Unsere europäischen Freunde

Urloffen (Amt Offenburg), 4. April. Gestern mittag wurde die Ortsbehörde vor den Kommandanten der französischen Vorpostenkette befohlen, wo ihr eröffnet wurde, daß am Freitag zwischen 4 und 5 Uhr abends zum zweiten Mal ein scharfer Schuß vom Dorfe her auf den Doppelposten abgegeben worden sei, und ihr den Durchschlag am Schilderhaus gezeigt. Im Wiederholungsfalle, lautete die furchtbare Drohung, würde das Dorf zusammengeschossen werden! *Freiburger Zeitung 08.04.1919*

Jetzt muß der Autor erklärend eingreifen,  Deutschland hat immer noch keinen Frieden mit Frankreich, England und Amerika, und französische Truppen stehen aus dem Grunde, weil sie es können, auf deutschem Boden. Weil sie keine Hitlerbanditen sind, wie die, die 1939 das arglose Polen hinterrücks meucheln werden, müssen wir sagen, recht so, wer aus der Dunkelheit auf französische Soldaten schiesst, der ist selber Schuld, wenn nachher ein ganzes Dorf dafür zusammengeschossen wird. Hierin liegen, glaubt der Autor, auch die Wurzeln, alles zu entschuldigen, was den gewalttätigen Stamm der Koraniten betrifft. Wer seine Geschichte so verzerrt, warum sollte der es mit der Gegewart anders handhaben?

Polnische Rache. Das Wiener Korr.-Bureau verbreitet folgenden Funkspruch aus Posen: Auf die Nachricht, daß der Hafen Danzig dem Polenstaat nicht zugesprochen und Westpreussen preußisch bleiben soll, versammelte sich eine große Menge vor dem Rathause, wo Protestreden gehalten wurden. Die Menge zog dann zu den Denkmälern zur Erinnerung an die deutschen Siege von 1870 und zerstörte sie. *Freiburger Zeitung 08.04.1919*

Das ist aber auch eine Enttäuschung! Für die Polen. Erst wird durch die deutschen und österreichischen Majestäten 1916 der Polenstaat wiedererrichtet, dann fällt man dem deutschen Staat aus Dankbarkeit, zum Kriegsende hin, in den Rücken, entreißt ihm viele Gebiete, in denen ja Menschen leben, die damit unter Terrorherrschaft geraten, und dann belohnt einen die Entente noch nicht mal mit Danzig! Aber es sind ja noch 20 Jahre Zeit, die Danziger Frage zugunsten Polens zu entscheiden und immerhin versichern England und Frankreich den Polen dabei militärischen Beistand.

Aus Angst vor seinen europäischen Freunden wird Deutschland nun doch in Libyen eingreifen, und zwar robust, das heißt, die Soldaten dürfen Waffen tragen, während sie die arbeitsunwilligen Libyer zu Bussen und auf Flugzeuge geleiten, die sie dann nach Deutschland bringen, wo es von dort direkt mit Shuttlebussen zu den Sozialämtern geht, die für die Zeit der Aktion für die Einheimischen gesperrt werden. Hilfsbedürftige Deutsche werden aufgefordert, rechtzeitig vom kargen Einkommen, sich größere Mengen Eierteigwaren und Schmerztabletten zuzulegen, ehe nicht halb Libyen nach Deutschland verfrachtet ist, gibt die Koalition der Willigen keine Ruhe. Die Entscheidung zum Einsatz wurde in der Nacht getroffen, nachdem der Bundeskanzlerin Geheiminformationen zugingen, die UNO plane die Verhängung einer Flugverbotszone über Deutschland, die Diskriminierung der Türken, durch das unmenschliche Ansinnen, sich der deutschen Kultur anzupassen, zu lernen und zu arbeiten, habe ein für die Türken in Deutschland unerträgliches Maß erreicht. Deutschland, log die Bundeskanzlerin so virtuos wie eh und je, handele ohne Zwang, die Menschen könnten wieder aus ihren Luftschutzbunkern herauskommen. Herr Broder zeigte sich in einem WELT – ONLINE – Artikel begeistert von der neuen Lage,  nur hätte der Entschluß früher kommen müssen. Den Posten als Außen- oder Verteidigungsminister lehnte er aber bescheiden ab.

Bild: Polnischer Kämpfer für Freiheit, Demokratie und westliche Werte wird von deutschen Schergen 1919 verhaftet. Er sah polnisch aus und hatte Munition in den Taschen. Zum Persönlichkeitsschutz trägt er einen Sack über dem Kopf, wie wir ihn aus dem von den Amerikanern befreiten Irak kennen.

1 Response to “Unsere europäischen Freunde”


  1. 1 Prosemit 8. April 2011 um 06:26

    Man kann unserer glorreichenn Regierung unter IM Erika, dem schwulen Ehemann und dem vergesslichen Rollstuhlfahrer alles vorwerfen, nur nicht, daß sie in irgendeiner Hinsicht konseqent wären – ausgenommen die alternativlosen Diätenerhöhungen.


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