Mein atomares Tagebuch Tag 2

Auf Anregung von PPQ. Und für die nachfolgenden heranwachsenden Generationen, die um einen Ehrennamen wetteifern. Tag 2. Habe gestern in einem Hotel an der A 10 radioaktiven Fisch gegessen. Aus Solidarität mit dem, um seine atomenergetische Unabhängigkeit kämpfenden, japanischen Volk. Sollte Steinbeisser gewesen sein, mit duftendem Reis. Fischkenner meinten aber, daß das popeliger Seelachs war. Hat dennoch gutgeschmeckt. Habe am Abend das Internet durchforstet, ob wer über meinen Solidaritätsakt berichtet. Werde aber von den Energiekonzernen und ihren hörigen Medien totgeschwiegen. Heute hörte ich die Vögel besonders laut singen. Entwickelt sich da so etwas wie ein Spinnensinn? Die Frage ist, überstehe ich die kommende Nacht oder eher nicht. Mein Chef wird staunen, wenn ich morgen tot ins Büro komme. Den Schreck gönne ich ihm.

6 Responses to “Mein atomares Tagebuch Tag 2”


  1. 1 Prosemit 7. April 2011 um 17:44

    Ja, es ist gut, rechtzeitig von der Gefahrenfront zu berichten.

    Wir habe heute Abenteuerliches gewagt, zwar keinen radioaktiv verseuchten Fisch, aber fast noch schlimmer. Nachdem wir uns ohne Sonnenschutzcreme und Tropenhelm im Freien aufgehalten haben, habe ich die Feinstaubverordnung grob mißachtet und unseren Grill angeworfen.

    Zyklische Benzpyrene und hochgefährliche Nanopartikel aus nicht garantiert ökologischem Holz schwirrtsn durch die Gegend, nachdem wir unsere Atemmasken ablegten, um den würzigen Grillduft zu geniessen.

    Das Fleisch kam aus Frankreich, es waren wahrscheinlich Rinder, die in der Abwindrichtung eines französischen Atomreaktors weideten. Der zur Vorsicht eingesetzte Geigerzähler schlug zumindest hörbar an. Allerdings war der Ausschlag an der Hausmauer deutlich höher.

    Wir versuchten die Grilltemperatur unter 165 Grad zu halten, damit nicht durch die Maillard Reaktion eine erhöhte Anzahl krebserzeugender Partikel die Fleischkruste bilden.

    Meine Frau schlug vor, das Fleisch ganz zu entsorgen, ich konnte mit dem Hinweis, daß wir uns die Sondermüllentsorgungskosten nicht leisten können, das Fleisch zum Verzehr retten.

    Allerdings schmeckte es uns nicht richtig, da wir bei jedem Bissen an die hungernden Menschen in Haiti denken mußten.

    Zum Essen gab es Mineralwasser. Da kennen ich mich aus! Bis in die siebziger Jahre war stolz die Radioaktivität auf jeder chemischen Analyse vermerkt. Plötzlich war sie nicht mehr auf den Etiketten zu finden. Von einer Entseuchung der Mineralwässer habe ich nie etwas gehört. Ich wette, die sind noch genauso radioaktiv wie früher. Nur beschloß die Regierung in weiser Voraussicht, diese Werte nicht mehr zu veröffentlichen, denn – es gibt leider kein einziges nicht radioaktives Mineralwasser.

    Es gibt eigentlich überhaupt nichts „nicht Radioaktives“ auf diese Erde…

    Wir fürchten uns schon vor diesem Sommer, denn diesmal wird das Ozonloch uns heimsuchen!

  2. 2 Karl Eduard 7. April 2011 um 17:53

    Ja. Wir stillen Helden.

  3. 3 Rucki 7. April 2011 um 18:23

    Ist das Fleisch zäh, liegt es meist am Zähsium.

    Wie war das eigentlich in den 1960er Jahren, ich war da noch ein Bübchen, da wurde doch gar fein lustig von den Großmächten öfters ein atomares Feurwerk abgebrannt. Haben die das wieder aufgesaugt und in eine Sondermülldeponie gebracht.

    Wenn nicht, wir mussten damals graussen spielen, und es gab keine Jodtabletten, dann bin ich auch schon theodorisch tot.

  4. 4 Blond 8. April 2011 um 06:40

    Rucki – vielleicht bist Du’s!
    Schon tot, meine ich,
    und wir lebn alle janich mehr :-O
    (is nur ne Simi…- Simo…- na, so was Vorjetäuschtet halt)

  5. 5 netzwerkrecherche 8. April 2011 um 06:47

    Heute morgen nach Einkauf im Konsum habe ich im Pilzkorb zwischen Champignons und Pfifferlingen doch glatt einen Atompilz gefunden. Natürlich sofort zu Pilzberatungsstelle! Hatte ganz erschrockene Miene. Pilzberater meinten aber, wäre nur Krause Glucke. Puh, Glück gehabt, seitdem strahle ich wieder.

  6. 6 Karl Eduard 8. April 2011 um 07:11

    Die Apotheke hier wirbt auch mit „strahlendem Lächeln“. So was menschenverachtendes!


Comments are currently closed.



April 2011
M D M D F S S
« Mrz   Mai »
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
252627282930  

Blog Stats

  • 2.156.418 hits

Archiv


%d Bloggern gefällt das: