Philosoph und Brandstifter

Ja, da gibt es sie nun, die, die sich Philosoph nennen oder von anderen so genannt werden, die harmlosen, arglosen Kriegshetzer, die aus dem Elfenbeinturm, die das Leben schön finden, wenn Bomben fallen und, weil sie nun mal Philosophen sind, auch ganze Staaten in Kriege hineinzerren und sauer sind, wenn andere nicht mittun wollen. Und weil Philosophen auch intelligent sind, finden sie in jeder Weltgegend Menschen, die die Werte der Philosophen teilen, welche das sind, möchte der Autor gerne mal wissen, schätzen die ein gutes Weißbrot, einen schönen Rotwein oder Amelie Poulain? Sicher tun sie das und deshalb müssen jene, die das nicht tun oder sie daran hindern wollen, niedergeschmettert werden, bis auch der letzte Wüstensohn die Werte des Bernard-Henri Lévy teilt. Ein fabelhafter Philosoph und noch fabelhafter ist seine Enthüllung über den unsichtbaren Blutpakt zwischen Frankreich und Deutschland, in dem Deutschland zu den Waffen eilt, wenn Frankreichs Trompeten und Trommeln rufen. Den hat Deutschland nun gebrochen, als sich Westerwelle weigerte, in einen Bandenkrieg einzugreifen, deshalb ist das Westerwelles Ende, sagt der Philosoph. Ein grossartiger Mann.

Aber mal im Ernst, liegt ein Bündnisfall vor? Ist Frankreich militärisch angegriffen worden, unser geliebter NATO – Partner? Muss Deutschland nun jedes Mal, wenn das Schurken – Gremium der UNO beschliesst, jeder darf nun einen Staat bombardieren, wenn er die Mittel dazu hat, dabei mittun? Ist es das, was uns dieser Herr  Lévy erzählen will?

9 Responses to “Philosoph und Brandstifter”


  1. 1 Blond 28. März 2011 um 05:37

    Ja – genau das!
    HBL – so sein Lieblingskürzel (hach, der Süße)
    will tatsächlich ausgedrückt wissen, dass,
    wer ihn, den glorreichen, intelektuell philosophierenden und
    hübschen Algerier abweist,
    hat seine Ähre und seinen Reschpäkt verletzt und darf mit dem Zorn allah Verbündeten rechnen –
    bis zum letzten, wirklich allahletzten Gefecht.
    Wollt Ihrrrrr den Totalen Krrrrrieg?
    nein –
    Werrrrr hat da NEIN gesagt – Vorrrrrgetrrrrreten!

  2. 2 Blond 28. März 2011 um 05:39

    Latürnich ist HBL’s Kürzel BHL –
    aber das sag ich nicht weiter –
    hihi

  3. 3 Sophist X 28. März 2011 um 05:52

    Lévy: …Zuvor war ich in Bengasi gewesen und recherchierte dort eine Geschichte im befreiten Teil Libyens. Durch Zufall traf ich dort auf den Übergangsrat und seinen Vorsitzenden, Mustafa Abdel Dschalil. Es ist richtig, dass ich den Präsidenten meines Landes anrief und ihm sagte: „Es gibt hier Menschen, gute Menschen, und sie teilen unsere Werte…“

    Die Räte, zur Not auch die Übergangsräte, haben es immer hinbekommen. Vielleicht wurden sie sogar gewählt, von den Klanchefs der Nachbardörfer, möglich wäre es.
    Über ein paar der Werte, die die libyschen Räte sicher mit Herrn Levy und damit mit uns allen teilen, wurde ich bei Gudrun Eussner aufgeklärt:
    …der lese auf der Site des CRIF, warum Bernard-Henri Lévy gemeinsam mit Alain Finkielkraut und Daniel Cohn-Bendit den Aufruf europäischer Juden „Call to Reason“, „Appel à la raison“, von JCall nicht nur unterzeichnet, sondern sogar die Schirmherrschaft übernimmt, über JCall, einen Verbündeten der gegen Israel arbeitenden amerikanischen JStreet

    So ist das eben, man trifft sich in der Wüste und man entdeckt prompt Gemeinsamkeiten, kommt ins Gespräch und lädt zum Gegenbesuch beim Präsidenten, drunter geht’s nicht.
    http://eussner.net/artikel_2010-05-08_01-16-13.html

  4. 4 Schwarzmaler 28. März 2011 um 06:13

    Schlimmer noch, er schickt die Allianz in einen nichtgewinnbaren Krieg, weil er die eigentliche Option, den Krieg schnell und ohne größere Blutverluste zu gewinnen – die Beseitigung Gaddafis – ausschließt.

    Ein Brandstifter, der einen Bürgerkrieg entfacht und ihn am köcheln hält, statt ihn zu beenden.

    Herzlichen Glückwunsch, Frankreich.

