Deutsche Soldaten

Man kann heute gar nicht mehr nachvollziehen, wie unterschiedlich der Menschenschlag um 1864 im Vergleich zu heute war. Inklusive der Staatsoberhäupter. Von der Erstürmung der Düppeler Schanzen wird berichtet

Noch Einiges vom 18. April. (Unsere Pioniere) haben keinen geringen Antheil an dem Ruhme des 18. April. Schon in der Nacht vor dem Sturme hatten sie, auf allen Vieren herankriechend, die meisten Wolfsgruben der dänischen Schanzen mit Sand zugeschüttet. Die Wolfsgruben sind Erdlöcher, in welchen sich spitze Pfähle erheben. Außerdem hatten die Dänen ihre Schanzen mit vielerlei Hemmnissen umgeben. Pallisadenwälle, Gräben, Moräste, mit breiten Faschinenmessern bespickte spanische Reiter, Eggen, Dornenbündel etc. versperrten den Zugang. Alle diese Hindernisse, von deren Schrecklichkeit dänische Blätter so viel geprahlt, wurden jedoch mit Hilfe der braven preußischen Pioniere rasch genommen. Letztere hieben mit ihren Aexten, unter einem Hagel von Kartätschen und Flintenschüssen, Bresche in die Pallisaden, füllten die Gräben und Moräste mit Sand aus, von dem jeder Soldat der Sturmkolonne einen Sack auf der Schulter trug, und brachen die Messer und Zacken aus den Eggen und spanischen Reitern los, oder bedeckten dieselben gleichfalls mit ihren Sandsäcken. Die Stürmenden erstiegen die einzelnen Schanzen von rechts und links in beständig wechselndem Zickzacklaufe, um dem Feuer der feindlichen Kanonen möglichst auszuweichen. Beim Abhauen der Pallisaden wurden zahlreiche Offiziere und Soldaten vom 3. und 7. Pionier-Bataillon verwundet, u. A. wurden bei der geschlossenen Sternschanze Nr. 6 ein Ingenieur-Offizier und 3 Mann durch Granatsplitter fast gänzlich in Stücke zerrissen. Ein wahrhaft erhabenes Beispiel von Heldengröße lieferte ein schlichter Pionier des 3. Bataillons vor Schanze 2. Die Stürmer standen vor den Pallisaden des Werkes, eine Oeffnung war nicht vorhanden, jeder Augenblick der Zögerung mußte ein Kamerad mit dem Leben zahlen. Da tritt der edle Pionier vor den Lieutenant von Saß-Jaworsky, 35. Regiments, dessen Zuge er zugetheilt war: »Herr Lieutenant, gehen Sie zur Seite, ich werde Ihnen ein Loch machen, – auf mich kommt es dabei nicht an!« Spricht’s, nimmt einen Pulversack, tritt an die Pallisaden und entzündet die furchtbare Masse mit brennendem Schwamm. Zerrissen fliegt der Mann nach der einen, die Pallisaden nach der andern Seite und über seinen Leichnam eilen die Kolonnen zum Siege.« – Des Helden Name ist bis jetzt nicht ermittelt worden, – er ist aber im Himmel angeschrieben.

Und dort könnte ihn dann Frau Käßmann lesen, erhielte sie jemals einen Platz in ihm, es wird aber wohl auf die Hölle hinauslaufen, die Dank kapitalistischer Marktwirtschaft immer reichlich mit Brennmaterial versehen ist, falls die Teufel nicht auch vom ökologischen Wahn befallen sind und die Tiefen der Finsternis mittels Sonnenkollektoren und Windrädern beheizen und beleuchten. *Amtspresse Preussens *

2 Responses to “Deutsche Soldaten”


  1. 1 Prosemit 27. April 2011 um 05:55

    Nun ja, heute leben wir eben in einer friedlichen Welt, in der Probleme mit dem Stuhlkreis und dem gemeinsamen Gebet im Talibanzelt unter dem Sternenhimmel gelöst oder ganz einfach ausgeblendet werden.

    So wie in Libyen oder Syrien. Es gibt einfach keine Probleme mehr, von Nigeria oder Darfur ganz abgesehen.

    Zu Libyen muß ich ganz einfach Putin Recht geben. Das UN Mandat, von dem man halten kann, was man will, lautet auf Sicherung des Flugverbotes und nicht auf Bombardierung von Gaddafis Residenzen.

    Die westliche Koalition habe kein Nato-Mandat für direkte Angriffe auf Muammar el Gaddafi, wolle den libyschen Diktator aber offenbar töten, erklärte Putin bei einem Besuch in Kopenhagen. „Sie haben erklärt, dass sie Gaddafi nicht töten wollen. Jetzt erklären aber einige Verantwortliche, dass man doch versuchen würde, Gaddafi umzubringen“, sagte der russische Ministerpräsident. „Wer hat dafür die Erlaubnis gegeben? Gab es ein Gerichtsverfahren? Wer hat sich das Recht angemaßt, diesen Mann hinzurichten?“

    Die Frage ist korrekt.

    http://www.focus.de/politik/ausland/raketenbeschuss-auf-tripolis-putin-verurteilt-nato-angriff-auf-gaddafi-residenz_aid_621623.html

  2. 2 Blond 28. April 2011 um 13:28

    „… falls die Teufel nicht auch … die Tiefen der Finsternis mittels Sonnenkollektoren und Windrädern beheizen und beleuchten.
    Nee, nee, K.E., die tun doch, wo se schon so tief inne Eade sitzn tun, Uranium nehm un mit die schröckliche, gar höllische Atomkraft wärmn – leuchtn tut ditt denn von jans alleene.


Comments are currently closed.



April 2011
M D M D F S S
« Mrz   Mai »
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
252627282930  

Blog Stats

  • 2.155.537 hits

Archiv


%d Bloggern gefällt das: