Unter dem Schutz der UNO

Man sieht wieder einmal, einen Nobelpreis zu haben, das bedeutet gar nichts, außer, einen Nobelpreis zu haben.  Der steigert aber weder Intelligenz noch Einsicht. *25. Juli 1961, NEUES DEUTSCHLAND* Es geht um die Entwaffnung ganz Deutschlands als Voraussetzung für einen Friedensvertrag mit den Siegermächten, daß damals jemand glaubt, die UNO würde irgend etwas garantieren, qualifiziert ihn insbesondere zum weltfremden Hornochsen. Schimanski muß mit Kohle spielen. In erschütternden Worten beschreibt das Zentralorgan der SED auf Seite 2 das traurige Los westdeutscher Ruhrpott – Arbeiterkinder, die zwischen Kohlehalden dahinvegetieren und mangels Feriengelegenheit niemals CO2 – freie Luft atmen dürfen. Weil das mit der Ferienplatzversorgung in der DDR besser klappte, zumindest für die Kinder, konnten die DDR Kombinate auch bis 1989 auf Rußfilter und ähnlichen Schnick – Schnack verzichten, denn das Wohl des Menschen, das liegt nun mal den Genossen besonders am Herzen.

Nepper, Schlepper, Bauernfänger:  Auf der letzten Seite dieser Ausgabe dieses ND werden die Kaffeefahrtmethoden der Westberliner Abwerber beschrieben, die DDR – Bürger dazu verlocken, den sicheren Arbeitsplatz im demokratischen Berlin aufzugeben und sich einen neuen Wirkungskreis in Westberlin zu suchen. Da so etwas jeden Tag in der Zeitung steht, ist die Empörung unter den Lesern entsprechend hoch.

Der Autor hat sich letztens mit seiner Schwester unterhalten und davon geschwärmt, daß man nun all die Sachen im Internet nachlesen kann, die man als Kind noch gar nicht mitbekommen hat, entweder, weil das Kind zu jung war oder sich gar nicht dafür interessierte. Da hat er erfahren, daß sie mit 11 in einem Kinderferienlager der DDR war, es war gerade 1968 und die Nachrichten verkündeten den Einsatz der Warschauer Vertragsstaaten in die CSSR. Ein sehr beliebter Betreuer erhielt dort seinen Mobilmachungsbefehl und es wurde wohl in den Kindergruppen intensiv darüber diskutiert.  Das hat sich dann auch in den Briefen nach Hause widergespiegelt. So soll sie, sagt sie, im Brief gefragt haben, warum die Sowjetunion noch mehr Land brauche, sie wäre doch schon so groß. Ob das dann Zuhause ausdikutiert wurde?  Eher nicht.

3 Responses to “Unter dem Schutz der UNO”


  1. 1 Prosemit 25. Juli 2011 um 06:56

    Interessant, daß ein solcher Beitrag abgedruckt wurde, ohne die Differenzierung in „DDR“ und „Westdeutschland-BRD“.

    Und Linus Pauling war sicherlich froh, daß ihn jemand zum Thema Kernwaffen befragte.

  2. 2 patrik 25. Juli 2011 um 14:40

    Ich habe es versucht Chemie aus Paulings Buch zu lernen. Ich habe dann ein anderes kaufen müssen denn, was da drin stand konnte niemand verstehen. Jetzt weiss ich mein Stoff aber, das was er über europäische Ausrüstung eräussert kann ich immer noch nicht begreifen. Er spricht über anliegenden Gebiete wie Polen und Tschechoslowakei. Gehört etwa Frankreich auch dazu?

  3. 3 Karl Eduard 25. Juli 2011 um 15:46

    Hätte er Frankreich gemeint, hätte er bestimmt Frankreich gesagt.


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