  5. 5 pippin 28. März 2011 um 06:50

    Bernard-Henri Lévy, dessen Name mir bis heute völlig neu war, kennt dort drei gute Menschen persönlich. Ja, wenn wir das vorher gewusst hätten wäre die Entscheidung für- oder wider einem Engagement in Libyen möglicherweise anders ausgefallen. Aber wie gesagt, dass wusste doch keiner!

  6. 6 netzwerkrecherche 28. März 2011 um 07:01

    „Engagement“ in Lybien?

    Hatte Hitler in Polen nicht auch nur ein kleines „Engagement“?

    Im Übrigen hätte seinerzeit irgendein Kongo-Präsident angesichts der Neger- und Araberkrawalle in den Pariser Vorstädten fabulieren können:

    Die Revolution bricht verkrustete Strukturen auf, die Menschen in Frankreich fordern Freiheit und Demokratie, die Rebellen wollen die Machthaber stürzen. Wir werden mit unseren Flugzeugen Paris, Marseille und Bordeaux bombardieren, um den regierungskritischen Rebellen und damit der Menschenwürde zum Sieg zu verhelfen.

  7. 7 pippin 28. März 2011 um 07:03

    Welt Online: Sollte die Mission erfolgreich sein und Gaddafi tatsächlich fallen: Wer sind die Rebellen, mit denen sich der Westen gerade verbündet? Säkularisten, Islamisten? Und was wollen sie überhaupt?

    Lévy: Säkulare Kräfte, definitiv. Sie wollen ein einheitliches Libyen mit einer Hauptstadt Tripolis und einer frei gewählten Regierung.

    Großes Pionierehrenwort!

  8. 8 Prosemit 28. März 2011 um 07:13

    Nur Leute, die qua Wahlzettel glauben, zur Politik befähigt zu sein (Nein, Muttis einziges Motiv war die Flucht vor der Hausarbeit), glauben an gemeinsame europäische Interessen.

    Frankreichs Interessen sind zumindest für mich völlig unklar. Die Förderung demokratischer Ideen in Nordafrika kann es ja wohl nicht sein und der französische Einfluß ist selbst in dem Land, das Frankreich zu seiner Regierung verholfen hat, indem des diesem schwarzen Teufel in Menschengestalt Asyl und Rückkehr bot, nahe Null.

    Natürlich werden wir dem Sohn eines französischen Fliegers nachweinen.

  9. 9 Bran the blessed 28. März 2011 um 07:46

    Es muss Etwas wunderbares sein, sich Philosoph und „wichtigster Intellektueller“ nennen zu dürfen. Diese Attribute ermächtigen einem dann, Weisheiten abzusondern, die die Welt alleine schon durch ihre Artikulation schwuppdiwupp in einen besseren Ort verwandeln.
    Deutschlands „strafende Haltung“ gegenüber den EU-Staaten, die die absoluten Mindestkriterien nicht einhielten (-halten), so lernt man durch diese Quelle der Weisheit, war doch eher kontraproduktiv. Schliesslich leben wir in der besten aller Zeiten und eine strafende Haltung gegenüber Leuten, denen man durch seiner eigenen Hände Arbeit pausenlos Puderzucker ins Rektum blasen muss und die sich schlichtweg weigern, selber Reichtümer zu erwirtschaften, solange sie von einem alimentiert werden, ist eine eigentliche und absolute Gemeinheit. Wie kann man Leistungen an Forderungen knüpfen? Wo kämen wir denn da hin, wenn das Schule machen würde? Mit so einer Einstellung würde man ja vielleicht plötzlich auch noch anfangen, Banlieus, die sich in feindliche Enklaven verwandelt haben, auszumisten und wieder der lokalen Jurisdiktion zu unterstellen. Und was würde dann aus schönen Bräuchen wie Gruppenvergewaltigungen von Teenager-Mädchen? Unvorstellbar.
    Und natürlich weiss so ein Philosoph auch durch den Kontakt mit einer Hand voll Libyer, die vor dem Spiegel die fehlerfreie Aussprache von Wörtern wie „Demokratie“ auswendig gelernt haben, dass es eine Verantwortung von Ländern ist, die gerade mit einer grösseren strukturellen und finanziellen Krise kämpfen, sich in Stammesfehden und Gangkriege von hinterwäldlerischen Kameltreibern einzumischen.
    Schliesslich ist der Herr Gaddafi ja nun wirklich das Allerübelste und Finsterste, was unser Planet heute so alles zu bieten hat. Aus genau diesen feinsinnigen Gründen, die Herr Levy so von sich gibt, fordert er auch schon seit Jahren die Intervention der internationalen Staatengemeinschaft im Sudan zum Schutze der Christen und Animisten. Jawohl! Oh, das macht er gar nicht? Na, nicht so schlimm, hauptsache er tut es jetzt, wo der Westen nun wirklich nicht mal einen Blumentopf zu gewinnen und Resourcen für absolut gar nichts zu verschwenden hat.
    Braver Philosoph.


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