Archiv für 30. Mai 2011

Nicht absturzresistent

Schon in der Frühzeit der Luftfahrt wurde die mangelnde Widerstandskraft von Politikern gegen Flugzeugabstürze festgestellt, dennoch sind in aller Welt immer noch Millionen Politiker in Betrieb, auch in Deutschland, mit den bekannten verheerenden Folgen für die Bevölkerung. Hier ein HoffnungsSchreckenszenario aus der französischen Republik. Muß es erst so weit kommen, daß eine Boing oder ein Airbus der Bundeskanzlerin auf den Kopf fällt, damit Schluß ist, mit der unseligen FliegerVolksvertreterei ? Höchste Zeit, meint der Autor. Nur ein stillgelegter Demokrat richtet keinen Schaden mehr an und das Klima dankt es uns weinend auf den Knien.

Ein großer Glücksfall furchtbares Unglück  hat sich am 21. d. M. 1911 beim Start der Aeroplane zum Sensationswettfluge Paris – Madrid ereignet. Dem Start der Aeronauten wohnte eine nahezu 600 000 Köpfe betragende Zuschauermenge bei. Von diesen drängte ein größerer Teil immer wieder über die Absperrungslinien, die Kürassiere und Schutzmannschaften aufrecht zu erhalten versuchten, hinaus. Das Flugfeld von Issy les Moulineaux, das eben mit seinen 1200 Metern Länge und seinen 500 Metern Breite schon an sich zu klein ist, wurde dadurch noch mehr eingeengt, das Aktionsfeld der startenden Aeronauten gefährlich beschränkt.

Zur Entlastung der örtlichen Lokalgrößen sein angemerkt, schon lange war ein größeres Flugfeld in Projektierung, so seit 1815, alleine der NABU, der auf dem vorgesehenen Gelände eine seltene Fuchsbandwurmart gesichtet hatte, sowie mehrere Aktionsgruppen, bestehend aus pensionierten Lehrern und Freigängern der anbei liegenden Irrenanstalt, sowie schulschwänzenden Schülern, wußten das mit Unterstützung der kritischen Presse zu verhindern.

Die offiziellen Persönlichkeiten, die Mitglieder der Regierung  und des veranstaltenden Komitees hatten gerade die Tribüne verlassen und sich auf das freie Feld hinaus begeben, als  der Aviatiker Train mit seinem Flugapparat aufstieg. Er hatte vorschriftsmäßig einen Passagier, seinen Freund Bonnier, an Bord. Train merkte in einer Höhe von 30 Metern, daß am Apparate etwas in Unordnung war und beschloß niederzugehen. Er kehrte deshalb um und schraubte sich mit großer Geschwindigkeit zur Erde.. In ca. 10 Metern Höhe wich er einer Kürassierpatrouille aus, die über das Feld eben galoppierte, um die Zuseher zurückzudrängen, und fiel auf die Gruppe der Ehrengäste, von denen 6 oder 7 Personen stürzten und unter dem Monoplan begraben wurden. Kriegsminister Berteaux wurde furchtbar verstümmelt aus den Trümmern des Apparates gezogen; er war selbstverständlich schon tot. Ministerpräsident Monis und der bekannte Sportsmann, Großindustrieller Deutsch de la Meurthe, wurden schwer verletzt. Der Aviatiker Train und sein Begleiter blieben wie durch ein Wunder unversehrt. …  *Österreichs Illustrierte Zeitung 28.05.1911*

Bild: Die Gruppe der Ehrengäste kurz bevor ihnen ein Flugzeug auf den Kopf fällt.  Wann wacht die Bevölkerung Deutschlands endlich auf und erkennt die Chancen, die die Fliegerei birgt, statt immer nur dagegen zu sein, außer, man will zum Saufen verreisen oder billige Jeans in Amerika kaufen.


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