Arbeit und Brot

Das Jahr 1961 ist ein ganz, ganz Schlimmes, berichtet das *NEUE DEUTSCHLAND vom 16.07.1961*. Die Werktätigen der Bundesrepublik Deutschland werden unter Androhung des Atomtodes gezwungen, bis zur Erschöpfung zu arbeiten, Kinderlähmung rafft fast die gesamte Kinderwelt im Westen dahin, ohne, daß das Angebot der Sowjetunion, Medikamente zu liefern, angenommen wird, selbst die kleinen Negerkinder im tiefsten Busch, hören von der Erdumkreisung des Kosmonauten Gagarin, Eichmann steht vor Gericht, Bundeswehrsoldaten desertieren in die DDR , mehrere Bäckereien gehen geschlossen in den Urlaub, was die Leute verärgert, ein kleiner kubanischer Junge schreibt sterbend mit eigenem Blut das Wort Fidel an die Wand und das Problem, daß DDR – Bürger einfach so über die Grenze gehen, um in Westberlin zu arbeiten, aber in der DDR zu leben, so wie es heute oft geschieht, daß Deutsche schnell mal zu ihrer Arbeitsstelle nach Dänemark huschen, ist noch immer ungeklärt. Aber niemand wird die Absicht haben, eine Mauer zu bauen.

5 Responses to “Arbeit und Brot”


  1. 1 tintagel 16. Juli 2011 um 06:22

    Niemand konnte sich vorstellen, dass 50 Jahre später die Arbeitnehmer mit Kameras und Abhörgeräten rund um die Uhr ausspioniert werden, um wegen Nichtigkeiten von jetzt auf gleich auf der Strasse zu stehen.

    Polio hat zugunsten von BSE, H1N1 und EHEC die Kurve gekratzt. Es gibt wieder Läuse und TBC.

    Die kleinen Negerkinder sind mittlerweile bei uns und retten Wirtschaft, Forschung und Wissenschaft sowie uns vor dem Aussterben.

    Um vor Gericht zu stehen braucht es keine NS-Karriere. Heutzutage reicht es aus, sich gegen Einbrecher zu wehren, das Binnen-i zu vergessen oder ein Salamibrot in der Grundschule zu essen.

    Um den Urlaubsärger der Bäckereien aus der Welt zu schaffen, wurden Menschen aus der Türkei geholt, die erst alle Trümmer wegräumten, dann Deutschland wieder aufbauten und danach dafür sorgten, dass es endlich wieder Läden mit Nahrungsmitteln gibt.
    Falls der typisch verwirrte und desorganisierte Deutsche wieder einmal unvorhergesehen von einem Sonntag oder Feiertag hinterhältig und plötzlich überrascht wird halten die sogar sonntags offen um uns vor dem Hungertod zu bewahren.

    Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen, doch man munkelt, dass viele es sich wünschen.

  2. 2 Karl Eduard 16. Juli 2011 um 07:16

    Das wirtschaftliche Ausbluten Deutschlands durch die unverantwortliche Grenzgängerei von Großkonzernen, Steuerrettern und das Abwandern Hochqualifizierter, nur, weil woanders höhere Einkommen locken, muß ein Ende haben.

  3. 3 Onkel Peter 16. Juli 2011 um 07:49

    Man sieht anhand dieses Zeitungsausschnittes dass es im Osten Deutschlands bereits damals vor Neonazis nur so wimmelte.
    „daß Deutschland endlich einen Friedensvertrag erhält“ wagt ja heute nichteinmal mehr die NPD zu fordern.
    Auch wurden hochbelastete Begriffe wie „Volk“ und „Heimat“ anstatt „Bevölkerung“ und „Wirtschaftsstandort“ verwendet.
    Verräterisch auch die Formulierung „nach seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten“. Dies impliziert ja dass es Menschen gibt deren Fähigkeiten dergestaltig sind, dass sie von vornherein eben nicht für alles und jedes geeignet seien.

  4. 4 Karl Eduard 16. Juli 2011 um 07:53

    Die ND – Ausgaben sind so erfrischend anders.

  5. 5 Prosemit 17. Juli 2011 um 07:11

    Brot und Arbeit gab es immer genug im Lande des lächelnden Sozialismus. Brot und Arbeit auch mal weniger, je nachdem.


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