Archiv für 26. April 2011

Was für ein Risiko?

In Berlin, schau an, schau an, hat es also wieder einmal einen unfassbaren Versuch gegeben, einen Menschen totzutreten. Wieso das unfassbar ist, ist nicht ganz klar, gibt es doch Zeitungsschmierer, die können das sehr wohl fassen und haben auch Verständnis dafür. Für die Komatreter. In Zeiten vor der bundesdeutschen Demokratie hätten solche Leute sehen müssen, wie sie anders ihr Brot verdienen, heute schmieren sie aber lustig in Zeitungen weiter. Das ist das Gute am heutigen Rechtsstaat und seiner Meinungsfreiheit, die allerdings nicht so weit gegen darf, Schmarotzer auch Schmarotzer zu nennen, was die  Schmarotzer tief kränken könnte.

Die CDU will nun einen Warnschussarrest gegen die Prügler. Das ist Quatsch, sagt Christian Stroebele, denn die Berliner Juristen, beflügelt durch das Beispiel der Richterin Heisig, die ihre Ämter und sich selbst im Wald an einen Ast hängte, bevor sie noch schnell eine Abschieds – SMS schickte, lassen Leute, die andere Leute nicht ganz totschlagen, sowieso gleich wieder auf freien Fuß, sozusagen als Ermutigung und Anerkennung. Nun geht mal schön weiterprügeln, aber treibt es bis zum Prozess, in zwei, drei Jahren, nicht ganz so bunt, denkt an eure Zukunft, nicht wahr, die liegt ja noch vor euch, wenn auch nicht mehr vorm Opfer.

Besonders lustig in diesem Zusammenhang der Berliner  Innensenator Ehrhart Körting (SPD), der meinte, mit Hinblick auf die Videoüberwachung: Mit jedem gefassten Täter erscheine das Risiko für künftige Täter größer. Ja, vor allem das Risiko, auf alles verstehende Richter und Journalisten zu treffen, die es professionell verstehen, aus vertierten Schlägern arme Lämmlein zu machen und aus den Opfern Leute, die es irgendwie verdient haben, ja, die eigentlich hätten selbst bestraft werden müssen, wegen Verführung absolut Unschuldiger zu hemmungsloser Gewalt, gut, daß sie meistens noch nicht wieder aus dem Krankenhaus entlassen wurden, da kann der Rechtsstaat den Krankenhausaufenthalt beim Strafmaß berücksichtigen. Mit der Liegezeit gilt die Strafe meist als verbüßt.

Der Hinweis auf die Blitzerwarnungen über Radio im Straßenverkehr ist übrigens grandios, jeder Autofahrer weiß, da nimmt er da die Füße vom Gas, der Komaprügler sucht sich dann eben Ecken aus, die nicht überwacht werden, freier Mord- und Totschlag für freie Verbrecher, wir sind schon ein tolles Land, das solche Richter und Journalisten hervorbringt. Oder nicht?

Unendliches Leid, das die Täter erdulden müssen


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