Preussen plündern nicht

Der Deutsch – Dänische Krieg 1864 geht langsam seinem Höhepunkt entgegen, der Erstürmung der Düppeler Schanzen. (Mit welchem edeln und menschlichen Sinne) der Krieg von Seiten der Preußen geführt wird, mögen einige Stellen aus dem Briefe eines fremdländischen Berichterstatters beweisen. Es heißt darin: »Einzelne dänische Offiziere boten den preußischen Soldaten, welche sie gefangen nahmen, ihre Börsen an, wurden aber von diesen sehr artig ersucht, ihr Eigenthum nur zu behalten, da preußische Soldaten zu stolz wären, um Gefangene zu plündern. Die Ritterlichkeit der preußischen Soldaten geht sogar so weit, daß sie die Uhren, Geldbeutel und Brieftaschen der von ihnen begrabenen dänischen Gefallenen sammelten und dann sämmtliche Sachen mit einem Parlamentär in das dänische Lager zurücksandten. Alle dänischen Todten werden von den Preußen mit gleichen militairischen Ehren wie ihre eigenen Kameraden begraben, und sie haben kürzlich sogar auf ein großes Grab, in dem 39 gefallene dänische Soldaten liegen, ein Kreuz mit einer Inschrift gesetzt.« *Amtspresse Preußens 06.04.1864* Und das waren, wohlgemerkt, die Soldaten, das gemeine Volk sozusagen. Wobei man ehrlich sagen muß, da war es den Bessergestellten noch nicht möglich, plötzlich ihr Gewissen zu entdecken, um den Dienst am Vaterland zu verweigern, im Gegenteil, der Dienst für das Vaterland war höchste Verpflichtung. Und immerhin, in einer Wehrpflichtarmee. Wir können nur froh sein, daß diese Zeiten vorüber sind.

7 Responses to “Preussen plündern nicht”


  1. 1 netzwerkrecherche 5. April 2011 um 05:58

    Waren die Helden der kommunistischen Sowjetunion nicht noch ritterlicher, vor allem zu den Frauen der befeindeten Völker?

  2. 2 Karl Eduard 5. April 2011 um 06:21

    1864? Auf jeden Fall.

  3. 3 Prosemit 5. April 2011 um 06:51

    Ich darf in dem Zusammenhang auf dieses historische Photo hinweisen.

    Wem fällt etwas auf?

  4. 4 Karl Eduard 5. April 2011 um 07:20

    Die Fahrräder sind nicht angeschlossen.

  5. 5 Prosemit 5. April 2011 um 07:32

    Die Fahrräder sind nicht angeschlossen.

    … und damals waren Fahrräder im Verhältnis sehr viel teurer. Aber es herrschte auch ein völlig anderer Eigentumsbegriff.

  6. 6 Karl Eduard 5. April 2011 um 08:01

    Schönes Foto übrigens. Ich freue mich immer über solche Ergänzungen. Dieselbe Illustrierte beschäftigte sich auch mit der Herstellung von Straussenfedern, wobei lustige Araber abgebildet waren, die ein Tier lebendig rupften. Der Wegfall der Mode, Straußenfedern zu tragen, muß ein herber Schlag für diese Industrie gewesen sein.

  7. 7 Bran the blessed 5. April 2011 um 12:43

    Da kommt man nicht umhin, darauf hinzuweisen, dass das Darniederliegen der Straussenfederindustrie ein weiterer Schlag war, den die dreckigen Westeuropäer der fortschrittlichen islamischen Arbeitswelt zugefügt haben. Kein Wunder, dass heute alle Moslems auf dieser Welt stinksauer auf den Westen sind. Wenn mein Grosspapa noch munter Straussen gerupft hätte und ich heute nur noch den Sand hätte, um den Kopf reinzustecken, wäre ich auch wütend und würde ohne Unterlass Fördergelder, Bauchpinseleien und Honigmilch einfordern!


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