Archiv für 28. April 2011

Es ist doch seltsam

daß sogenannten Marinerichtern unter Hitler immer vorgeworfen wurde, sie hätten eigentlich wissen müssen, daß es moralisch falsch ist, die bestehenden Gesetze anzuwenden. Nun haben wir ja eine sogenannte Demokratie, in der im Grunde genommen jegliche Opposition fehlt, also praktisch eine Allparteiendiktatur, die sich mal in den Farbnuancen ändert. Und wieder fällen deutsche Richter Urteile streng nach Gesetz und könnten es doch wissen, daß ihr Handeln moralisch falsch ist. Und das Beste ist, heute werden sie für Verweigerung nicht mal an die Wand gestellt und erschossen. Höchstens im Wald erhängt aufgefunden. Wegen Selbstmord. Sie könnten rein theoretisch also völlig couragiert sein. Noch couragierter als Wolfgang Thierse oder Margot Käßmann. Könnten sie. Sie sind es aber nicht. Was also unterscheidet sie damit von ihren Vorgängern 1933 – 1945?

Westliche Werte kommen gut voran

Frankreichs Marokkopolitik wird von Professor Schiemann in der Kreuzzeitung sehr gut in nachstehenden Ausführungen gekennzeichnet: “ Trotz der offiziellen, im Matin veröffentlichten Erklärung, daß Frankreich keine Eroberungsgedanken hege, weist alles auf solche Absichten hin. Frankreich pflegt drei Schritte vorzugehen und nachher einen zurückzuweichen, die beiden anderen gelten als gewonnenes Terrain. Das ist die Methode, die bisher eingehalten wurde und die offenbar dahin zielt, die öffentliche Meinung Europas und die Empfindung der Marokkaner zu demoralisieren. Man soll sich daran gewöhnen, jenen einen Schritt rückwärts noch als einen Erfolg zu betrachten. Bisher schien das Spiel zu glücken. Aber diesmal geht das Vorrücken in zu raschem Tempo vor sich, und die Täuschung ist nicht mehr möglich. Nicht nur die marokkanischen Wespen dürften nunmehr ausschwärmen, auch Europa wird sich daran erinnern müssen, daß feierliche Verträge die Integrität Marokkos und die Souveränität des Sultans garantiert haben.“  …  *Freiburger Zeitung 28.04.1911* Bild: Aus der Österreichs Illustrierte Zeitung vom 09. Mai 1911 . Die Mehalla Bremonds auf dem Marsche nach Fez. Und jetzt verrate dem Autor doch mal jemand, inwieweit sich die Welt seither verändert haben soll. Daß es nutzloses Geschrei in Medien gibt und fruchtlose Diskussionen in Vollversammlungen? Letztendlich ist es immer militärische Stärke die diktiert, wenn es politisch in den Kram passt.

Zur Proklamierung des „heiligen Krieges“ gegen die Franzosen in Marokko. … Deutschland kann das Anwachsen der französischen Macht gerade an dieser stelle am wenigsten brauchen, weder vom wirtschaftlichen, noch vom rein politischen Standpunkte aus. Die einzig mögliche direkte Seeverbindung mit dem Mittelmeere und dem Oriente würde dann durch die alles beherrschende Position seiner mächtigsten Rivalen, Frankreich und England (Gibraltar) führen.

Aber die handelspolitischen und strategischen Vorteile allein sind es nicht, die Marokko seit sieben Jahren zum Zankapfel der europäischen Staaten gemacht haben. Es ist vielmehr eine Präjusdizfrage für die Eroberungspolitik der europäischen Mächte in Nordafrika überhaupt. Würde Marokko den Franzosen zugesprochen, könnte man es den Engländern nicht verwehren, daß sie nun ihrerseits Ansprüche und Ländervermehrung geltend machen. …   Österreichs Illustrierte Zeitung vom 09. Mai 1911


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