Archiv für 4. Mai 2011

Torben P. erhält Zivilcouragepreis

Wie schon Margot Käßmann, wird nun auch Torben P. für einen Zivilcouragepreis vorgeschlagen. Nachdem der unauffällige Sportler vor laufender Überwachungskamera eine Zeit lang auf sein Überfallopfer eingetreten hatte und dann vom Tatort flüchtete, stellte er sich trotz anlaufender Fahndung und auf Anraten seines Rechtsbeistands der Polizei, obwohl ihm sein verkümmertes Gewissen einreden wollte, lauf weg oder werde Volksvertreter, denn die haben Immunität. Solch heldenhaftes Verhalten, angesichts einer ausweglosen Situation, sich zu ergeben, das verdient Anerkennung. Er ist ein Held unserer Zeit.

Am meisten zu leiden haben allerdings die Mitschüler des Torben P., die erhalten schulpsychologische Betreuung und man fragt sich – wofür? Dem Opfer geht es übrigens wieder super, es gab an, es wäre nicht so schlimm gewesen und Torben P. könne ruhig noch einmal, es werde dann in bewährter Weise den Kopf schützen. Ob Torben P. das nächste Mal versuchen wird, eine solche Verteidigung mit Stahlkappenschuhen zu durchbrechen oder ob er statt auf den Kopf einfach wechselseitig in die Eier oder gegen die Nieren tritt, das ist noch unklar.

Bild: Torben P., ein Sportler. Wieder einmal trugen die nationalistischen Ideen des Franzosenhassers Jahn späte faschistische Früchte. Nicht in jedem gesunden Körper wohnt zwangsläufig auch ein gesunder Geist. Wie lange darf der Verhetzer unserer Jugend noch auf Sockeln hohnlachend auf Berlins verführte Jugend herabblicken? 

Jammerlappen

Was qualifiziert Jens Bullerjahn zum Finanzminister Sachsen – Anhalts, ihn, der gerade eben noch Innenminister war und Noteingangsaufkleber verteilte, die Türen markieren sollen, in die von faschistisch – und rassistischer Gewalttätigkeit Bedrohte fliehen können,  während die von alltäglicher krimineller Gewalt Bedrohten draußen bleiben müssen? Nichts. Außer einmal ein Studium an einer der Offiziershochschulen der Nationalen Volksarmee der Deutschen Demokratischen Republik genossen zu haben und innerhalb dessen das Fach Politische Ökonomie des Kapitalismus. Davon zehrt er heute immer noch.

Fazit seines damals durchaus heissen Bemühens, den ungeliebten Kapitalismus zu begreifen: Unternehmer müssen besteuert werden, daß die Schwarte kracht, denn nicht Menschen, die etwas unternehmen, zum Beispiel auf eigenes Risiko anderen Menschen Arbeit, Lohn und Existenz zu geben, tragen die Gesellschaft, sondern solche Hochspezialisten wie Jens Bullerjahn, der im täglichen Leben ja auch mit dem Euro zu tun hat, deshalb also alles über Finanzverwaltung weiß und über Steuergesetzgebung sowieso.

Aber im Grunde geht es nur darum, dass Subventionsjunkies, wie Sachsen – Anhalt, die sich über zwanzig Jahre wie billige Nutten vom Westen aushalten lassen, was in der Anfangszeit durchaus berechtigt gewesen sein mag, nicht mehr auf die jährlichen Finanzzuschüsse durch den Westen verzichten können und wollen und die Finanzbeamten, die Sachsen – Anhalt über dem Plan aushält, die werden im Grunde von den westlichen Geberländern bezahlt, da ist es doch ein Leichtes, aus der Position des geschenkten Wohlstands heraus, die Geberländer zu schmähen und von ihnen zu fordern, sie mögen doch so viel Beamte einstellen, wie im Ministerium Jens Bullerjahns ein auskömmliches Leben fristen. Und ja, der Wettbewerb zwischen den Ländern um Arbeitsplatzstandorte, der ist so unfair, wo das Kapital, das scheue Reh, Jäger wittert, wie Finanzminister Bullerjahn, die nur darauf warten, es zu erlegen, um mit der Beute Humbug zu betreiben, statt die Länderaufgaben zu finanzieren, statt das Geld in Wohlfühlprojekte gelebten Antifaschismus zu stecken, da wechselt es eben die Futterplätze. Das hätte der Mann in seiner Karriere vom Offiziersschüler der Nationalen Volksarmee der DDR bis zum Finanzminister Sachsen – Anhalts wenigsten begreifen können.

Daß es aber noch keinen antikapitalistischen Schutzwall gibt, der das Unternehmertum daran hindert,  sich sich in saftigere Auen zu flüchten, ehe es die Finanzbeamten Sachsen – Anhalts schlachten können, das ist ein Nachteil, den Sachsen – Anhalt sicher noch beheben wird.

Neidisch auf Sachsen – Anhalt


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