Omar Hassan al-Bashir der gewählte Präsident des Sudan ist. Damit ist seine Schlächterei durch das freie Votum der übrigen Schlächter demokratisch legitimiert. Der NATO und der UNO sind hier, wie auch bei den demokratisch gewählten Bombenlegern der Hamas, die Hände gebunden, denn Demokraten sollen sich doch gegenseitig helfen. Das weiß auch ein Broder. Einer Zusammenarbeit mit einer zukünftigen, mittels einer Wahl eingesetzten Kaida-Regierung in Libyen stünde damit auch nichts im Wege.

  5. 5 Karl Eduard 25. März 2011 um 07:58

    Ja, aber nur, so lange sie nicht durch Rebellen gestürzt wird und die Demokraten plötzlich erkennen, sie haben mit Undemokraten gekungelt. So etwas kommt ja immer ziemlich plötzlich. Die Erkenntnis. So könnte die polnische Regierung schon morgen erschrocken feststellen, daß die deutsche Regierung, bezieht man die Nichtwähler ein, überhaupt nicht demokratisch legitimiert ist und was dann?

  6. 6 Easterner 25. März 2011 um 09:49

    Da waren die 20, die neulich einen zusammengeschlagen haben, ganz eindeutig demokratisch legitimiert, sogar 20:1. Das koennte auch der Grund sein, dass bereichernde Schlaeger immer in Ueberzahl auftreten – es sind wirklich ueberzeugte Demokraten.

  7. 7 Prosemit 25. März 2011 um 13:15

    Warum in Libyen der starke Mann markiert wird, dürfte den meisten völlig unklar sein.


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