Archiv für 22. Juli 2011

Kachelmannwetter

Über die Presse

Der Aufsatz ist im Juni 1914 niedergeschrieben worden und analysiert, aus russischer, also Feindessicht, den Zustand der Presse in der Habsburger Monarchie. Ziel ist eine Darstellung des Istzustandes, um den möglichen Kriegsgegner richtig einzuschätzen. Auszug.

… Um das Zerrbild des Lebens, das die Presse täglich erdichtet, zu vervollständigen, muß zu dem Verschweigen das Übertreiben treten. Übertrieben werden vor allem die Leistungen der Universitäten und des Parlaments. Die Universitäten sind das besondere Schoßkind der Presse; denn im ärztlichen Beruf und im Advokatenstand herrschen heutzutage die Gesinnungsgenossen der „Neuen Freien Presse“, sie saugen das Volk aus und drapieren sich mit der Flagge der Intelligenz.

Das zweite Lieblingskind ist das Parlament. Die Presse sieht, der Vergangenheit gedenkend, im Parlament das Kind jener Revolution, die der Presse ihre Machtstellung gegeben hat. Im geistigen Rausch der revolutionären Bewegung ist die Preßfreiheit zur Welt gekommen. Niemand ahnte damals, daß diese Errungenschaft nichts anderes bedeute, als Aktionsfreiheit für den Egoismus, für die Skrupellosigkeit und für die Geldgier einer Clique. Der Begriff liberal bezieht sich nur auf die Förderung der Parteigenossen, anderen Parteien, anderen Nationen gegenüber ist die Presse gewaltsüchtig und ungerecht. Diese Thyrannis würde längst zum Bewußtsein der Bevölkerung gekommen sein, wenn nicht die Presse den nationalen Hader als undurchdringliche Rauchkulisse vor die soziale Tragödie unserer Zeit vorgeschoben hätte. Das war natürlich nur mit Hilfe des Parlaments möglich. …

So schafft die Presse durch Verschweigen und Übertreiben Zerrbilder des Lebens und verdirbt und vergiftet das Volksbewußtsein. … So kommt es, daß hier in Österreich neben der Regierung seiner Majestät eine anonyme Nebenregierung besteht, die gegen jede Autorität, gegen die Dynastie, gegen die Armee, gegen die christliche Religion und Lebensanschauung und gegen den Bauernstand eifert und wühlt. Sie ist ein Femegericht mit absoluter Gewalt, und der ganze Staat ist auf diese Weise einem Geheimbund, einer Preßclique, schließlich einem unverantwortlichem Privatmann ausgeliefert. … . * Danzers Armeezeitung 30.07.1914*

Bild: Hier übertiteln die *WIENER BILDER vom 02.07.1939* ein Bild, das im Lager gefangene Frauen zeigt, mit „Im Lager“ als wüßte nicht jeder Leser, welch menschenverachtendes Treiben sich dort in der Zeit von 1933 bis 1945 abspielte. Hier putzen Frauen Schüsseln, eine Ungeheuerlichkeit, die immer noch ihrer Aufarbeitung harrt.

Jung geblieben mit 74

 

Frau berufstätig, das Kind krank. Was tun? „… ein anderes Mal ist es so: Michael hat die Röteln, nichts Besorgniserregendes, sagt der Arzt. Leichtes Fieber, ein wenig Ausschlag, eine Kinderkrankheit ohne besondere Gefahr. Doch in den Kindergarten darf Michael nicht. Der Arzt rät der Mutter, der Lehrerin, zu Hause zu bleiben. Und während sie dem kleinen Kranken Geschichten erzählt, wandern die Gedanken zu den Kindern in ihrer Klasse. Die versäumen heute wieder Rechnen, gerade jetzt, da sie mit der Geometrie begonnen haben. Ausgefallener Unterricht, schwächere Leistungen, schlechtere Zensuren. Unruhig guckt sie zur Uhr. Was die Rangen jetzt wohl anstellen? Ob sie Vertretung haben? – So schwankt die junge Frau Berth hin und her zwischen zwei Pflichten, die ihr beide teuer sind. … “ *Neues Deutschland 22.07.1961*

Wichtig für Deutschland

Daß weiterhin deutsches, inzwischen immer wieder erneut geliehenes Geld in den Gully Griechenland gekippt wird, bezeichnete Bundeskanzlerin Merkel als wichtig für Deutschland. „Der Tag heute bedeutet für die Menschen in Deutschland ein Mehr an Sicherheit für unsere gemeinsame Währung und damit auch eine Grundlage für unser Wirtschaften, aber auch für den Wohlstand insgesamt“, sagte die Kanzlerin nach dem Krisengipfel. Da kann jeder Privathaushalt nur zustimmen. Je mehr Schulden er bei der Bank hat, desto größer wird sein finanzieller Spielraum, sich künftig noch etwas leisten zu können, etwas zu kaufen oder im Überfluss zu schwelgen. Die weiteren Schlußfolgerungen überläßt der Autor hiermit dem Leser.

Hungrig, durstig, faul und apathisch, Griechen erwarten unsere Hilfe


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