Was Dein ist ist mein

und was mein ist, geht Dich gar nichts an. So ähnlich beschreibt die Deutsch – Ostafrikanische Zeitung 1911 die Alien, die in Kamerun hausen. … Die Eingeborenen Südkameruns seien durchweg noch nicht zur Vorstellung des Privateigentums gelangt, sondern kennen nur Familien-. Dorf – oder Stammeseigentum. Angriffe auf das Eigentum gelten als persönliche Angriffe, die von der Familie, dem Dorf oder Stamm abgewehrt oder gesühnt werden müssen. Die Achtung vor dem Privateigentum der Europäer ist gleichbedeutend mit der Achtung vor der Macht der europäischen Behörden. Je größer die Zahl der straffrei bleibenden Vergehen, je geringer das Maß der verhängten Strafen, um so mehr schwindet die Furcht der Eingeborenen vor der Strafe. Die Strafe würde auch nicht als Akt der Gerechtigkeit empfunden, der bestrafte Eingeborene büßt an Ansehen nichts ein.

Infolgedessen sei die koloniale Justiz den Eingeborenen gegenüber vielfach machtlos, da sie unfähig sei, dem von seinem Stamm geschützten Eingeborenen durch Sumpf und Urwald zu folgen. Ein Zustand, wie er heute durchaus in westdeutschen Großstädten vorherrscht. Wo allerdings noch der Unwillen hinzukommt, überhaupt eine Verfolgung aufzunehmen.

… Früher habe man den Häuptling bis zur Auslieferung des Haupttäters für die Tat und den Schadenersatz verantwortlich gemacht, dieser habe es dann vorgezogen, den Täter zu nennen. Seitdem diese Praxis von Berlin aus für unzulässig erklärt wurde, sei die Eingeborenenpolitik von Jahr zu Jahr schwächlicher geworden, aber auch das Ansehen der weißen Rasse zurückgegangen und die Gefährdung von Leben und Eigentum der Europäer habe zugenommen. … Der Eingeborene müsse als das behandelt werden, was er ist und nicht als das, als was ihn die juristische Fiktion hinstellt. *Deutsch – Ostafrikanische Zeitung 05.04.1911*

 

1 Response to “Was Dein ist ist mein”


  1. 1 Prosemit 5. April 2011 um 06:46

    Der Eingeborene müsse als das behandelt werden, was er ist und nicht als das, als was ihn die juristische Fiktion hinstellt.

    Der Mohammedanismus hat das lange vor dem preussischen Juristentum begriffen. Man kann sehr schnell Eingeborenen die richtigen Eigentumsbegriffe beibringen, wenn beim ersten Diebstahl die linke Hand und beim nächsten die rechte Hand fällt. Allerspätestens jetzt lernt auch der Dümmste aller Eingeborenen, daß sich weiterer Diebstahl nicht lohnt – auch wenn er sich, durch Tradition gebunden, keinerlei Schuld bewußt ist.


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